Wer in der frühen Kindheit mit seinen Eltern in den Skiurlaub gefahren ist, ist im Laufe der Zeit eventuell auf das Snowboarden oder die Trendsportart des Freeskiings übergegangen. Hieran ist die Spezialisierung einer Ausgangssportart durch die Jugend zu erkennen.
Der weitere Verlauf dieser Ausarbeitung beschäftigt sich mit der Frage, ob Trendsportarten wie beispielsweise das Freeskiing jungen Erwachsenen den Zugang zur oder die Selbsteinordnung in die Gesellschaft erleichtern kann. Angesichts des Einflusses, den die Zugehörigkeit oder auch die erlebte Nicht-Zugehörigkeit zu einer Gesellschaft auf junge Menschen besitzen, besitzt dieses Thema eine hohe Relevanz.
Ein häufig genutzter Begriff zur Beschreibung heutiger westlicher Gesellschaften ist der Begriff der "Erlebnisgesellschaft". Dies bezeichnet eine Form der Gesellschaft, in der der Einzelne egoistisch auf das Erreichen von möglichst viel Genuss konzentriert ist. Dies impliziert, dass Traditionen und Bekanntes aus den älteren Generationen von der Jugend nicht mehr übernommen werden. Viel mehr steht der Reiz etwas Neues zu entdecken im Vordergrund. Durch den beschriebenen Wandel der Gesellschaft stellt die gesellschaftliche Integration eine Herausforderung für Jugendliche dar, weil es für sie kaum Anhaltspunkte zur Identifikation mit vorherigen Generationen gibt.
An diesem Punkt lässt sich eine Parallele zum Sportgeschehen ziehen: Die Entstehung von neuen Sportarten oder Spezialisierungen einzelner Sportgruppen schreitet immer weiter voran. Insbesondere Trendsportarten wecken bei Jugendlichen großes Interesse, da keine konkreten Trainingspläne oder Regeln hinter diesen Sportarten stecken. Ganz im Gegenteil bilden Freiheit, Selbstbestimmung und die Möglichkeit der individuellen Weiterentwicklung die Basis eines solchen Sports.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Sozialisation
2.1 Begriffsdefinition von Sozialisation
2.2 Sozialisationstheorien
2.2.1 Sozialisationstheorie nach Piaget
2.2.2 Sozialisation nach Hurrelmann
2.3 Bedeutung des Körpers
3 Diskurs zur Subjektivierungstheorie
4 Zusammenhang zwischen Sport und Gesellschaft
5 Sportarten und -gruppen
5.1 Begriffsdefinition von Sport
5.2 Trendsport
5.3 Extrem- und Risikosport
5.4 Abenteuersport
5.5 Einordnung von Freeskiing
6 Sportart Freeskiing
6.1 Geschichte und Entwicklung von Freeskiing
6.2 Spezifika von Freeskiing
6.2.1 „Big Mountain“ oder „Freeride“
6.2.2 „Slopestyle“ oder „New School“
7 Parallelen zwischen Sport und Gesellschaft
7.1 Freeskiier- eine soziale Gruppe?
7.2 Entwicklung von sozialen Beziehungen unter Freeskiiern
7.3 Die Gruppe als Raum der sozialen Identifikation
8 Freeskiing als Orientierung zur Einordnung in die Gesellschaft
8.1 Soziales Lernen durch Freeskiing
8.2 Entwicklung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit durch Freeskiing
9 Ausblick – Risiken – Chancen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern Trendsportarten wie Freeskiing jungen Erwachsenen den Zugang zur Selbsteinordnung in die Gesellschaft erleichtern können und welche Rolle die Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe dabei spielt.
- Sozialisationstheoretische Grundlagen und die Bedeutung des Körpers.
- Theoretische Einordnung von Sport, Trendsport und Abenteuersport.
- Analyse der Sportart Freeskiing und ihrer Ausprägungen.
- Parallelen zwischen Sportgruppen und gesellschaftlichen Strukturen.
- Soziales Lernen und Persönlichkeitsentwicklung im Kontext des Freeskiings.
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffsdefinition von Sozialisation
Die Grundidee hinter dem Sozialisationsprozess ist die „Vergesellschaftung der menschlichen Natur“ (Durkheim 1972), welche darauf abzielt, dass das Individuum in die umgebende Gesellschaft hineinwächst, seinen Platz in der Gesellschaft findet und in dieser anerkannt wird. Der Fokus wird demnach auf die Entwicklung eines jeden Einzelnen in der individuellen Persönlichkeit und als Mitglied einer Gesellschaft gelegt.
