Die Betrachtung abnormaler Renditen am Kapitalmarkt hat in den vergangenen Jahren in der Scientific Community stark zugenommen. Dies nicht zuletzt aufgrund dessen, dass die Beschaffung der relevanten Daten einfacher und deren Analyse aufgrund der technischen Entwicklung schneller möglich ist.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Kursverhalten deutscher Aktien am Tag der Dividendenzahlung. Insbesondere wird mithilfe einer multiplen linearen Regression geprüft, welchen Einfluss bestimmte Faktoren auf die Erzielung einer abnormalen Rendite haben.
Hierzu wird im Kapitel zwei zunächst der Begriff des effizienten Kapitalmarktes erörtert. Darauf aufbauend werden die in der Wissenschaft vorherrschenden Theorien und Determinanten zum Kursverhalten der Aktien am Ausschüttungstag vorgestellt. Im dritten Kapitel erfolgt ein Literaturreview des Themas. Zunächst werden Arbeiten vorgestellt, die die im zweiten Kapitel erwähnten grundlegenden Theorien teilweise widerlegen. Anschließend werden die Ergebnisse verschiedener Arbeiten präsentiert, die sich ebenfalls der multiplen linearen Regression zur Bestimmung der AR bedient haben. Kapitel vier beginnt mit der Darstellung des Datenraumes und der für die weitere Arbeit verwendeten Variablen. Es folgen eine explorative Analyse dieser Daten und die Prüfung, ob während des Datenfensters abnormale Renditen erwirtschaftet wurden. Anschließend wird eine multiple lineare Regressionsgleichung aufgestellt. Das Kapitel endet mit der Regressionsdiagnostik. In Kapitel fünf erfolgen eine Zusammenfassung und das Fazit der Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Effizienz von Kapitalmärkten und Kapitalanomalien
2.1 Effiziente Kapitalmärkte
2.2 Determinanten des Kursverhaltens von Aktien am Ausschüttungstag
3 Überblick über bisherige empirische Veröffentlichungen
3.1 Auswahl von Arbeiten zur Überprüfung der vorgestellten Theorien
3.2 Empirische Arbeiten zur Bestimmung der abnormalen Renditen
4 Empirische Untersuchung am deutschen Aktienmarkt
4.1 Zugrunde liegende Daten und Auswahl der Variablen
4.2 Datenbasis – Aufbereitung und Ergebnisse
4.3 Aufstellung einer Regression
4.4 Durchführung einer Regressionsdiagnostik
4.4.1 Nichtlinearität
4.4.2 Autokorrelation
4.4.3 Heteroskedastizität
4.4.4 Multikollinearität
4.4.5 Ausreißer
5 Fazit der Arbeit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Kursverhalten deutscher DAX-Aktien am Tag der Dividendenzahlung (Ex-Tag), um zu prüfen, ob in diesem Zeitraum abnormale Renditen erzielt werden können und welche Faktoren diese signifikant beeinflussen.
- Theoretische Grundlagen zur Informationseffizienz von Kapitalmärkten.
- Analyse und Vergleich bisheriger empirischer Studien zu Dividendenanomalien.
- Empirische Untersuchung mittels multipler linearer Regression am deutschen Aktienmarkt.
- Regressionsdiagnostik zur Überprüfung der Modellgüte und Robustheit.
- Diskussion steuerlicher Effekte und Transaktionskosten als Einflussfaktoren.
Auszug aus dem Buch
2.1 Effiziente Kapitalmärkte
Merton Miller und Franco Modigliani prägten mit ihren Arbeiten die neoklassische Finanzierungstheorie. In der Neoklassik wird von einem vollkommenen Kapitalmarkt ausgegangen. Miller und Modigliani unterstellen, dass dieser durch eine atomistische Marktstruktur gekennzeichnet ist. Das heißt, der Markt verfügt über eine ausreichende Größe, damit einzelne Transaktionen keinen spürbaren Einfluss auf den Preis haben. Außerdem gehen sie davon aus, dass alle Marktteilnehmer einen gleichberechtigten Zugang zu Informationen haben und ferner weder Transaktionskosten noch Steuern anfallen. Des Weiteren setzen sie ein rationales Verhalten der Anleger voraus. Hierunter verstehen sie, dass ein Vermögenszuwachs präferiert wird und eine Indifferenz darüber besteht, ob dieser durch die Zahlung einer Bardividende oder einer Erhöhung des Marktwertes der Aktien erfolgt.
