Diese Arbeit schließt an das Projektseminar „Lärm“ der letzten beiden Semester an. Ziel des Seminars war es ursprünglich, einen Lärmminderungsplan für das Stadtgebiet Bochum zu erstellen. Dies ist aus zeitlichen Gründen jedoch nicht vollständig gelungen.
Jedem Seminarteilnehmer wurde ein Gebiet von 1 x 1 km zugewiesen. Aufgabe war es zunächst, auf Grundlage einer DGK, die Gebäudehöhen sowie die jeweilige Nutzung der Gebäude zu bestimmen, um anschließend das Gebiet in ArcView 3.3 zu digitalisieren. Die Bestimmung der jeweiligen Gebäudenutzung ist notwendig, da es für unterschiedliche Gebiete unterschiedliche Lärm-Immissionsrichtwerte gibt, die nicht überschritten werden dürfen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Beschreibung des Gebietes
2.1 Lage des Gebietes
2.2 Straßennetz
2.2.1 Verkehrsaufkommen
2.2.2 Straßenbelag
2.3 Bebauung
2.4 Flächennutzung
3 Beurteilung der Schallimmissionen durch Straßenverkehr
3.1 Schallimmissionssituation bei Tag (6-22 Uhr)
3.2 Schallimmissionssituation bei Nacht (22-6 Uhr)
3.3 Grenzüberschreitungen
4 Möglichkeiten der Schallminderung
4.1 Lärmarme Fahrbahnen
4.2 Schallschutzwände und -dämme
4.3 Verkehrsverlagerung auf geeignete Strecken
4.4 Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel
4.5 Lärmabgewandte Orientierung von Wohnräumen
5 Abschlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist die Analyse der Lärmbelastung im Untersuchungsgebiet 8650 in Bochum auf Basis eines Flächennutzungsplans und der Erstellung von Lärmpegelkarten unter Verwendung von GIS-Software, um Konfliktgebiete zu identifizieren und potenzielle Minderungsmaßnahmen zu erörtern.
- Analyse der Lärm-Immissionssituation bei Tag und Nacht
- Identifikation von Grenzüberschreitungen gemäß gesetzlicher Richtwerte
- Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Verkehrsaufkommen, Straßenzustand und Lärmemission
- Bewertung baulicher und planerischer Maßnahmen zur Schallminderung
- Evaluation der Wohnqualität in Abhängigkeit von der Lärmbelastung
Auszug aus dem Buch
3.1 Schallimmissionssituation bei Tag (6-22 Uhr)
Um sich mit den Schallimmissionen durch Straßenverkehr zu beschäftigen, wurde zunächst eine Beurteilungspegelkarte angefertigt. Jede Farbe entspricht dabei einer Pegelklasse von 5 dB(A). Da es tagsüber und nachts unterschiedliche Immissionsrichtwerte gibt (vgl. Kap. 1), muss auch für beide Untersuchungszeiträume jeweils eine Karte erstellt werden.
In Abbildung 5 ist der Straßenverlauf deutlich zu erkennen, da auf den Straßen selbst höhere Lärmimmissionswerte erreicht werden als in der angrenzenden Umgebung. Die Wittener Straße im Südwesten, die mit einem DTV-Wert von 29200 Fahrzeugen von mir zuvor als Hauptverkehrsstraße dieses Gebietes herausgestellt wurde (vgl. Kap 2.2), weist die höchsten Schallimmissionen auf. Im Durchschnitt zeigen sich Werte zwischen 70-80 dB(A); an den Stellen, wo sie jedoch vierspurig verläuft, kann es zu einer Lärmbelastung von bis zu 100 dB(A) kommen. In den angrenzenden Bereichen dieser Straße treten noch immer Schallimmissionen von 55-65 dB(A) auf. Bei dichter Bebauung, wie dies z.B. auf der südlichen Straßenseite der Fall ist, verhindern die Häuser die Schallausbreitung ein wenig, sodass dort stellenweise nur noch 50-55 dB(A) auftreten.
