Nicht zuletzt durch die Involvierung der verschiedenen Glaubensgemeinschaften hat die Abtreibungsdebatte so große Kreise gezogen, dass man in der heutigen Zeit tatsächlich nicht umher kommt, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, seinen eigenen Standpunkt zu finden und diesen gegebenenfalls auch zu vertreten. Ich habe mich in meiner Seminararbeit bewusst für dieses Thema entschieden, da es zum einen mein Interesse geweckt hat und ich zum anderen der Meinung bin, dass eine ausführliche Beschäftigung mit dem Thema durchaus die Sicht im Hinblick auf gewisse Dinge ändern kann.
Die Fragestellung dieser Seminararbeit lautet: "Wann und unter welchen Bedingungen ist ein Schwangerschaftsabbruch ethisch vertretbar?". Hierzu möchte ich zu Beginn die rechtliche Lage erläutern, sowohl in der Vergangenheit, als auch in der jetzigen Zeit. Die Methoden des Schwangerschaftsabbruches können meiner Ansicht nach nicht außen vorgelassen werden, da diese einen Großteil dazu beitragen, welche Sicht man über den Schwangerschaftsabbruch teilt. Da die Seminararbeit die Betrachtungsweisen beider Parteien, Befürworter und Gegner, beleuchten soll, um zu einem möglichst objektiven Ergebnis zu gelangen, werden auch die Gründe, welche für einen Abbruch sprechen, aufgezeigt.
Mögliche Folgen eines Abbruches sollen ebenso nicht unerwähnt bleiben. Das Herzstück dieser Seminararbeit sollen die verschiedenen religiösen und ethischen Positionen darstellen, wobei ich die katholische Sicht am intensivsten besprechen möchte. Um zu verdeutlichen, dass die Abtreibungsfrage keinesfalls ein Randphänomen darstellt, auch wenn die Statistiken glücklicherweise in den letzten Jahren einen drastischen Rückgang der Abbrüche aufweisen, habe ich an dieser Stelle die aktuelle Auswertung des Statistischen Bundesamtes eingefügt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Juristische Aspekte des Schwangerschaftsabbruchs
2.1. Juristische Aspekte in Deutschland vor 1993
2.2. Juristische Aspekte in Deutschland nach 1993
2.3. Juristische Aspekte in anderen Ländern
3. Die verschiedenen Methoden des Schwangerschaftsabbruchs
3.1. Methoden vor Vollendung der 12. Schwangerschaftswoche
3.2. Medizinische Methoden nach der 12. Schwangerschaftswoche
3.3. Illegale / gefährliche Vorgehensweisen
4. Mögliche Beweggründe für einen Abbruch
5. Folgen und Komplikationen nach einem Abbruch
5.1. Psychische Folgen
5.2. Physische Folgen
5.3. Positive Folgen der Entscheidung
6. Religiöse Positionen / Sichtweisen
6.1. Die christliche Sichtweise
6.2. Die jüdische Sichtweise
6.3. Die muslimische Sichtweise
6.4. Die buddhistische Sichtweise
6.5. Die hinduistische Sichtweise
7. Weitere ethische Aspekte
8. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit von Schwangerschaftsabbrüchen unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen, medizinischer Methoden sowie der unterschiedlichen religiösen und moralischen Positionen. Ziel ist es, eine objektive Auseinandersetzung mit dieser kontroversen Thematik zu ermöglichen.
- Rechtliche Historie und aktuelle Gesetzeslage in Deutschland
- Medizinische Vorgehensweisen bei Schwangerschaftsabbrüchen
- Individuelle und soziale Beweggründe für einen Abbruch
- Psychische und physische Auswirkungen auf die Frau
- Religiöse Bewertung des Schwangerschaftsabbruchs in fünf Weltreligionen
Auszug aus dem Buch
6.1. Die christliche Sichtweise
Bereits in Kapitel zwei habe ich erwähnt, dass sich die katholische Kirche mehrfach vehement gegen Schwangerschaftsabbrüche einzusetzen wusste. Sowohl die katholische, als auch die protestantische Lehre äußern sich prinzipiell gegen einen Abbruch einer Schwangerschaft. Jedoch ist es in der evangelischen Sichtweise gerechtfertigt, ein Kind abzutreiben, sofern die Schwangerschaft Resultat einer Vergewaltigung ist, das Kind behindert ist, oder die körperliche oder seelische Gesundheit der Mutter gefährdet. Somit lässt die evangelische Position einen Abbruch aufgrund einer absolut ausweglosen Situation der Frau zu. Eine manifestere Position dazu weißt die katholische Kirche auf.
