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Der freie Wille und die Schuldfähigkeit des Menschen aus Sicht der Hirnforschung

Titel: Der freie Wille und die Schuldfähigkeit des Menschen aus Sicht der Hirnforschung

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sandra Anger (Autor:in)

Psychologie - Forensische Psychologie und Strafvollzug

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der freie Wille – ein Thema, das Philosophen und Naturwissenschaftler seit Jahrhunderten beschäftigt und vermutlich noch eine Weile beschäftigen wird. Doch was macht die Sache so kompliziert? Eigentlich sieht man es doch als selbstverständlich an, daß man zumindest in einigen Fällen freie Entscheidungen fällt, d.h. man hat die Wahl zwischen verschiedenen Alternativen und entscheidet sich willentlich und ohne äußeren Zwang für eine davon. Da man sich somit als Urheber der darauf folgenden Handlung ansieht, sieht man sich auch für die Handlung, bzw. für deren Folgen als verantwortlich an. Soweit könnte man vermutlich grob das alltägliche Verständnis von freiem Willen beschreiben. Interessant wird die Sache jedoch, wenn man diese Ansicht mit einer weiteren, ebenso als selbstverständlich empfundenen Ansicht verbindet: der Richtigkeit der naturwissenschaftlichen Weltsicht, bzw. dem Glauben an ihre Gesetzmäßigkeiten. Nach dem Kausalitätsprinzip kann man jedem natürlichen Ereignis eine natürliche Ursache zuschreiben, welche wiederum durch ein vorhergehendes Ereignis hervorgerufen wurde; ein Ereignis ist also immer Teil einer Kausalitätskette und somit determiniert. Auch das stellt man nicht in Frage, ebenso wie die Tatsache, daß der Mensch Teil der natürlichen Ordnung ist. Wie kann man aber der Urheber von Handlungen, bzw. Wirkungen sein, wenn jedes Ereignis in einem anderen Ereignis seine Ursache hat? Sieht man sich selbst als Teil einer Kausalitätskette an, kann man sich nicht als Urheber des Ereignisses ansehen, d.h. der Wille zur Handlung wäre somit auch klar bedingt. Die einzige Möglichkeit, eine Handlung als unverursachtes Hervorbringen einer Person ansehen zu können, wäre insofern problematisch, daß man die Person als außerhalb der natürlichen Ordnung stehend ansehen müßte – und dennoch als fähig, in diese einzuwirken. Ein weites Feld für die Philosophen und ein Ärgernis für so manchen Naturwissenschaftler.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1 Die Versuche B. Libets

2.2 Das Bewertungssystem des Gehirns

2.3 Determinismus und Verbrechen

3. Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Vereinbarkeit der naturwissenschaftlichen Sichtweise auf das Gehirn, insbesondere deren deterministische Prägung durch die moderne Hirnforschung, mit dem alltäglichen Verständnis von Willensfreiheit und der rechtlichen Beurteilung von individueller Schuldfähigkeit.

  • Die neurobiologische Evidenz für neuronale Vorbestimmung von Handlungen (Libet-Experimente).
  • Die Funktion des limbischen Systems als Bewertungseinheit menschlichen Verhaltens.
  • Die historische und moderne Suche nach biologischen Ursachen für kriminelles Verhalten.
  • Die Problematik der Zurechenbarkeit von Schuld angesichts einer deterministischen Weltsicht.
  • Die potenziellen Auswirkungen bildgebender Verfahren auf die forensische Psychiatrie.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Versuche Benjamin Libets:

1983 veröffentlichte der amerikanische Neurobiologe Benjamin Libet seine Ergebnisse einer Versuchsreihe zur Beziehung zwischen Bereitschaftspotential und Willensakt. Damals wie heute gaben diese Ergebnisse Anlaß zu kontroversen Diskussionen und fehlen als Zitat in fast keinem Artikel zum Thema „Willensfreiheit“.