Die Straße mit der zweithöchsten Verkehrsbelastung, ist die Buselohstraße / Immanuel-Kant-Straße (DTV = 8100). Auch hier kommt es zu einer hohen Lärmerzeugung, die zwischen 70 und 80 dB(A) auf der eigentlichen Fahrspur liegt. Dieser Wert wird, im Gegensatz zur Wittener Straße, nicht allein durch die Verkehrsdichte bestimmt, sondern zusätzlich durch den schlechten Straßenzustand; denn hier finden sich zahlreiche Schlaglöcher und unebener Asphalt, die die Lärmbelastungen zusätzlich erhöhen. So kommt es am Straßenrand noch immer zu einer Schallimmission von 65-70 dB(A). Ein weiterer Unterschied zur Wittener Straße ist eine Bebauung, die bei weitem nicht so geschlossen und unmittelbar an der Straße vorhanden ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit knüpft an ein Projektseminar an und thematisiert die Erstellung von Lärmpegelkarten für ein definiertes Untersuchungsgebiet in Bochum mittels ArcView und IMMI.
2 Beschreibung des Gebietes: Das Kapitel charakterisiert das Untersuchungsgebiet hinsichtlich seiner geografischen Lage, des Straßennetzes, der Verkehrsbelastung, der Gebäudestruktur sowie der Flächennutzung.
3 Beurteilung der Schallimmissionen durch Straßenverkehr: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der Lärmbelastung bei Tag und Nacht sowie ein Abgleich der ermittelten Werte mit den gesetzlichen Immissionsgrenzwerten zur Identifikation von Konfliktgebieten.
4 Möglichkeiten der Schallminderung: Hier werden aktive und passive Schallschutzmaßnahmen wie lärmarme Fahrbahnbeläge, Verkehrsverlagerungen und architektonische Anpassungen vorgeschlagen und kritisch bewertet.
5 Abschlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und weist auf methodische Einschränkungen wie die Nicht-Berücksichtigung von Schienenverkehr und Ampelphasen hin.
Schlüsselwörter
Lärmminderung, Straßenverkehrslärm, Immissionsrichtwerte, Schallimmission, Lärmpegelkarte, Bochum, Stadtplanung, Flächennutzung, Verkehrsaufkommen, Schalldämmung, Umweltschutz, Wohnqualität, GIS, ArcView, Konfliktgebiete
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Projektbericht grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Lärmbelastung durch den Straßenverkehr in einem spezifischen 1 x 1 km großen Untersuchungsgebiet in Bochum.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Erstellung von Lärmpegelkarten, die Identifikation von Lärm-Konfliktgebieten und der Entwurf von Maßnahmen zur Lärmminderung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erstellung eines Lärmminderungsplans für das Gebiet, um Belastungen für die Anwohner zu identifizieren und Lösungsvorschläge zu erarbeiten.
Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?
Es wurde eine GIS-gestützte Datenverarbeitung mit ArcView 3.3 und IMMI 5.3 durchgeführt, basierend auf DGK-Daten und offiziellen Verkehrsdaten (DTV-Werten).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Beschreibung des Untersuchungsgebiets, die Analyse der Lärmimmissionen bei Tag und Nacht sowie die Evaluierung verschiedener Lärmschutzmaßnahmen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Straßenverkehrslärm, Immissionsrichtwerte, Stadtplanung, Lärmminderung und Lärmpegelkartierung charakterisieren.
Warum spielt die Unterscheidung der Gebietsarten eine zentrale Rolle?
Verschiedene Gebietsarten, wie reine Wohngebiete oder Mischgebiete, haben unterschiedliche gesetzliche Lärm-Immissionsrichtwerte, die für die Bewertung der Überschreitungen entscheidend sind.
Welche Rolle spielen Straßenzustand und Verkehrsaufkommen für die Lärmbelastung?
Hohe DTV-Werte korrelieren meist mit höherem Lärm, wobei schlechte Straßenzustände (Schlaglöcher) die Lärmemissionen zusätzlich signifikant erhöhen.
Was sind die wesentlichen Einschränkungen dieser Untersuchung?
Die Autorin weist darauf hin, dass unter anderem der Schienenverkehr, Ampelanlagen und der Lärm von außerhalb des Untersuchungsgebiets in dieser Analyse nicht berücksichtigt wurden.
- Quote paper
- B.A. Silke Gerlach (Author), 2005, Projektbericht: Analyse des Gebietes 8650 in Bochum anhand eines Flächennutzungsplans und einer Lärmpegelkarte, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/46898