Ziel dieser Arbeit ist es mithilfe der BMC-Methode fünfzehn Branchen-Startups sowie drei weitere Branchen-Incumbents der Automobilindustrie zu analysieren. Die Branchen-Startups werden dafür auf Basis der Datenbank "Crunchbase" ausgewählt. Aufbauend auf der Geschäftsmodellanalyse der beiden Gruppen sollen dann wesentliche Trendthemen der Industrie herausgearbeitet werden, um somit einen fundierten Ausblick über die zukünftige Wertschöpfungskette der Automobilbranche liefern zu können.
Seit mehr als 100 Jahren ist die Automobilindustrie von starkem Wachstum geprägt. Selbst bedeutsame Krisen wie der Zweite Weltkrieg, die Ölkrisen I und II sowie die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 konnten der Branche keinen nachhaltigen Schaden zufügen. Laut der "International Organization of Motor Vehicle Manufacturers" erzielte die Automobilindustrie mit rund 97 Millionen abgesetzten Fahrzeugen im Jahr 2017 neue Rekordwerte und ist somit eines der zentralen Standbeine der aktuellen Weltwirtschaft. Im Zeitalter der Digitalisierung, Automatisierung und Vernetzung steht jedoch auch die Automobilbranche vor revolutionären Veränderungen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Business Model Canvas
2.2 Ausgangsituation: Aktuelle Wertschöpfungskette in der Automobilbranche
3 Geschäftsmodellanalyse der Automobilbranche
3.1 Geschäftsmodellanalyse der Branchen-Startups
3.1.1 Fahrzeugbezogene Innovation
3.1.1.1 Elektromobilität
3.1.1.2 Autonomes Fahren
3.1.2 After-Sale-Services
3.1.2.1 Handelsplattformen
3.1.2.2 Versicherung
3.1.3 Mobilitätskonzepte
3.1.3.1 Sharing Economy
3.1.3.2 Fahrdienste
3.1.3.3 Mobilitätsplattformen
3.2 Aktivitäten der Branchen-Incumbents
3.2.1 Volkswagen Konzern
3.2.2 Toyota Motor Corporation
3.2.3 Daimler AG
4 Zukünftige Entwicklung der Automobilbranche
4.1 Disruptive Branchentrends
4.1.1 Elektromobilität
4.1.2 Autonomes Fahren
4.1.3 Mobilitätsplattformen
4.1.4 Handelsplattformen
4.2 Zukünftige Wertschaffung: Erweiterung der Wertschöpfungskette
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Ziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen disruptiver Innovationen auf die Automobilbranche zu untersuchen und fundierte Aussagen über die zukünftige Gestaltung der Wertschöpfungskette abzuleiten. Dabei werden Geschäftsmodelle von Branchen-Startups und etablierten Automobilkonzernen (Incumbents) mithilfe der Business Model Canvas-Methode analysiert, um Trends wie Elektromobilität, autonomes Fahren, Mobilitätsplattformen und neue Handelsmodelle zu identifizieren.
- Analyse von Geschäftsmodellen mittels Business Model Canvas (BMC).
- Untersuchung von 15 Branchen-Startups und 3 Branchen-Incumbents (VW, Toyota, Daimler).
- Identifikation und detaillierte Betrachtung disruptiver Branchentrends.
- Ableitung der zukünftigen Wertschöpfungskette in der Automobilindustrie.
- Bewertung des Einflusses von Digitalisierung und Vernetzung auf die Branche.
Auszug aus dem Buch
3.1.2.1 Handelsplattformen
Eine Vielzahl von noch jungen Unternehmen bemüht sich derzeit um den Aufbau von großen Handelsplattformen. Über die Handelsplattform können Autos schnell und einfach gekauft bzw. verkauft werden. Solche Handelsplattform fügen sich entsprechend an das Ende der Wertschöpfungskette ein und ergänzen den in der Automobilbranche derzeitig noch sehr dominierenden Franchisehändler. Im Rahmen dieser Seminararbeit wurden BMC-Templates für die Anbieter Auto1 Group, Carvana, Vroom und Guazi.com angefertigt.
