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Sächsische Großstädte - zwischen Gentrification und Abwärtsspirale

Title: Sächsische Großstädte - zwischen Gentrification und Abwärtsspirale

Term Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christian Bröer (Author)

Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning

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Wie hat sich der gesellschaftliche, politische und soziale Regimewechsel auf die ostdeutschen, insbesondere auf die sächsischen, Großstädte ausgewirkt?
Das gesellschaftliche Leitbild der DDR war die Gleichheit. Dieses Leitbild wirkte sich nicht nur auf die „Annäherung von Klassen und Schichten als grundlegendes Gesetz der Sozialstruktur von Städten“ (GRUNDMANN 1984, zit. n. HANNEMANN 2000) aus, sondern hatte auch sozialräumliche Ausprägungen, die vor allem mit der Wohnungsmarktpolitik des sozialistischen Staates zusammenhingen. So waren es die Auswirkungen des Verteilungssystems der kommunalen Wohnungsverwaltungen, dass in Ostdeutschland die Stadtregionen nur wenig stark sozialräumlich gespalten waren. Die breite Mittelschicht wohnte in den Vorzeigewohnungen des Sozialismus , den neu gebauten Plattenbaugebieten. Die politische Elite dagegen eher im suburbanen Raum, und die politisch Unzuverlässigen, kulturell und sozial Marginalisierten wurden auf die verfallenden Altbaugebiete verwiesen (FRIEDRICHSUNDHÄUßERMANN, 1998). Die Steuerungsinstrumente des Wohnungsmarktes zu Zeiten der DDR waren demnach nicht, wie in Städten kapitalistischer Staaten, die Kosten der Miete und die Einkommen der Bewohner, sondern vielmehr die Vergabepolitik der kommunalen Wohnungsverwaltungen. Hier waren Arbeitskräftesicherung und Familienpolitik die zentralen Orientierungen. Geringe Segretationserscheinungen waren dennoch spürbar, vor allem bezüglich neuer und älterer Plattenbaugebiete, da neue Wohnungen vornehmlich an junge, zumeist in der wachsenden Phase befindlichen, Familien vergeben wurden.
Die politische Wende veranlasste westdeutsche Stadtforscher, beeinflusst von der intensiv betriebenen Gentrificationforschung zum Ende der 1980er Jahre, zu Prognosen bezüglich der sozialräumlichen Entwicklung der Städte in den neuen Bundesländern. Sie gingen von einem nachholenden Prozess aus, den die Großstädte in den Folgejahren durchlaufen würden. Den für die DDR so typischen Großwohnsiedlungen in Plattenbauweise wurden selektive Fortzüge und Abwanderungsprozesse vorausgesagt, den innenstadtnahen gründerzeitlichen Wohnquartieren, infolge der zu erwartenden Differenzierung der Einkommen und Lebensstile, Aufwertungsprozesse und Verdrängung sozial schwacher Einkommensgruppen (vgl. FRIEDRICHS / KAHL 1991, zit. nach WIEST 2001b). Diese Prognosen basieren mehr oder minder auf dem Übertragen der Gentrification- Erfahrungen aus westdeutschen Städten auf ostdeutsche Städte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung - Prognosen zur sozialräumlichen Entwicklung ostdeutscher Großstädte

2 Situationsanalyse sächsischer Großstadtregionen – Rahmenbedingungen und Faktoren der sozialräumlichen Differenzierung

2.1 Demographische Entwicklung in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung

2.2 Die Entwicklung des Wohnungsmarktes

2.2.1 Die innerstädtischen Großwohnsiedlungen- vom sozialistischen Ideal zum potentiellen sozialen Brennpunkt

2.2.2 Die Entwicklungen im suburbanen Raum

2.2.3 Die gründerzeitlichen Altbaugebiete

3 Gentrification in sächsischen Städten?

3.1 Leipzig – Musikerviertel

3.2 Dresden – Pieschen

3.3 Leipzig – Grünau

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern in sächsischen Großstädten nach der politischen Wende sozialräumliche Differenzierungsprozesse und insbesondere Gentrification stattgefunden haben, oder ob die städtische Entwicklung durch transformationsbedingte Besonderheiten gekennzeichnet ist.

  • Sozialräumliche Auswirkungen des Regimewechsels in Ostdeutschland
  • Demographische Rahmenbedingungen und ihre Bedeutung für die Stadtentwicklung
  • Strukturwandel des Wohnungsmarktes in Großwohnsiedlungen, suburbanen Räumen und Altbaugebieten
  • Analyse von Gentrification-Prozessen in spezifischen sächsischen Wohnquartieren

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Die gründerzeitlichen Altbaugebiete

Citynahe Altbaugebiete mit gründerzeitlichem Baubestand bestehen oder bestanden nahezu in allen deutschen Großstädten. Als Gründerzeit wird die Zeit nach Ende des Deutsch- Französischen Krieges 1870/1871 bezeichnet, in der, im Zuge von großflächigen Stadterweiterungen, Wohnraum für die sich rasch vermehrende Stadtbevölkerung geschaffen wurde. Typisch für die gründerzeitlichen Wohnviertel ist vier- bis fünfgeschossige Blockrandbebauung mit reich verzierten Fassaden im Neobarock- oder Neorenaissancestil.

