In diesem Assignment werden der Stakeholder-Value-Ansatz und der Shareholder-Value-Ansatz vorgestellt, verglichen und deren Einfluss auf das Corporate Governance analysiert.
Für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens ist ein zielorientiertes Management unerlässlich. Über die Zielrichtung existieren allerdings verschiedene Ansichten. In fast allen Unternehmensbereichen existiert ein Spannungsfeld zwischen den Interessen der Eigenkapitalgeber und den Interessen anderer Anspruchsgruppen, beispielsweise bei Fragen des Umweltschutzes oder der Mitarbeiterbezahlung. Für den richtigen Umgang mit diesen Spannungsfeldern gibt es konkurrierende Managementprämissen. Einerseits gibt es die opportunistische Management-Philosophie, die mit dem Grundsatz einer einseitigen Anspruchsbefriedigung der Anteilseigner agiert und alle nicht gewinnorientierten Zielen aktiv ausklammert. Andererseits vertreten viele Unternehmen eine verpflichtende Management-Philosophie, die unter Einbeziehung pluralistischer Zielvorstellungen die Nutzensteigerung und Anspruchsbefriedigung aller relevanten Anspruchsgruppen eines Unternehmens und damit die Sicherung der langfristigen Überlebensfähigkeit des Unternehmens auf Basis einer akzeptierten gesellschaftlichen Verantwortung anstrebt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einführung in den Shareholder-Value-Ansatz
3. Einführung in den Stakeholder-Value-Ansatz
Verschiedene Arten der Stakeholder-Ansätze
Stakeholder-Management-Prozess
Kritik am Stakeholder-Ansatz
4. Fundamentale Unterschiede beider Ansätze
5. Implikationen für Corporate Governance
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem Shareholder-Value-Ansatz und dem Stakeholder-Value-Ansatz, um deren Auswirkungen auf die Corporate Governance zu analysieren und eine vergleichende Einordnung im Kontext moderner Unternehmensführung vorzunehmen.
- Grundlagen des Shareholder-Value-Ansatzes und dessen Fokus auf Anteilseigner
- Struktur und Prozesse des Stakeholder-Managements
- Kritische Analyse der Zielkonflikte bei pluralistischen Ansätzen
- Vergleich der fundamentalen Management-Philosophien
- Einfluss der Ansätze auf die Corporate Governance-Strukturen
Auszug aus dem Buch
Stakeholder-Management-Prozess
Der erste Schritt zum effizienten Management von Stakeholder ist die Identifikation der betroffenen Anspruchsgruppen. Das dritte St. Galler Managementmodell unterscheidet sieben verschiedene Anspruchsgruppen. In Abbildung 1 sind die Anspruchsgruppen im Modell eingezeichnet. Die sieben relevantesten Stakeholdergruppen sind die Kapitalgeber, die Kunden, die Mitarbeiter, allgemein die Öffentlichkeit mit den Medien und NGOs, der Staat, die Lieferanten und die Konkurrenz.
Freeman unterteilt die verschieden Stakeholder in interne und externe Stakeholdergruppen. Er geht dabei davon aus, dass Unternehmen inneren und äußeren Veränderungen ausgesetzt sind. Die internen Veränderungen gehen von den Aktionären und Investoren, Kunden, Personal und Lieferanten aus. Die externen Beeinflussungen werden durch Regierungen, Gemeinden oder politischen Akteure ausgelöst. Weiterhin können die Stakeholder als primär und sekundär klassifiziert werden. Je nachdem, ob sie die Wertschöpfung direkt (primär) oder nur indirekt (sekundär) beeinflussen können.
Um zu ermitteln, welche Anspruchsgruppen für eine Unternehmung am relevantesten sind, bietet es sich an eine Relevanzmatrix auszuarbeiten. Bei der Relevanzmatrix werden die Einflussmöglichkeiten und das Risikopotential für jede Anspruchsgruppe auf einer Skala von eins bis zehn festgelegt. Durch Multiplikation der beiden Werte ergibt sich der Relevanzfaktor, der angibt, welche Stakeholdergruppen priorisiert behandelt werden sollte.