Gemäß Eugene F. Fama lässt sich der Kapitalmarkt nach dem Grad der Informationseffizienz in drei Varianten unterteilen. Eine schwache Informationseffizienz liegt vor, wenn ein Kurs alle Informationen enthält, die sich aus vergangenen Beobachtungen ergeben. Bei einer mittelstarken Effizienz sieht Fama einen Einfluss aller öffentlich zugänglichen Informationen auf den Kurs. Eine starke Informationseffizienz liegt vor, wenn alle öffentlichen und nicht öffentlichen Informationen in einen Kurs einfließen.
In einem vollkommenen Markt mit einer starken Informationseffizienz sollte die Höhe der Dividenden also dem Rückgang des Aktienkurses am Tag der Dividendenausschüttung entsprechen. Eine Erwirtschaftung abnormaler Renditen ist somit ausgeschlossen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, Zielsetzung der Arbeit sowie ein kurzer Überblick über den methodischen Aufbau der Untersuchung.
2 Die Effizienz von Kapitalmärkten und Kapitalanomalien: Erläuterung der theoretischen Grundlagen effizienter Märkte und Diskussion relevanter Erklärungsansätze für Kursbewegungen am Ausschüttungstag.
3 Überblick über bisherige empirische Veröffentlichungen: Review der Fachliteratur mit Fokus auf die Überprüfung der Steuerhypothese sowie empirische Arbeiten zur Regressionsanalyse von Renditen.
4 Empirische Untersuchung am deutschen Aktienmarkt: Detaillierte Darstellung der Datenbasis, der Variablenauswahl, der Regressionsmodellierung sowie der umfassenden Regressionsdiagnostik.
5 Fazit der Arbeit: Zusammenfassung der Ergebnisse, kritische Würdigung des methodischen Vorgehens und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Abnormale Rendite, Kapitalmarkt, Dividendenzahlung, Ex-Tag, Dividendenrendite, multiple lineare Regression, Markteffizienz, Transaktionskosten, Regressionsdiagnostik, Börse, Aktienkurs, Finanzierungstheorie, Deutschland, DAX, Informationseffizienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich Aktienkurse am Tag der Dividendenzahlung (Ex-Tag) verhalten und ob durch systematische Faktoren abnormale Renditen erzielt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Informationseffizienz von Kapitalmärkten, steuerliche Einflüsse auf Dividenden sowie die quantitative Analyse von Kursdaten mittels statistischer Methoden.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, mithilfe einer multiplen linearen Regression zu ermitteln, welchen Einfluss Variablen wie die Dividendenrendite, Transaktionskosten und die Unternehmensgröße auf abnormale Renditen am deutschen Aktienmarkt haben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor verwendet ein multiples lineares Regressionsmodell, das durch eine umfassende Regressionsdiagnostik (Tests auf Nichtlinearität, Autokorrelation, Heteroskedastizität und Multikollinearität) validiert wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Literaturrecherche, die Vorstellung des Datensatzes aus dem DAX sowie die detaillierte statistische Auswertung und diagnostische Überprüfung der Regressionsergebnisse.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Abnormale Rendite, Ex-Tag, Informationseffizienz, Dividendenrendite und Regressionsdiagnostik.
Welche Rolle spielen Transaktionskosten in der Untersuchung?
Transaktionskosten werden als eine der unabhängigen Variablen im Regressionsmodell betrachtet, um zu prüfen, ob sie die beobachteten abnormalen Renditen signifikant erklären können.
Wie wurde das Modell auf Spezifikationsfehler geprüft?
Das Modell wurde unter anderem mittels des RESET-Tests von Ramsey sowie grafischen Streudiagrammen der Residuen auf Nichtlinearität und andere Spezifikationsfehler hin untersucht.
- Quote paper
- Christian Heins (Author), 2019, Abnormale Renditen am Dividendenzahltag, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/463411