Für viele Berufe – auch den des Übersetzers und Dolmetschers – ist der Erwerb von Textkompetenz eine Notwendigkeit. Darunter versteht man die Fähigkeit, sich fremde Texte geistig zu Eigen zu machen und eigene Texte zu erstellen. Die Textkompetenz lässt sich üben durch das Studium der linguistischen Textanalyse, die die Struktur (grammatischer und thematischer Aufbau) und die kommunikative Funktion eines Textes untersucht. So werden Einsichten in die Regelhaftigkeit der Textbildung und des Textverstehens vermittelt. Zunächst ist daher die Frage zu untersuchen, was unter einem Text zu verstehen ist und was eine Wortfolge zum Text macht. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Bedingungen, die eine Folge von Wörtern erfüllen muss, um als Text bezeichnet zu werden. Man fasst diese Bedingungen unter dem Begriff Textualität (Textlichkeit, Texthaftigkeit) zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der vorwissenschaftliche Textbegriff
3. Der linguistische Textbegriff
4. Einführung des Begriffs „Textualität“
5. Die sieben Textualitätskriterien
5.1 Kohäsion
5.2 Kohärenz
5.3 Intentionalität
5.4 Akzeptabilität
5.5 Informativität
5.6 Situationalität
5.7 Intertextualität
6. Gesamtheit der Textualitätskriterien
7. Vorläufige Definition des Textbegriffs
8. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Bedingungen, die eine Abfolge von Wörtern erfüllen muss, um als Text definiert zu werden, und analysiert hierbei den wissenschaftlichen Begriff der Textualität.
- Gegenüberstellung von vorwissenschaftlichem und linguistischem Textverständnis
- Einführung in das Konzept der Textualität nach De Beaugrande und Dressler
- Detaillierte Analyse der sieben Kriterien der Textualität (Kohäsion, Kohärenz, etc.)
- Diskussion über die Relevanz von Kohärenz als zentrales Kriterium der Textbildung
Auszug aus dem Buch
5.1 Kohäsion
Die Kohäsion beschreibt einen Textzusammenhang durch formale Mittel der Grammatik. Zu diesen Mitteln der Textverknüpfung gehören unter anderem: Konjunktionen (Verbindungen wie: und, denn, weil, oder, daher, danach und andere), die Wortfolge, Rekurrenz (Wiederholung), der grammatisch richtige Satzbau und die Wiederaufnahme von Begriffen durch z.B. Pronomen oder andere Substantive.
Bsp. für Konjunktionen: Peter spielte im Schnee. Er bekam einen Schnupfen. Peter spielte im Schnee. Daher bekam er einen Schnupfen. Peter spielte im Schnee. Danach bekam er einen Schnupfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert die Notwendigkeit von Textkompetenz und führt die grundlegende Forschungsfrage nach den Bedingungen für die Textualität ein.
2. Der vorwissenschaftliche Textbegriff: Erläutert das Alltagsverständnis von „Text“ und vergleicht Definitionen aus verschiedenen Lexika.
3. Der linguistische Textbegriff: Unterscheidet zwischen sprachsystematisch ausgerichteter und kommunikationsorientierter Textlinguistik.
4. Einführung des Begriffs „Textualität“: Erklärt den Begriff als Gesamtheit der Eigenschaften, die einen Text ausmachen, basierend auf De Beaugrande und Dressler.
5. Die sieben Textualitätskriterien: Detaillierte Darstellung der Kriterien Kohäsion, Kohärenz, Intentionalität, Akzeptabilität, Informativität, Situationalität und Intertextualität.
6. Gesamtheit der Textualitätskriterien: Kritische Auseinandersetzung mit der Relevanz der einzelnen Kriterien und der Sonderrolle der Kohärenz.
7. Vorläufige Definition des Textbegriffs: Diskutiert die Problematik der Abgrenzung von Text und Nicht-Text und betont die Rolle des Rezipienten.
8. Zusammenfassung: Fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und schließt mit der Erkenntnis, dass eine abschließende Definition des Textbegriffs schwer zu fassen ist.
Schlüsselwörter
Text, Textualität, Textlinguistik, Kohäsion, Kohärenz, Intentionalität, Akzeptabilität, Informativität, Situationalität, Intertextualität, Kommunikationsfunktion, Textkompetenz, Textanalyse, Textproduzent, Rezipient.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der linguistischen Definition eines Textes und der Frage, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit eine Wortfolge als Text wahrgenommen wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert auf den Wandel vom vorwissenschaftlichen zum linguistischen Textverständnis sowie auf die sieben zentralen Textualitätskriterien nach De Beaugrande und Dressler.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es, den Begriff der Textualität als Bedingungsgefüge für Textlichkeit zu erläutern und eine integrative Definition des Textes zu erarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Textanalyse, die auf der Auswertung etablierter fachsprachlicher Quellen und linguistischer Ansätze basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Textbegriffs aus Sicht verschiedener Disziplinen und die detaillierte Vorstellung der sieben Kriterien, die Textualität erzeugen.
Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter für diese Untersuchung?
Die zentralen Begriffe sind Kohäsion und Kohärenz, die im Kontext der Textualität als maßgebliche Faktoren für die Struktur und den Sinnzusammenhang von Texten identifiziert werden.
Wie unterscheidet sich die sprachsystematische von der kommunikationsorientierten Textlinguistik?
Die sprachsystematische Ausrichtung betrachtet den Text vor allem als grammatikalisch verknüpfte Satzfolge, während die kommunikationsorientierte Sicht den Text als komplexe sprachliche Handlung zur Erreichung eines kommunikativen Ziels definiert.
Welches Kriterium gilt laut Heinz Vater als das wichtigste für Textualität?
Heinz Vater identifiziert die Kohärenz als das dominierende Kriterium; seiner Ansicht nach reicht sie unter Umständen aus, um Textualität zu erzeugen, selbst wenn andere Kriterien vernachlässigt werden.
- Arbeit zitieren
- Marius Müller-Falcke (Autor:in), 2003, Was macht den Text zum Text? Grundlagen der Textualität, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/46744