In der folgenden Ausarbeitung wird sich insbesondere mit einer Fragestellung auseinandergesetzt: Ist Kampfsport ein "Männersport"? Hierbei wird weniger auf Mitgliederzahlen oder die Zusammensetzung in verschiedenen Trainingsgruppen eingegangen. Vielmehr werden Motive der Kampfsportlerinnen dargestellt und in Bezug zur Darstellung in den Medien gesetzt. Das soziale Geschlecht spielt dabei eine vorrangige Rolle.
Um die Frage beantworten zu können, ist es notwendig zu verstehen, welche "Arten" des Geschlechts bestehen und was sich alles hinter "Kampfsport" verbirgt. Diese Ausdifferenzierung wird folglich vorgenommen. Anschließend lässt sich "Kampfsport" als Gesamtheit der darunter zu verstehenden Begrifflichkeiten sehen. Des Weiteren wird sich mit Zuschreibungen von Eigenschaften bezüglich des Geschlechts und verschiedener Kampfsportarten befasst sowie Motiven des Einstiegs und der Fortführung solcher. Als nächstes folgt ein Einblick in die Darstellung der Medien, bevor abschließend Bezug zur Fragestellung genommen wird und ein Ausblick vorgenommen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Soziales Geschlecht
2.2 Kampfsport
2.3 Kampfkunst
2.4 Selbstverteidigung
2.5 Zwischenfazit
3 Zugeschriebene Eigenschaften von Frauen und Männern sowie Kampfsport, Kampfkunst und Selbstverteidigung
3.1 Soziale Konstruktion des Frauenbildes
3.2 Soziale Konstruktion des Männerbildes
3.3 Kampfsport
3.4 Kampfkunst
3.5 Selbstverteidigung
4 Motive der Kampfsportlerinnen
5 Darstellung der Kampfsportlerinnen
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob Kampfsport nach wie vor als „Männersport“ klassifiziert werden kann, und analysiert hierfür das komplexe Zusammenspiel zwischen geschlechtsspezifischen Zuschreibungen, den Motiven der Sportlerinnen sowie der medialen Repräsentation von Frauen im Kampfsport.
- Soziale Konstruktion von Geschlechterrollen und Stereotypen
- Begriffsabgrenzung zwischen Kampfsport, Kampfkunst und Selbstverteidigung
- Empirische Untersuchung der Einstiegs- und Fortführungsmotive
- Analyse der medialen Darstellung und gesellschaftlichen Wahrnehmung von Kampfsportlerinnen
Auszug aus dem Buch
Soziale Konstruktion des Frauenbildes
Hollstein (1993, S. 27) stellt in seinem Buch „Der Kampf der Geschlechter“ dar, dass Frauen in den 1970er und 1980er Jahren Gefühle zeigen und Liebesobjekte befriedigen sollten. Außerdem wird Frauen das Zeigen von Verständnis und die Sorge um andere Menschen zugeschrieben. „Schön“, „einfühlsam“ und „anmutig“ sollten ebenfalls zu den Eigenschaften der Frauen zählen.
Merkmale der Feminität werden von Eckes als „expressiv“ beschrieben. Auch er nennt eine Reihe von Eigenschaften: „‚abhängig‘, ‚verständnisvoll‘, ‚emotional‘, ‚sanft‘, ‚warmherzig‘, ‚gesprächig‘ und ‚anlehnungsbedürftig‘“ (Eckes, 1997, S. 58f.).
Frauen wird seltener die Eigenschaft der „Aggressivität“ zugeschrieben. Dies bezieht sich auf physische Aggressionen, nicht aber auf psychische bzw. verbale Aggressionen. Auf einige Merkmale geht Eckes genauer ein. So beschreibt er beispielsweise, dass nonverbales Verhalten bei Frauen stärker ausgeprägt sei, als bei Männern. Frauen erkennen und benutzen Mimik und Gestik besser bzw. häufiger. Darauf verweist die Bezeichnung der „Expressivität“ der Frauen. Zudem werden Frauen als einfühlsamer bezeichnet (Eckes, 1997, S. 42ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, problematisiert die Verknüpfung von Kampfsport mit Männlichkeit und umreißt die Zielsetzung der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe „Soziales Geschlecht“, „Kampfsport“, „Kampfkunst“ und „Selbstverteidigung“ und stellt deren theoretischen Rahmen dar.
3 Zugeschriebene Eigenschaften von Frauen und Männern sowie Kampfsport, Kampfkunst und Selbstverteidigung: Hier werden geschlechterspezifische Stereotypen untersucht und auf die verschiedenen Disziplinen des Kampfsports angewendet.
4 Motive der Kampfsportlerinnen: Das Kapitel analysiert empirisch, warum Frauen sich für den Kampfsport entscheiden und welche Beweggründe bei verschiedenen Stilen vorherrschen.
5 Darstellung der Kampfsportlerinnen: Es wird untersucht, wie Medien Kampfsportlerinnen inszenieren und inwiefern dies mit dem Selbstbild der Sportlerinnen korrespondiert.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Einordnung als „Männersport“ aufgrund der Vielschichtigkeit der Motive und gesellschaftlicher Entwicklungen nicht eindeutig zu bestätigen oder zu verneinen ist.
Schlüsselwörter
Kampfsport, Geschlecht, Männlichkeit, Weiblichkeit, Stereotypen, Soziale Konstruktion, Motive, Selbstverteidigung, Kampfkunst, Medien, Sport, Gender, Aggression, Sportsoziologie, Selbstbild
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen Kampfsport und dem sozialen Geschlecht, um zu hinterfragen, ob die häufige Assoziation von Kampfsport als „Männersport“ wissenschaftlich haltbar ist.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Konstruktion von Geschlechterbildern, den unterschiedlichen Ausprägungen von Kampfsport, Kampfkunst und Selbstverteidigung sowie den Motiven von Frauen im Training.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Ist Kampfsport tatsächlich ein ‚Männersport‘?“
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse existierender Fachliteratur und psychologischer Studien zu Motiven und Geschlechterrollen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Analyse von Geschlechterzuschreibungen, eine Untersuchung der sportlichen Motive sowie eine kritische Betrachtung der medialen Repräsentation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Kampfsport, Soziales Geschlecht, Männlichkeit/Weiblichkeit, Selbstverteidigung und Sportsoziologie.
Welche Rolle spielen die Medien bei der Wahrnehmung von Kampfsportlerinnen?
Die Arbeit zeigt, dass Medien oft ein traditionelles und teils maskulin geprägtes Bild transportieren, das häufig von den tatsächlichen Intentionen und Identitäten der trainierenden Frauen abweicht.
Verändern sich die Motive der Kampfsportlerinnen im Laufe der Zeit?
Ja, laut den angeführten Studien wandeln sich die Motive durch persönliche Erfahrungen und das Alter; während zu Beginn oft Selbstverteidigung im Vordergrund steht, gewinnen soziale Faktoren und Fitness später an Bedeutung.
- Quote paper
- Christopher Stein (Author), 2018, Motive und Darstellung von KampfsportlerInnen in Bezug zum sozialen Geschlecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/468109