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Zur Shop-Startseite › Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen

Das Paradigma der Kommunikation in neueren soziologischen Theorien - Niklas Luhmann und Jürgen Habermas

Zwei konträre Ansätze der Konzeptualisierung der gesellschaftlichen Basisoperation Kommunikation - zwischen Verstehen und Verständigung

Titel: Das Paradigma der Kommunikation in neueren soziologischen Theorien - Niklas Luhmann und Jürgen Habermas

Hausarbeit , 2005 , 17 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Holger Bertsch (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Literatur lassen sich eine unüberschaubare Fülle von Definitionen von Kommunikation finden. Dies reicht vom klassischen Modell (Sender-Nachricht-Kanal-Empfänger) von Shannon /Weaver 1, welches auch in den Sozialwissenschaften breit rezipiert wurde, bis zu den neueren Entwürfen, die mit den Namen Schulz von Thun, Watzlawick oder Rogers verbunden sind. Die Soziologie jedoch wurde über lange Zeit als Handlungswissenschaft verstanden2. Im Anschluss an die Arbeiten von George Herbert Mead veränderte sich jedoch die Sichtweise auf das soziale Phänomen Kommunikation. Zögerlich verschoben sich die Perspektiven auch in der Soziologie, von der Handlung hin zur Kommunikation als Grundprinzip der gesellschaftlichen Organisation. Soziologisch fundierte Kommunikationsbegriffe werden jedoch erst durch Habermas um 1970 und Luhmann um 1975 in die Theoriebildung integriert. Nicht umsonst werden diese beiden Soziologen als die Protagonisten respektive auch Antagonisten der neueren deutschen Soziologie bezeichnet. Ihre Ansätze wurden und werden in Deutschland heftig diskutiert und auch sie selbst begaben sich in diese Debatte, die unter dem Namen Frankfurt-Bielefeld-Kontoverse für einiges aufsehen sorgte und in der sie ihre verschiedenen Ansätze und Positionen vertraten und gegeneinander stellten. Ihre Konzepte, das zeigt sich auch und vor allem in ihrer Auffassung von Kommunikation, am profiliertesten entlang der Begriffe Verständigung (Habermas) und Verstehen (Luhmann), unterscheiden sich in vielen grundlegenden Positionen. Gerade weil die beiden Theoretiker einen Paradigmenwechsel in der Soziologie, durch die kommunikationstheoretische Fundierung ihrer Theorien einläuteten, ist es interessant die beiden Entwürfe herauszuarbeiten und gegeneinander zustellen. Dies soll auch die Zielsetzung dieser Arbeit sein. Meine Vorgehensweise ist dabei, zuerst die Theorie von Habermas darzustellen, um dann Luhmanns Entwurf nachzuzeichnen und daran anschließend die beiden Ansätze zu vergleichen und die Unterschiede herauszuarbeiten. Den Schwerpunkt meiner Erörterungen lege ich dabei auf die jeweilige Konzeptionierung von Kommunikation, Verständigung vs. Verstehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG, ÜBERBLICK, FRAGESTELLUNG

2. JÜRGEN HABERMAS: KOMMUNIKATIVES HANDELN

2.1. VON DER HANDLUNG ZUR KOMMUNIKATION

2.2. KOMMUNIKATION UND SPRACHE

2.2.1. DER DISKURS

2.2.2. KRITERIEN DER GÜLTIGKEIT BZW. INTERSUBJEKTIVITÄT

2.3. VERSTÄNDIGUNG ALS ELEMENT SOZIALER INTEGRATION VON SUBJEKTEN

2.4. HABERMAS KONZEPTION DER GESELLSCHAFT –ERSCHAFFUNG DES ORTES DES HERRSCHAFTSFREIEN DISKURSES

2.4.1. SYSTEM

2.4.2. LEBENSWELT

2.5. ZUSAMMENFASSUNG

3. NIKLAS LUHMANN: KOMMUNIKATION ALS KONSTITUTIONSELEMENT SOZIALER SYSTEME

3.1. DIE UNWAHRSCHEINLICHKEIT DER KOMMUNIKATION

3.2. BESTIMMUNG DES LUHMANNSCHEN KOMMUNIKATIONSBEGRIFFS

3.3. DIE KOMMUNIKATIONSMEDIEN

3.4. SYSTEMBILDUNG UND KOMMUNIKATION

3.5. ZUSAMMENFASSUNG

4. GEMEINSAMKEITEN UNTERSCHIEDE DER BEIDEN GESELLSCHAFTSKONZEPTIONEN

4.1. KOMMUNIKATION, VERSTÄNDIGUNG, VERSTEHEN

5. SCHLUSSBEMERKUNGEN, KRITIK

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Paradigmenwechsel in der Soziologie hin zur Kommunikation als zentrales Element der gesellschaftlichen Organisation. Das primäre Ziel ist es, die konträren theoretischen Entwürfe von Jürgen Habermas und Niklas Luhmann hinsichtlich ihrer Konzeption von Kommunikation gegenüberzustellen, zu analysieren und zu vergleichen.

