Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Vergleich vom Selbst- und Fremdbild des Führungsverhaltens der Autorin und ihrer Kollegen, die selbst Führungskräfte sind, zu analysieren. Die Autorin dieser Arbeit möchte aufzeigen, dass das eigene Selbstbild in Bezug auf das Führungsverhalten, nicht mit dem Fremdbild der Mitarbeiter, welches sich die Mitarbeiter bilden, übereinstimmt. Viele Einflussfaktoren beeinflussen die Wahrnehmung eines Menschen, da jede Person unterschiedliche Verhaltensweisen ihres Partners aufnimmt.
Die dynamischen und komplexen Veränderungen von heute stellen ganz neue Herausforderungen an die Führungskräfte von Unternehmen. Dabei liegt der Fokus vor allem auf sozialen Kompetenzen. Studien beweisen, dass das Führungsverhalten der Führungskraft einen großen Einfluss auf den Erfolg und die Zufriedenheit der Mitarbeiter hat. Eine mitarbeiter- und beziehungsorientierte Führung kann gesichert werden, wenn das tatsächliche Führungsverhalten mit dem Idealbild des Mitarbeiters übereinstimmt. Hierbei spielt das Selbstbild und die Fremdwahrnehmung eine wichtige Rolle. Wie werden unmittelbare Vorgesetzte von ihren Mitarbeitern wahrgenommen und wie schätzen die Führungskräfte ihre Führungsfähigkeiten ein?
Es wird darauf hingewiesen, dass die Perspektive des Mitarbeiters sehr effizient für eine nachhaltige Zusammenarbeit ist. Für eine erfolgreiche Erreichung der vorgegebenen Ziele bedarf es der Einsicht, dass ein stark kontrollierendes Führungsverhalten den Mitarbeitern gegenüber nicht gelingen kann. Die Rolle des Vorgesetzten muss sich vom Macher und Kontrolleur zu der des Coachs und Beraters wandeln, um eine langzeitige beziehungsorientierte, effiziente Zusammenarbeit zu sichern. Dabei ist die Selbsteinschätzung und die Fremdwahrnehmung ein wichtiger Ansatzpunkt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen personalbezogener Führung
2.1 Soziale Kompetenz und Empathie
2.2 Führungsverhalten
2.2.1 Unterschiede im Führungsverhalten
2.2.2 Führungsmerkmale
2.2.2.1 Personenorientierte Merkmale
2.2.2.2 Aufgabenorientierte Merkmale
3 Selbst- und Fremdwahrnehmung
3.1 Definition Selbstbild und Fremdbild
3.1.1 Einflussfaktoren Selbstbild
3.1.2 Einflussfaktoren Fremdbild
3.2 Personenwahrnehmung im Alltag
3.3 Wahrnehmungsprozess
4 IST-Analyse im Unternehmen (Empirie)
4.1 Evaluierung von Führungsinstrumenten im Unternehmen
4.2 Befragung der Teilnehmer – Führungskräfte
4.3 Beschreibung vorhandener Methoden
4.4 Ergebnisse
4.4.1 Selbstbild vs. Fremdbild
4.4.1.1 Selbsteinschätzung
4.4.1.2 Diskrepanzen
4.5 Methoden zur Diskrepanzreduktion
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Diskrepanzen zwischen der Selbstwahrnehmung von Führungskräften und dem Fremdbild ihrer Mitarbeiter, um die Bedeutung sozialer Kompetenzen für einen nachhaltigen Führungserfolg zu verdeutlichen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie sich Selbst- und Fremdeinschätzungen bei berufserfahrenen Führungskräften unterscheiden und welche Methoden zur Reduktion dieser Wahrnehmungsunterschiede beitragen können.
- Grundlagen der personalbezogenen Führung und Führungspsychologie
- Analyse psychologischer Wahrnehmungsprozesse und ihrer Einflussfaktoren
- Empirische IST-Analyse in einem spezifischen Unternehmenskontext
- Evaluierung von Führungsinstrumenten und Feedbackkultur
- Strategien zur Diskrepanzreduktion durch 360°-Feedback und Selbstreflexion
Auszug aus dem Buch
3.3 Wahrnehmungsprozess
Kebeck ist der Meinung, dass Personen vor allem auf frühere Erfahrungen in ihrer Wahrnehmungsumwelt zurückgreifen um zu einer eindeutigen Interpretation zu kommen. 39
Neissers Wahrnehmungsprozess besteht aus zwei Phasen: Die „präattentive“ Wahrnehmung umfasst alle Prozesse, die vor eine bewusste Verarbeitung von Informationen ablaufen. Die Schemata die auf frühere Wahrnehmungen basieren, haben die Funktion, die wahrgenommenen Inhalte anhand erster sensorischer Informationen vorwegzunehmen.