Um bei den Kunden ein Vertrauen gegenüber der Plattform zu bewirken, versichern die Anbieter, dass sie nur Autos handeln, die den eigenen Inspektionstest bestanden haben. Entscheidet sich der Kunde für den Autokauf werden zudem Testfahrtzeiträume (meist 1-2 Wochen) und Garantieleistungen angeboten. Die Garantie ist für einen bestimmten Zeitraum oder Fahrstrecke oftmals zunächst kostenlos und kann danach gegen eine Gebühr verlängert werden. Darüber hinaus werden auch weitere Finanzierungsdienstleistungen (z.B. Kredite, Leasing, Versicherung) angeboten. Für das Funktionieren dieses Geschäftsmodell ist es zudem entscheidend, dass genügend Nutzer Autos über die Plattform handeln, also kaufen und verkaufen. Entsprechend sind die Nutzer der Plattform nicht nur Kunden, sondern auch wichtige Partner. Das gilt für allem für die Option des Autoverkaufens. Diese sichert den Plattformen nämlich gleichzeitig das Angebot für den Autokauf. Entsprechend sind die Plattformanbieter bestrebt darin diesen Prozess für den Autoverkäufer möglichst einfach und schnell zu gestalten und kaufen die Autos folglich meistens selber an. Der Plattformanbieter wird somit zum Zwischenhändler, der die Autos von Privat- und Geschäftskunden ankauft und danach wieder an Privatleute oder Autohäuser verkauft. Das Ankaufen und Lagern der Autos ist der Grund, weshalb dieses Geschäftsmodell einen hohen Kapitalbedarf erfordert. Die Kundenbeziehung ist hochautomatisiert, da sie vermehrt über Onlinedienste abläuft.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wandel der Automobilindustrie und führt in das Konzept disruptiver Innovationen sowie den Business Modell Navigator (BMN) ein.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert das Business Model Canvas (BMC) als Analysewerkzeug und beschreibt die traditionelle Wertschöpfungskette in der Automobilbranche.
3 Geschäftsmodellanalyse der Automobilbranche: Dieser Hauptteil präsentiert detaillierte BMC-Analysen von Startups aus den Bereichen Produktinnovation, After-Sales und Mobilitätskonzepte sowie die strategischen Reaktionen der Incumbents VW, Toyota und Daimler.
4 Zukünftige Entwicklung der Automobilbranche: Hier werden die vier identifizierten disruptiven Branchentrends (Elektromobilität, autonomes Fahren, Mobilitätsplattformen, Handelsplattformen) analysiert und deren Auswirkungen auf die zukünftige Wertschöpfungskette prognostiziert.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Studienergebnisse zusammen und betont die zunehmende Verschmelzung von Technologie- und Automobilindustrie durch intelligente Vernetzung der vier Trends.
Schlüsselwörter
Automobilbranche, Digitale Disruption, Business Model Canvas, Elektromobilität, Autonomes Fahren, Mobilitätsplattformen, Handelsplattformen, Geschäftsmodellinnovation, Wertschöpfungskette, Startups, Incumbents, Sharing Economy, Vernetzung, CASE-Strategie, Industrie 4.0
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den fundamentalen Wandel der Automobilbranche durch digitale Disruption und analysiert, wie Startups und etablierte Konzerne ihre Geschäftsmodelle an neue Gegebenheiten anpassen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind disruptive Innovationen, insbesondere Elektromobilität, autonomes Fahren, neue Handelsplattformen für Gebrauchtwagen sowie moderne Mobilitätskonzepte wie Car- und Bike-Sharing.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aus den Analysen der Geschäftsmodelle von 15 Startups und drei Incumbents wesentliche Branchentrends abzuleiten und die daraus resultierende zukünftige Wertschöpfungskette aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt primär das Business Model Canvas (BMC) von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur, um Geschäftsmodelle strukturiert zu visualisieren und vergleichbar zu machen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Startups analysiert, gefolgt von den Strategien großer Automobilkonzerne wie VW, Toyota und Daimler, um anschließend die Treiber der industriellen Transformation zu identifizieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Automobilbranche, Digitale Disruption, Business Model Canvas, Elektromobilität, autonomes Fahren, Mobilitätsplattformen und Geschäftsmodellinnovation.
Warum ist das Business Model Canvas für diese Arbeit relevant?
Es ermöglicht eine einfache, aber aussagekräftige Darstellung der Wertschöpfungslogik verschiedener Unternehmen, wodurch Stärken, Schwächen und Kernelemente neuartiger Geschäftsideen effizient herausgearbeitet werden können.
Was bedeutet die Transformation zum „Mobilitätsdienstleister“ für die Incumbents?
Der Fokus verschiebt sich vom reinen Verkauf eines physischen Produkts hin zum Verkauf von Mobilität als Dienstleistung, was neue Einnahmequellen wie Abomodelle oder Nutzungsgebühren in den Vordergrund rückt.
Welche Rolle spielt die „letzte Meile“ bei den untersuchten Mobilitätskonzepten?
Die „letzte Meile“ ist ein kritisches Problem im urbanen Verkehr, das durch intermodale Ansätze und Sharing-Angebote wie Bike-Sharing gelöst werden soll, um eine nahtlose Mobilitätskette für den Endnutzer zu schaffen.
- Quote paper
- Cathi Seeber (Author), 2017, Digitale Disruption in der Automobilbranche, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/464073