Es waren diese Viertel, die durch Gentrifier in Westdeutschland in den frühen 80er Jahren baulich aufgewertet wurden und in denen Gentrifizierung heute zu beobachten ist.

Zu Zeiten der DDR spielten Altbauquartiere in der Wohnungsmarktpolitik keine große Rolle. Es wurde vielmehr in jedweder Hinsicht auf das Wohnen im „Standard“ gesetzt. Obwohl Dresden und auch Leipzig große gründerzeitliche Wohnviertel in Citynähe haben, und diese im 2. Weltkrieg auch vergleichsweise wenig zerstört wurden, gab es in der DDR kaum Tendenzen zur Sanierung von Altbauwohnungen. Ansätze der Altbausanierung scheiterten meist an der Verfügbarkeit von ausgebildeten Arbeitskräften, schließlich war das Bauwesen der DDR auf die industrielle Fertigung von standardisierten Wohnungen konzentriert, und an der Verfügbarkeit von traditionellen Baumaterialien, um die Gebäude erhaltend zu sanieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung - Prognosen zur sozialräumlichen Entwicklung ostdeutscher Großstädte: Das Kapitel erläutert den gesellschaftlichen Regimewechsel in der DDR und führt in die wissenschaftlichen Prognosen westdeutscher Stadtforscher ein, die von einem nachholenden Gentrification-Prozess in ostdeutschen Städten ausgingen.

2 Situationsanalyse sächsischer Großstadtregionen – Rahmenbedingungen und Faktoren der sozialräumlichen Differenzierung: Dieses Kapitel analysiert demographische Phänomene und die Entwicklung des Wohnungsmarktes als entscheidende Einflussfaktoren für die sozialräumliche Differenzierung in ostdeutschen Stadtregionen.

3 Gentrification in sächsischen Städten?: Hier wird untersucht, warum Gentrification in den sächsischen Städten zunächst nur begrenzt nachweisbar war, und es werden drei spezifische Wohnquartiere als Fallbeispiele für Auf- und Abwertungsprozesse vorgestellt.

Schlüsselwörter

Sächsische Großstädte, Transformation, DDR, Wohnungsmarkt, Gentrification, sozialräumliche Differenzierung, Demographie, Plattenbau, Altbaugebiete, Wohnsuburbanisierung, Stadtentwicklung, Leipzig, Dresden, Bevölkerungsabwanderung, Leerstand

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die städtebauliche Entwicklung und die sozialräumliche Differenzierung in sächsischen Großstädten nach der politischen Wende in Ostdeutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der demographischen Entwicklung, der Transformation des Wohnungsmarktes in verschiedenen Quartierstypen und der kritischen Prüfung von Gentrification-Prozessen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist herauszustellen, ob in ostdeutschen Großstädten tatsächlich eine Gentrification nach westlichem Muster stattfand oder ob ein spezifischer ostdeutscher Transformationspfad vorliegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sowie der Untersuchung charakteristischer Fallbeispiele (Wohnquartiere) in Leipzig und Dresden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die demographischen und wohnungsmarktspezifischen Rahmenbedingungen beleuchtet, bevor drei konkrete Wohnquartiere hinsichtlich ihrer Auf- oder Abwertungstendenzen analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind neben Gentrification und Transformation vor allem die verschiedenen Typologien des Wohnungsbestandes wie Plattenbausiedlungen, Altbaugebiete und der suburbane Raum.

Wie unterscheidet sich die Entwicklung im Leipziger Musikerviertel von anderen Gebieten?

Das Musikerviertel weist deutliche Gentrificationstendenzen auf, da es sich um ein hoch bewertetes Gründerzeitgebiet mit signifikantem Bewohneraustausch handelt, wenngleich das Niveau noch nicht dem westdeutscher Städte entspricht.

Warum spielt der Wohnungsleerstand eine so große Rolle für die Argumentation des Autors?

Der Leerstand ist ein Indikator für den „ostdeutschen Sonderweg“, da er in allen Wohnungsmarktsegmenten auftritt und somit als Puffer gegen den Verdrängungsdruck wirkt, der normalerweise Voraussetzung für Gentrification wäre.

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Details

Title
Sächsische Großstädte - zwischen Gentrification und Abwärtsspirale
College
University of Münster  (Institut für Geographie)
Course
15 Jahre Transformationsprozess in Ostdeutschland
Grade
1,3
Author
Christian Bröer (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V47328
ISBN (eBook)
9783638442985
Language
German
Tags
Sächsische Großstädte Gentrification Abwärtsspirale Jahre Transformationsprozess Ostdeutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Bröer (Author), 2005, Sächsische Großstädte - zwischen Gentrification und Abwärtsspirale, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/47328
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