Das fünfte Gebot „Du sollst nicht töten!“ wird als Grundlage der Auffassung verstanden. Ab dem Zeitpunkt der Nidation sprechen Christen von einem Menschen, somit fällt eine Abtreibung hier eindeutig unter den Aspekt „Mord“. Da die Bibel leider keine Suchfunktion aufweist, sind wir als Christen dazu aufgefordert, uns am Handeln Jesu und den von Gott gegebenen Hinweisen zu orientieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Kontroverse um Schwangerschaftsabbrüche und definiert die zentrale Fragestellung nach der ethischen Vertretbarkeit.
2. Juristische Aspekte des Schwangerschaftsabbruchs: Dieser Abschnitt erläutert die historische Entwicklung des § 218 in Deutschland sowie die heutige Gesetzeslage und vergleicht diese kurz mit internationalen Beispielen.
3. Die verschiedenen Methoden des Schwangerschaftsabbruchs: Hier werden medizinische Verfahren wie die Saugkürettage und medikamentöse Abbrüche sowie gefährliche illegale Methoden beschrieben.
4. Mögliche Beweggründe für einen Abbruch: Das Kapitel listet verschiedene persönliche und medizinische Faktoren auf, die Frauen zu einem Schwangerschaftsabbruch bewegen können.
5. Folgen und Komplikationen nach einem Abbruch: Hier wird differenziert auf mögliche psychische und physische Langzeitfolgen sowie auf die von Befürwortern angeführten positiven Aspekte eingegangen.
6. Religiöse Positionen / Sichtweisen: Eine Analyse der Haltungen der fünf Weltreligionen (Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus) zum Thema Abtreibung.
7. Weitere ethische Aspekte: Zusammenfassende ethische Überlegungen zur moralischen Schutzbedürftigkeit menschlichen Lebens ab dem Zeitpunkt der Nidation oder Fertilisation.
8. Schlussbemerkung: Die Autorin reflektiert ihre eigene Positionierung und unterstreicht die Notwendigkeit unterstützender Hilfsangebote für Frauen in Konfliktsituationen.
Schlüsselwörter
Schwangerschaftsabbruch, § 218, Ethik, Abtreibungsdebatte, Medizin, Religionsgemeinschaften, Indikation, Lebensrecht, psychische Folgen, physische Folgen, Nidation, katholische Kirche, Konfliktberatung, Selbstbestimmung, Pränataldiagnostik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das ethisch und rechtlich hoch umstrittene Thema des Schwangerschaftsabbruchs in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die Untersuchung umfasst die rechtliche Entwicklung, medizinische Methoden, individuelle Gründe für einen Abbruch, medizinische Folgen sowie die religiöse Einordnung der Problematik.
Was ist das primäre Ziel der Seminararbeit?
Das Ziel ist es, die Frage zu klären, wann und unter welchen Bedingungen ein Schwangerschaftsabbruch ethisch vertretbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer inhaltlichen Auswertung rechtlicher, medizinischer und religiöser Texte und Statistiken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine juristische Bestandsaufnahme, eine methodische Übersicht der Abbrüche, eine Betrachtung der Beweggründe sowie eine detaillierte Analyse religiöser Positionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselwörter sind unter anderem Schwangerschaftsabbruch, § 218, Lebensrecht, medizinische Indikation, Konfliktberatung und ethische Verantwortung.
Wie unterscheidet sich die evangelische von der katholischen Haltung?
Während beide Kirchen den Abbruch grundsätzlich ablehnen, lässt die evangelische Lehre Ausnahmen bei Vergewaltigung, Behinderung oder Gesundheitsgefährdung zu, wohingegen die katholische Kirche eine deutlich strengere Position vertritt.
Welche Bedeutung haben die sogenannten Beratungsscheine für die katholische Kirche?
Die Ausstellung von Beratungsscheinen führte zu internen kirchlichen Konflikten, da dies als indirekte Beteiligung an einer straffreien Abtreibung gewertet wurde, was letztlich zur Gründung von „Donum vitae“ führte.
Welche Rolle spielt das „Karma“ im Buddhismus und Hinduismus bei dieser Debatte?
In beiden Religionen ist das Töten mit negativen karmischen Folgen verbunden, was die Abtreibungsproblematik für die Handelnden und Ärzte zu einem komplexen ethischen Dilemma macht.
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- Stefanie Weber (Author), 2019, Ist ein Schwangerschaftsabbruch ethisch vertretbar? Verschiedene ethische und religiöse Positionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/468570