Diese Arbeit fokussiert sich auf die Produktion von Erzähltexten im Deutschunterricht unter der Betrachtung einer potentiellen mehrsprachigen Lerngruppe. Zur Vereinfachung der Betrachtung wird diese Lerngruppe im späteren Verlauf der Arbeit als möglichst homogen angenommen, gleichwohl wenn diese Annahme niemals die Realität widerspiegeln kann. Da es sich um eine sprachdidaktische Betrachtung der Möglichkeiten für die Erzähltextproduktion handelt, sei diese Annahme dennoch für die Arbeit gegeben.
Im Rahmen dieser Arbeit wird zunächst die mehrsprachige Lerngruppe noch einmal umfangreich thematisiert, um eine Problematik des inklusiven Deutschunterrichts herauszustellen. Anschließend werden die Fachanforderungen für das Fach Deutsch herangezogen, um die Thematik theoretisch zu fundieren. Es soll anhand von ausgewählten Schulbüchern für den Deutschunterricht untersucht werden, inwieweit diese für den differenzierenden Deutschunterricht und die Produktion von Erzähltexten in der mehsprachigen Lerngruppe geeignet sind. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wird in diesem Zuge eine „optimale Eignung“ definiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Mehrsprachige Lerngruppen im Deutschunterricht
2.1. Ausgangslage und Anspruch des DaZ-Unterrichts
2.2. Inklusiver Deutschunterricht
3. Erzähltextproduktion in mehrsprachigen Lerngruppen
3.1. Erzähltextproduktion in der Theorie
3.2. Erzähltextproduktion in der Praxis
4. Fazit
5. Literatur- und Quellenverzeichnis
6. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit differenzierende Deutschbücher für die Produktion von Erzähltexten in mehrsprachigen Lerngruppen geeignet sind und welche Optimierungsmöglichkeiten sich hierfür ergeben.
- Herausforderungen der Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht
- Grundlagen des inklusiven Deutschunterrichts
- Didaktik der Erzähltextproduktion
- Analyse und Bewertung aktueller differenzierender Schulbücher
- Kriterien für einen optimalen inklusiven Deutschunterricht
Auszug aus dem Buch
3. Erzähltextproduktion in mehrsprachigen Lerngruppen
Die Heterogenität von Lerngruppen wird durch den Faktor der Mehrsprachigkeit noch differenzierter – das Leistungsspektrum also immer breiter. Zur Vereinfachung wird die mehrsprachige Lerngruppe, die für diese Betrachtung angenommen wird, als homogene Gruppe angenommen.
Die Produktion von Erzähltexten kann als grundlegende Kompetenz der Textproduktion verstanden werden. Sie befasst sich mit dem Niederschreiben von Erzählungen, also im weitesten Sinne der Verschriftlichung von Mündlichem, und findet somit Anwendung in den Fachanforderungen des Faches Deutsch27.
Dieser Annahme sei folgende Definition zugrunde gelegt: Die Erzählung ist eine „epische Gattung“, die durch „dezentriertes, lockeres, gelegentlich auch verweilendes Entfalten des Erzählstoffes“ gekennzeichnet ist. Huber und Schmid weisen zudem auf einen geringen Umfang und eine geringe Figurenzahl hin28. Zuschlag ergänzt „die Beteiligung von belebtenWesen an den erzählten Ereignissen und zum anderen mindestens zwei in logischer oder chronologischer Relation zueinander stehende Ereignisse oder Handlungen“29. Durch die Gliederung in Einleitung, Hauptteil mit Spannungshöhepunkt und Schluss weist eine Erzählung eine gewisse Interessantheit auf30.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die zunehmende Heterogenität durch Migrationshintergrund und stellt die Forschungsfrage nach der Nutzung differenzierender Deutschbücher.
2. Mehrsprachige Lerngruppen im Deutschunterricht: Dieses Kapitel erläutert die Herausforderungen für Lehrkräfte und Schüler in mehrsprachigen Klassen und definiert den Anspruch an einen integrativen Deutschunterricht.
2.1. Ausgangslage und Anspruch des DaZ-Unterrichts: Hier werden die spezifischen Anforderungen des Deutsch-als-Zweitsprache-Unterrichts und die Problematik fossilierter Sprachstrukturen diskutiert.
2.2. Inklusiver Deutschunterricht: Das Kapitel beschreibt Strategien zur Gestaltung eines inklusiven Unterrichts, der trotz Vielfalt alle Schüler motiviert und fordert.
3. Erzähltextproduktion in mehrsprachigen Lerngruppen: Dieses Kapitel führt in die Fachdidaktik des Erzählens ein und erläutert die Bedeutung der Textproduktion für den Spracherwerb.
3.1. Erzähltextproduktion in der Theorie: Hier werden fachliche Anforderungen und theoretische Zielsetzungen an die Textproduktion im Deutschunterricht zusammengefasst.
3.2. Erzähltextproduktion in der Praxis: Dieses Kapitel analysiert exemplarisch zwei differenzierende Schulbücher auf ihre Tauglichkeit für den inklusiven Unterricht.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die untersuchten Schulbücher in Bezug auf Multikulturalität und Prozessorientierung noch deutliche Lücken aufweisen.
5. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Literatur und der analysierten Schulwerke.
6. Anhang: Beinhaltet ergänzendes Material und Textbeispiele aus den untersuchten Schulbüchern.
Schlüsselwörter
Mehrsprachigkeit, Inklusion, Deutschunterricht, Erzähltextproduktion, DaZ-Unterricht, Differenzierung, Deutschbücher, Migrationshintergrund, Sprachvermittlung, Heterogenität, Fachanforderungen, Schreibprozesse, Schulerfolg, Sprachförderung, Integrativer Unterricht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Eignung aktueller „differenzierender“ Deutschbücher für die Förderung der Erzähltextproduktion in mehrsprachigen, inklusiven Schulklassen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind Inklusion, Deutsch als Zweitsprache (DaZ), die fachdidaktische Theorie der Erzähltextproduktion sowie die Analyse von Schulwerk-Konzeptionen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird gefragt, inwieweit sich differenzierende Deutschbücher für die Produktion von Erzähltexten in mehrsprachigen Deutschklassen optimal nutzen lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Fundierung durch Fachanforderungen und Literaturanalyse sowie auf eine qualitative Analyse von zwei ausgewählten Schulbuchbeispielen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Problemstellung der Mehrsprachigkeit, die didaktische Einordnung der Erzähltextproduktion und die praktische Untersuchung zweier Lehrwerke (deutsch.kombi plus 5 und Wortstark 5).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Mehrsprachigkeit, Inklusion, DaZ-Unterricht, Differenzierung und Erzähltextproduktion.
Warum wird in der Arbeit eine „homogene“ Lerngruppe angenommen?
Dies dient der Vereinfachung der theoretischen Betrachtung, auch wenn sich der Autor bewusst ist, dass eine solche Homogenität in der Realität niemals existiert.
Was bemängelt der Autor an den untersuchten Schulbüchern?
Der Autor kritisiert vor allem eine zu starke Produktorientierung, das Fehlen multikultureller Aspekte (wie die Einbindung von Muttersprachen) und eine mangelnde Differenzierung für unterschiedliche Leistungsniveaus.
- Quote paper
- Bachelor of Arts Kevin Ruser (Author), 2018, Inwieweit lassen sich differenzierende Deutschbücher für die Produktion von Erzähltexten in mehrsprachigen Deutschklassen optimal nutzen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/462553