Weiß definiert Sozialisation 1999 als „ein[en] Prozess der Internalisierung (Verinnerlichung) von Werten und Normen, Verhaltensmustern und sozialen Rollen, um dadurch Aufnahme (Integration) in eine Gesellschaft oder in einen Teil der Gesellschaft zu finden.“ (Weiß 1999, S. 67) Der Sozialisationsprozess impliziert demnach die subjektive Anpassung an die soziale Umwelt und die Aneignung des Subjekts von sozialen Normen (vgl. Liebsch 2017, S. 275).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung führt in die Problematik der Identitätsfindung und Selbsteinordnung in der modernen Erlebnisgesellschaft ein und verknüpft diese mit dem wachsenden Interesse an individuellen Trendsportarten.
2 Sozialisation: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Sozialisationstheorien (Piaget, Hurrelmann) und diskutiert die Bedeutung des Körpers für die Einordnung des Individuums in gesellschaftliche Strukturen.
3 Diskurs zur Subjektivierungstheorie: Hier wird der theoretische Rahmen um das Konzept der Subjektivierung erweitert, um das Individuum als aktiv handelndes und reflektierendes Wesen in den Mittelpunkt zu stellen.
4 Zusammenhang zwischen Sport und Gesellschaft: Das Kapitel beleuchtet die Funktionen des Sports als soziales Bindeglied und sein Potenzial zur Norm- und Wertevermittlung innerhalb einer Gesellschaft.
5 Sportarten und -gruppen: Es erfolgt eine Differenzierung von Trendsport, Extrem- und Abenteuersport sowie eine erste systematische Einordnung des Freeskiings.
6 Sportart Freeskiing: Dieses Kapitel bietet einen historischen Abriss des Freeskiings und beschreibt die spezifischen Ausprägungen wie „Big Mountain“ und „Slopestyle“.
7 Parallelen zwischen Sport und Gesellschaft: Der Autor analysiert, inwiefern Freeskiier als soziale Gruppe fungieren und wie innerhalb dieser Gemeinschaft Identität und soziale Beziehungen entstehen.
8 Freeskiing als Orientierung zur Einordnung in die Gesellschaft: Das Kapitel untersucht, wie durch das soziale Umfeld des Freeskiings Lernprozesse angestoßen werden, die der Persönlichkeitsentfaltung dienen.
9 Ausblick – Risiken – Chancen: Abschließend werden die ambivalenten Auswirkungen des Sports reflektiert und sowohl Risiken (z.B. Ausschlussmechanismen) als auch Chancen (z.B. Kompetenzerwerb) gegenübergestellt.
Schlüsselwörter
Sozialisation, Freeskiing, Trendsport, Persönlichkeitsentwicklung, Identität, Soziale Gruppe, Subjektivierung, Körper, Werte, Normen, Integration, Sportsoziologie, Selbsteinordnung, Lebenswelt, Abenteuersport.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Trendsportarten, speziell das Freeskiing, den Prozess der Sozialisation junger Erwachsener beeinflussen und ob diese Sportart als Medium zur Integration in die Gesellschaft dient.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder umfassen Sozialisationstheorien, die Soziologie des Sports, die Analyse von Trendsport-Communities und die psychosozialen Effekte von Gruppendynamiken beim Freeskiing.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist herauszufinden, inwiefern Freeskiing jungen Menschen hilft, sich individuell zu entwickeln und ihren Platz sowie ihre Identität innerhalb der Gesellschaft zu finden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse soziologischer und pädagogischer Theorien (insbesondere Hurrelmann und Piaget), die auf den spezifischen Kontext des Sports angewendet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Sozialisation und Sport, eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Sportart Freeskiing und die Untersuchung ihrer sozialen Strukturen und Lernpotenziale.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Sozialisation, Freeskiing, Trendsport, soziale Identität und Persönlichkeitsentwicklung.
Warum wird Freeskiing als ein „Zugang zur Einordnung in die Gesellschaft“ bezeichnet?
Weil die Ausübung dieses Sports innerhalb einer sozialen Gruppe den Erwerb von Handlungskompetenzen, Rollenverständnis und sozialen Normen ermöglicht, die für das Zurechtfinden in der Gesellschaft essenziell sind.
Welche Risiken und Chancen sieht der Autor im sozialen Kontext des Freeskiings?
Als Chancen werden soziale Anerkennung und Kompetenzerwerb hervorgehoben, während Risiken in Ausgrenzungsprozessen, Gruppenzwang oder dem Druck bestehen, vorgegebene soziale oder ästhetische Normen zu erfüllen.
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- Lea Volkmann (Author), 2019, Kann die Trendsportart Freeskiing jungen Erwachsenen den Zugang in die Gesellschaft erleichtern?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/476741