  • Gegenüberstellung der Ansätze von Habermas (Verständigung) und Luhmann (Verstehen)
  • Analyse der Rolle von Sprache als Medium der gesellschaftlichen Integration
  • Untersuchung des Dualismus von System und Lebenswelt bei Habermas
  • Darstellung der Systemtheorie und der autopoietischen Kommunikation bei Luhmann
  • Diskussion der Konzepte von sozialer Ordnung und dem Problem der doppelten Kontingenz

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation

Mit der Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation ist angesprochen, dass nicht vorausgesetzt werden kann, dass sich Sender (bei Luhmann: Alter) und Empfänger ( Ego) überhaupt verstehen können bzw. müssen. Dies ist der Situation der sogenannten doppelten Kontingenz geschuldet, was besagt, dass beide Kommunikationsteilnehmer voneinander wissen, dass sie auch anders hätten handeln können. Jede Selektion auf Seiten von Alter, der aus seinen Gedanken eine Information selegiert und dann entscheidet, wie und auf welchem Weg er diese Ego mitteilt ist kontingent, hätte also genauso völlig anders ausfallen können. Diese Kontingenz gilt auch für Ego, der die mitgeteilte Information selektiv wahrnimmt. Diese offene Situation ist so höchst anfällig für „Störungen“ und „Ablenkungen“ auf beiden Seiten, so dass es in der Tat unwahrscheinlich ist, dass Ego eine Anschlusskommunikation an Alters Kommunikationsofferte finden und so ein soziales System entstehen kann.

Im Gegensatz zu Habermas, der die These vertritt, dass in der Kommunikation Sinn übertragen wird, kommt Luhmann zu dem Schluss, dass dies nicht der Fall sein kann. Aus seiner Sicht wird Sinn von den psychischen Systemen (Menschen) und den sozialen Systemen zwar als komplexitätsreduzierende Selektionsleistung prozessiert, aber übertragbar sei Sinn keinesfalls. Sinn kann nur als Selektionsofferte verstanden werden, die sowohl angenommen als auch abgelehnt, bzw. verstanden oder missverstanden werden kann. Wer könne schließlich ermitteln bzw. die Entscheidung treffen ob der von Alter gemeinte Sinn bedeutungsidentisch bei Ego ankommt? Die Luhmannsche Abwehr gegen die Übertragbarkeit von Sinn innerhalb der Kommunikation, macht Verstehen insgesamt zur höchst prekären Situation und schließt Verständigung im Habermasschen Sinne aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG, ÜBERBLICK, FRAGESTELLUNG: Die Einleitung führt in die soziologische Kommunikationsdebatte ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Ansätze von Habermas und Luhmann zu vergleichen.

2. JÜRGEN HABERMAS: KOMMUNIKATIVES HANDELN: Dieses Kapitel erläutert Habermas' Fokus auf Sprache und verständigungsorientiertes Handeln innerhalb der Lebenswelt als Bedingung für soziale Integration.

3. NIKLAS LUHMANN: KOMMUNIKATION ALS KONSTITUTIONSELEMENT SOZIALER SYSTEME: Hier wird Luhmanns systemtheoretischer Ansatz dargestellt, der Kommunikation als autopoietischen Prozess ohne notwendige Sinnübertragung definiert.

4. GEMEINSAMKEITEN UNTERSCHIEDE DER BEIDEN GESELLSCHAFTSKONZEPTIONEN: Das Kapitel vergleicht die fundamentalen Unterschiede zwischen Habermas' normativer Handlungstheorie und Luhmanns funktionalistischer Systemtheorie.

5. SCHLUSSBEMERKUNGEN, KRITIK: Den Abschluss bildet eine kritische Reflexion der Konzepte sowie ein Fazit zur jeweiligen Relevanz für die soziologische Theoriebildung.

Schlüsselwörter

Kommunikation, Habermas, Luhmann, Systemtheorie, Lebenswelt, Verständigung, Verstehen, doppelte Kontingenz, soziale Integration, Diskursethik, Sinnübertragung, autopoietische Systeme, Handlungstheorie, soziale Ordnung, Paradigmenwechsel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den unterschiedlichen soziologischen Konzeptionen von Kommunikation bei Jürgen Habermas und Niklas Luhmann und deren Bedeutung für die Gesellschaftstheorie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Begriffe Verständigung (Habermas) und Verstehen (Luhmann) sowie die Frage, wie soziale Ordnung durch Kommunikation entsteht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die konträren theoretischen Ansätze der beiden Soziologen herauszuarbeiten, miteinander zu vergleichen und die Unterschiede in der jeweiligen Gesellschaftskonzeption aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse der theoretischen Hauptwerke von Habermas und Luhmann, um deren Konzepte strukturiert gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung von Habermas' Theorie des kommunikativen Handelns und Luhmanns systemtheoretischem Ansatz sowie einem vergleichenden Abschnitt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Kommunikation, Systemtheorie, Lebenswelt, Verständigung, soziale Integration und doppelte Kontingenz.

Warum lehnt Luhmann die Übertragbarkeit von Sinn ab?

Luhmann argumentiert, dass Kommunikation lediglich Selektionsofferten sind, da psychische und soziale Systeme operativ geschlossen sind und Sinn daher nicht direkt zwischen Individuen übertragen werden kann.

Was versteht Habermas unter der "Kolonialisierung der Lebenswelt"?

Dies beschreibt Habermas' Diagnose, dass formale, systemische Handlungsimperative (wie Geld und Macht) zunehmend Bereiche der lebensweltlichen Kommunikation und sozialen Integration dominieren und verdrängen.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Paradigma der Kommunikation in neueren soziologischen Theorien - Niklas Luhmann und Jürgen Habermas
Untertitel
Zwei konträre Ansätze der Konzeptualisierung der gesellschaftlichen Basisoperation Kommunikation - zwischen Verstehen und Verständigung
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,5
Autor
Holger Bertsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V46734
ISBN (eBook)
9783638438698
ISBN (Buch)
9783640522606
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Paradigma Kommunikation Theorien Niklas Luhmann Jürgen Habermas Ansätze Konzeptualisierung Basisoperation Kommunikation Verstehen Verständigung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Holger Bertsch (Autor:in), 2005, Das Paradigma der Kommunikation in neueren soziologischen Theorien - Niklas Luhmann und Jürgen Habermas, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/46734
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Leseprobe aus  17  Seiten
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