Libets Experimente basieren auf der Messung des Bereitschaftspotentials im Gehirn, das als ein Zeichen der Vorbereitung und Initiierung einer willentlichen Bewegung gedeutet wird. Das Bereitschaftspotential ist eine negative neuronale Aktivität, die aus dem Elektroenzephalogramm (EEG) herausgefiltert wird. Das symmetrische Bereitschaftspotential wird beidseitig über der linken und rechten Hemisphäre gemessen, das folgende lateralisierte Bereitschaftspotential tritt asymmetrisch auf der Gehirnseite auf, die dem bewegten Körperteil gegenüberliegt. Libet bat seine Versuchspersonen, spontan den Entschluß zu fassen, eine Fingerbewegung der rechten Hand durchzuführen, wobei sie auf einen Lichtpunkt blickten, der mit einer Periode von 2,56 Sekunden rotierte. Zu dem Zeitpunkt, an dem sie den Entschluß zur Bewegung faßten, sollten sie sich die Position des Lichtpunktes merken. Wie erwartet, ging der Willensakt zur Bewegung der Motorreaktion stets um durchschnittlich 200 ms voraus. Überraschend war jedoch, daß der Beginn des Bereitschaftspotentials dem Zeitpunkt des Entschlusses stets um durchschnittlich 550 – 350 ms vorausging, d.h. das Gehirn bereitete die Bewegung bereits vor, während die jeweilige Versuchsperson sich des Entschlusses zu dieser Bewegung noch gar nicht bewußt war!

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die philosophische Debatte um die Willensfreiheit ein und stellt die Kompatibilität von freiem Willen und naturwissenschaftlicher Kausalität in Frage.

2.1 Die Versuche B. Libets: Hier werden die wegweisenden Experimente zur zeitlichen Abfolge von neuronaler Bereitschaft und bewusstem Willensentschluss sowie die daraus resultierende Kritik analysiert.

2.2 Das Bewertungssystem des Gehirns: Das Kapitel erläutert die Rolle des limbischen Systems bei der emotionalen Bewertung von Erfahrungen und dessen Einfluss auf die Handlungsplanung.

2.3 Determinismus und Verbrechen: Hier wird der historische und aktuelle Zusammenhang zwischen biologischen Faktoren, Hirnfunktionsstörungen und kriminellem Verhalten sowie die Bedeutung für die Schuldfähigkeit untersucht.

3. Ausblick: Das Kapitel reflektiert über die Konsequenzen der gewonnenen Erkenntnisse für unser Rechtsverständnis und diskutiert die Grenzen aktueller diagnostischer Methoden.

Schlüsselwörter

Hirnforschung, Willensfreiheit, Determinismus, Schuldfähigkeit, limbische System, Bereitschaftspotential, Neurobiologie, Kausalität, präfrontaler Cortex, Soziopathie, ADHS, bildgebende Verfahren, Forensik, neuronale Prozesse, Handlungsdetermination.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Erkenntnisse der modernen Hirnforschung das traditionelle Verständnis von freiem Willen herausfordern und ob kriminelles Verhalten wissenschaftlich determiniert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Libet-Experiment, die Rolle des limbischen Systems bei der Verhaltenssteuerung und die wissenschaftliche Suche nach biologischen Ursachen für antisoziales Verhalten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit neuronale Prozesse unser Handeln bestimmen und welche Auswirkungen dies auf den juristischen Begriff der Schuld hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, die neurobiologische Forschungsergebnisse mit philosophischen Fragestellungen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die neurobiologischen Grundlagen der Entscheidungsfindung, die Bedeutung des limbischen Systems sowie Fallbeispiele zu Schädigungen des präfrontalen Cortex.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hirnforschung, Determinismus, Willensfreiheit, Schuldfähigkeit und limbische System geprägt.

Gibt es ein "Schlupfloch" für den freien Willen laut Libet?

Ja, Libet schlägt ein „Veto-Recht“ des Bewusstseins vor, das es dem Menschen ermöglichen könnte, eine bereits vom Gehirn initiierte Handlung bewusst abzubrechen.

Welche Rolle spielt der präfrontale Cortex bei Straftätern?

Studien deuten darauf hin, dass Fehlbildungen oder Schädigungen in diesem Hirnbereich zu verminderter Impulskontrolle und einer beeinträchtigten vorausschauenden Handlungsplanung führen können.

Ist laut der Arbeit eine "biologische Vorbestimmung" zum Verbrechen bewiesen?

Nein, die Arbeit stellt klar, dass biologische Faktoren zwar die Wahrscheinlichkeit für abweichendes Verhalten erhöhen, jedoch niemanden zwangsläufig zum Verbrecher machen.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der freie Wille und die Schuldfähigkeit des Menschen aus Sicht der Hirnforschung
Hochschule
Freie Universität Berlin
Veranstaltung
Hirnforschung und Sozialisation
Note
1,0
Autor
Sandra Anger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
15
Katalognummer
V46977
ISBN (eBook)
9783638440493
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wille Schuldfähigkeit Menschen Sicht Hirnforschung Sozialisation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sandra Anger (Autor:in), 2003, Der freie Wille und die Schuldfähigkeit des Menschen aus Sicht der Hirnforschung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/46977
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Leseprobe aus  15  Seiten
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