In der zweiten Phase, der attentiven Wahrnehmung, wird die Verarbeitung der Informationen gesteuert. Attentiv bedeutet, selbst zu entscheiden, was ich wahrnehme. Schlussendlich bestimmt das aktivierte Schema unsere Wahrnehmung. Neisser ist der Meinung, dass wir nach bestimmten Informationen suchen, während andere Informationen ausselektiert und ignoriert werden. 40
Die selektive Wahrnehmung besteht aus drei Stufen. Zuerst wird die zu prüfende Fokusperson in ein gewisses Schema eingeordnet. Alle weiteren Informationen werden mit dieser Einordnung verglichen. Schlussendlich wird die Zuordnung abgeschlossen. Irrelevante Informationen werden ausselektiert und gefiltert. Somit werden widersprechende Informationen die nicht zum eigenen Abbild passen, blockiert und nicht zugelassen. So entstehen oft Vorurteile, die unsere Wahrnehmung beeinflussen.41
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Selbst- und Fremdwahrnehmung für den Führungserfolg dar und definiert das Ziel, Diskrepanzen zwischen dem Führungsverhalten der Autorin und dem Fremdbild der Mitarbeiter zu analysieren.
2 Grundlagen personalbezogener Führung: Dieses Kapitel erläutert die wesentlichen Eigenschaften einer Führungskraft, insbesondere soziale Kompetenz und Empathie, sowie unterschiedliche Ansätze des Führungsverhaltens.
3 Selbst- und Fremdwahrnehmung: Hier werden die theoretischen Begriffsdefinitionen von Selbst- und Fremdbild sowie die psychologischen Wahrnehmungsprozesse im Alltag inklusive ihrer Einflussfaktoren detailliert dargelegt.
4 IST-Analyse im Unternehmen (Empirie): Im Kernstück der Arbeit werden bestehende Führungsinstrumente evaluiert und durch eine quantitative Befragung von Führungskräften und Mitarbeitern empirisch auf Diskrepanzen zwischen Selbst- und Fremdbild untersucht.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die empirischen Erkenntnisse zusammen, bewertet die Diskrepanzen der untersuchten Führungskräfte und gibt Handlungsempfehlungen zur Implementierung umfassenderer Feedbackinstrumente.
Schlüsselwörter
Selbstbild, Fremdbild, Führungsverhalten, Wahrnehmungsprozess, Soziale Kompetenz, Empathie, Diskrepanzreduktion, Führungskräfte, Mitarbeiterbefragung, Feedback, Unternehmensführung, Personalmanagement, Führungspsychologie, 360-Grad-Feedback, Wahrnehmungsfehler
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Selbst- und Fremdwahrnehmung von Führungsverhalten bei berufserfahrenen Führungskräften innerhalb eines Unternehmens.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die Grundlagen der personalbezogenen Führung, die theoretischen Aspekte der Personenwahrnehmung und die empirische Überprüfung der Diskrepanz zwischen Selbstbild der Führungskraft und dem Fremdbild der Mitarbeiter.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Ziel ist es, einen Vergleich zwischen dem Selbstbild der Autorin und ihrer Kollegen und dem Fremdbild ihrer Mitarbeiter zu ziehen, um bestehende Diskrepanzen aufzudecken und Methoden zu deren Reduktion zu erarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Datenerhebung verwendet?
Die Autorin hat sich für ein quantitatives Verfahren entschieden, bei dem vier Führungskräfte und deren unterstellte Mitarbeiter mittels eines geschlossenen Fragebogens befragt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Führung und Wahrnehmung sowie eine empirische IST-Analyse, in der bestehende Führungsinstrumente evaluiert und Umfrageergebnisse zur Selbsteinschätzung und Fremdwahrnehmung analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zu den prägenden Begriffen gehören Selbst- und Fremdbild, Führungsverhalten, Wahrnehmungsfehler, Diskrepanzreduktion und Feedbackkultur.
Wie unterscheiden sich "Realisten" von "Überschätzern" im Kontext dieser Studie?
Realisten zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Selbsteinschätzung mit der Beurteilung durch die Feedbackgeber (Mitarbeiter) übereinstimmt, während Überschätzer ihre eigenen Kompetenzen im Vergleich zur Fremdwahrnehmung signifikant besser einschätzen.
Welchen Einfluss haben intrapersonelle Faktoren auf die Wahrnehmung laut Autorin?
Intrapersonelle Faktoren wie selektive Aufmerksamkeit, Selbstreflexion und der "Above-average"-Effekt können zu Wahrnehmungsverzerrungen führen, die eine realistische Einschätzung des eigenen Führungsverhaltens erschweren.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Selbst- und Fremdwahrnehmung und Führungsverhalten, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/468478