Im nächsten Schritt wird ermittelt inwieweit das Unternehmen in die Lage ist, den Stakeholder zu beeinflussen. Zur Visualisierung wird eine zweidimensionale Relevanzmatrix erzeugt (vgl. Abbildung 2).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Spannungsfeld zwischen Eigenkapitalgeber-Interessen und anderen Anspruchsgruppen ein und definiert das Ziel der Arbeit.
2. Einführung in den Shareholder-Value-Ansatz: Das Kapitel erläutert das Konzept von Rappaport zur Maximierung des langfristigen Unternehmenserfolgs primär durch finanzielle Nutzenoptimierung für Anteilseigner.
3. Einführung in den Stakeholder-Value-Ansatz: Hier werden die Definition und der Prozess des Stakeholder-Managements sowie verschiedene theoretische Perspektiven und deren Kritikpunkte beleuchtet.
4. Fundamentale Unterschiede beider Ansätze: Dieses Kapitel vergleicht den Zielmonismus des Shareholder-Value mit dem pluralistischen Zielsystem des Stakeholder-Value-Ansatzes.
5. Implikationen für Corporate Governance: Es wird analysiert, inwieweit die Einbeziehung verschiedener Stakeholder die Entscheidungsrechte innerhalb von Unternehmen beeinflusst und legitimiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Relevanz von Stakeholder-Teilhabe für den langfristigen Markterfolg.
Schlüsselwörter
Corporate Governance, Shareholder-Value, Stakeholder-Value, Stakeholder-Management, Management-Philosophie, Unternehmenswert, Anspruchsgruppen, Strategische Unternehmensführung, Finanztheorie, Zielkonflikt, Investitionsrechnung, Relevanzmatrix, Unternehmensverfassung, Zielsystem, Nachhaltigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht zwei gegensätzliche Managementansätze: den Shareholder-Value-Ansatz, der sich auf Anteilseigner fokussiert, und den Stakeholder-Value-Ansatz, der die Interessen einer Vielzahl von Anspruchsgruppen einbezieht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Unternehmensführung, die Finanztheorie im Kontext der strategischen Planung, die Stakeholder-Identifikation sowie die Gestaltung der Corporate Governance.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Unterschiede zwischen beiden Philosophien aufzuzeigen und deren Einfluss auf die Corporate Governance und die langfristige Überlebensfähigkeit von Unternehmen zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Konzepte (wie das 3. St. Galler Managementmodell) und empirische Überlegungen zusammenführt, um einen systematischen Vergleich durchzuführen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Entstehung und Definition der Ansätze, den Prozess des Stakeholder-Managements, die Relevanzmatrix zur Priorisierung und die daraus resultierenden Implikationen für die Kontrolle und Führung eines Unternehmens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Shareholder-Value, Stakeholder-Value, Corporate Governance, Zielkonflikte, Anspruchsgruppen, Unternehmenswert und strategisches Management.
Welche Rolle spielt die Relevanzmatrix?
Die Relevanzmatrix dient dazu, Anspruchsgruppen basierend auf ihrem Einfluss und Risikopotenzial zu identifizieren und zu priorisieren, damit das Management gezielt Strategien entwickeln kann.
Wie bewertet der Autor die Eignung des Shareholder-Value-Ansatzes für die heutige Zeit?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Shareholder-Value-Ansatz aufgrund seiner starken Kurzfristorientierung und monistischen Zielausrichtung für nachhaltig agierende Unternehmen eher ungeeignet ist.
Warum ist die Einbeziehung von Stakeholdern laut der Arbeit relevant?
Die Einbeziehung von Stakeholdern kann die Motivation und Spezialisierung von Mitarbeitern fördern sowie die Chancen auf langfristigen Erfolg erhöhen, da diese Gruppen einen erheblichen Einfluss auf das Unternehmen ausüben können.
- Quote paper
- Nils Steinbrecher (Author), 2019, New Corporate Governance? Shareholder vs. Stakeholder Value, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/463878