Claudia Neumann ist Sportjournalistin und hat in diesem Jahr als erste Frau ein Champions-League-Spiel kommentiert. Auch bei der Weltmeisterschaft 2018 wurde sie als Kommentatorin eingesetzt. Dafür erntete sie scharfe Kritik, sexistische Beleidigungen und Shitstorms in den sozialen Medien. Auch in anderen Ressorts findet man überwiegend Beiträge von männlichen Redakteuren. Ist der Journalismus eine von Männern dominierte Branche?
Zur Beantwortung dieser Frage werden Geschlechterunterschiede im Journalistenberuf dargestellt. Zunächst wird die Begrifflichkeit des Journalismus, sowie der Journalistenberuf näher beleuchtet, bevor auf die Entwicklung der Erwerbstätigkeit von Frauen in Deutschland eingegangen wird. Abschließend wird die Rolle der Frau im Berufsfeld Journalismus untersucht um eine mögliche Gender-Spezifikation beurteilen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 JOURNALISMUS
2.1 JOURNALISTENBEGRIFF
2.2 JOURNALISTENBERUF
3 FRAUEN IM DEUTSCHEN JOURNALISMUS
3.1 ERWERBSTÄTIGKEIT VON FRAUEN IN DEUTSCHLAND
3.2 STATUS QUO – FRAUEN IM JOURNALISMUS
3.3 BESCHÄFTIGUNG INNERHALB DER BRANCHE
3.4 EXKURS BEWEGUNGEN
4 FAZIT UND KRITIK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hypothese, dass der Journalismus ein von Männern dominierter Beruf sei, und analysiert die geschlechtsspezifische Verteilung innerhalb der deutschen Medienbranche. Ziel ist es, den Status quo der Erwerbstätigkeit von Frauen in diesem Berufsfeld aufzuzeigen und durch eine theoretische sowie empirische Betrachtung zu prüfen, ob geschlechtsspezifische Unterschiede in der Repräsentanz bestehen.
- Entwicklung der Erwerbstätigkeit von Frauen in Deutschland
- Struktur des Journalismus und Rollenverständnis von Journalisten
- Empirische Daten zur Frauenquote in verschiedenen Medienformen
- Einfluss von Frauenbewegungen und spezialisierten Magazinen
- Herausforderungen für Frauen in Führungspositionen
Auszug aus dem Buch
Status Quo – Frauen im Journalismus
Einer Statistik aus dem Jahr 2017 zufolge sind 54,1% der Frauen in der Medienbranche tätig. Diese wird hier jedoch zusammengefasst in Werbung, Marketing, kaufmännische und redaktionelle Medienberufe (vgl. Statista 2018, Bundesagentur für Arbeit).
Frauen haben auch im Bereich der Medien und so auch im Journalismus immer mehr Fuß gefasst. Während der Anteil von Frauen im Journalismus im Jahr 1997 bei 25% lag, ist er laut aktuellster Studie von Weischenberg, Malik und Scholl aus dem Jahr 2006 auf 37 % gestiegen. Damit ist der Frauenanteil im deutschen Journalismus höher als der in den Vereinigten Staaten. Dass es Frauen im Journalismus in Deutschland vergleichsweise jedoch immer noch nicht leicht gemacht wird, zeigen Erkenntnisse über den Anstieg der Frauenquote in der Public Relations. Diese stieg indes im Jahr 2002 auf 53 % (vgl. Fröhlich 2007, S. 67 f.).
Bei den Rezipienten kann wahrgenommen werden, dass gerade im Medium Fernsehen eine höhere Frauenquote herrscht. So ist augenscheinlich der Anteil weiblicher Moderatorinnen deutlich höher, jedoch geht dies größtenteils mit dem „Stempel“ der Unterhaltung und damit auch des Qualitätsverlusts einher (vgl. Lünenborg & Mayer 2014, S. 236 f.). Weiterhin haben Frauen innerhalb des Journalismus sehr selten eine Führungsposition inne. Der Anteil von Frauen im Jahr 2005, die eine Gesamtleitung übernehmen liegt bei nur 22% (vgl. Fröhlich 2007, S. 70). Im Rahmen der Beschäftigung der Frauen im Journalismus gilt außerdem die Annahme, dass deren Erwerbstätigkeit in dieser Branche mit der Repräsentanz von Frauenthemen und die Darstellung von Frauen in Medieninhalten zusammenhängt. Es wird indes angenommen, dass die zunehmende Präsenz von Frauen und Frauenthemen in Publikationen aller Art darauf zurückzuführen ist, dass die Frauenquote der erwerbstätigen Journalisten steigt. Dies kann allerdings nicht empirisch belegt werden (ebd. S. 71). Darüber hinaus zeigen Analysen, dass innerhalb der journalistischen Berichterstattung Frauen bestimmten Themen regelrecht zugeordnet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Hinführung zum Thema mit Fokus auf die Geschlechterrollen im Journalismus sowie die Problemstellung der männlichen Dominanz in den Medien.
2 JOURNALISMUS: Definition des Journalismusbegriffs und der Rolle des Journalisten im Rahmen der Journalistik und Kommunikationswissenschaft.
3 FRAUEN IM DEUTSCHEN JOURNALISMUS: Untersuchung der gesellschaftlichen Erwerbssituation von Frauen sowie detaillierte Analyse der Präsenz von Frauen in verschiedenen journalistischen Ressorts und Medienformaten.
4 FAZIT UND KRITIK: Zusammenführung der Ergebnisse zur Überprüfung der Eingangshypothese und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich Gender-Spezifikationen.
Schlüsselwörter
Journalismus, Frauenquote, Medienbranche, Geschlechterrollen, Führungspositionen, Journalistenberuf, Erwerbstätigkeit, Gleichbehandlung, Medienwissenschaft, Repräsentanz, Frauenbewegungen, Journalistenverband, Qualitätsmedien, Redaktionsarbeit, Feminismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die geschlechtsspezifische Repräsentanz im Journalismus und analysiert, ob der Beruf tatsächlich von Männern dominiert wird.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die Definition von Journalismus, die allgemeine Erwerbstätigkeit von Frauen in Deutschland sowie die spezifische Situation in den verschiedenen Mediengattungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Prüfung der Hypothese, dass der Journalistenberuf männlich geprägt ist, gestützt durch verfügbare Daten und theoretische Grundlagen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf vorhandener Literatur, Statistiken und Sekundärquellen der Journalismusforschung basiert.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil widmet sich dem Status quo der Frauenanteile in unterschiedlichen Medien sowie den strukturellen Barrieren bei der Vergabe von Führungspositionen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind Journalismus, Frauenquote, Medienbranche, Geschlechtergerechtigkeit und redaktionelle Strukturen.
Welchen Einfluss haben Frauenmagazine wie "Emma" oder "Missy Magazine" laut der Autorin?
Die Autorin stellt fest, dass diese Magazine dazu beitragen, Frauen eine eigene Stimme zu geben und das öffentliche Bild von Frauen in der Gesellschaft aktiv mitzugestalten.
Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Ressortwahl?
Ja, laut der Arbeit werden Frauen in Tageszeitungen bevorzugt in Lokal-, Kultur- oder Sonderredaktionen eingesetzt, während sie in den Ressorts Politik und Wirtschaft sowie im Sport unterrepräsentiert sind.
- Arbeit zitieren
- Katharina Schneider (Autor:in), 2018, Ist der Journalismus eine Männerdomäne?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/463046