Im Deutschunterricht sind Haikus ein beliebtes Mittel um in das Thema „Lyrik“ einzuführen und lyrisches Schreiben zu üben. Doch nicht jedes Silbengedicht ist automatisch ein Haiku. Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist es, näher in die lyrische Gattung Haiku einzuführen.
Zunächst möchte ich die Geschichte des Haiku und seine Entwicklung skizzieren. Im Zuge dessen werde ich mich mit dem Vorgänger des Haiku, dem Renga näher auseinandersetzen und darauffolgend auf den sogenannten Großmeister und Begründer der heutigen Haiku-Dichtung Matsuo Basho eingehen.
Anschließend daran beschäftige ich mich mit dem Aufbau des Haiku, indem ich zunächst genauer auf die japanische Schrift und danach auf den stilistischen Aufbau und die inhaltlichen Aspekte des Haiku eingehe.
Abschließend möchte ich zwei weitere japanische Silbengedichte vorstellen, die durch ihre Ähnlichkeit zu dem Haiku oftmals unwissentlich damit verwechselt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DIE GESCHICHTE DES HAIKU
2.1 RENGA UND DIE ENTSTEHUNG DES HAIKU
2.2 DIE BLÜTEZEIT DER HAIKU IN DER EDO-PERIODE
2.2.1 MATSUO BASHO- DER GROßMEISTER DES HAIKU
2.3 HAIKU HEUTE
3 DER AUFBAU DES HAIKU
3.1 DIE JAPANISCHE SCHRIFT
3.2 DER STILISTISCHE AUFBAU UND INHALT DES HAIKU
4 WEITERE JAPANISCHEN SILBENGEDICHTE
4.1.1 TANKA
4.1.2 SENRYU
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, in die lyrische Gattung des Haiku einzuführen, seine historische Entwicklung zu skizzieren, den formalen sowie inhaltlichen Aufbau zu analysieren und es von verwandten japanischen Silbengedichten abzugrenzen.
- Historische Herleitung des Haiku aus der Renga-Dichtung.
- Die Bedeutung von Matsuo Basho für die Etablierung des Haiku-Stils.
- Strukturelle Analyse: Silbenschemata und japanische Schriftsysteme.
- Philosophische Grundlagen: Die Verbindung von Naturerleben, Zen und Haiku.
- Vergleich und Abgrenzung zu Tanka und Senryu.
Auszug aus dem Buch
Matsuo Basho- der Großmeister des Haiku
Im siebzehnten Jahrhundert bildete sich unter der Führung von Matsuo Basho, dem sogenannten Großmeister des Haiku, eine neue Stilrichtung des Haiku aus. Wurde es bisher vor allem als eine Ausdrucksform einer schlichten, volkstümlichen und humoristischen Dichtung angesehen, so war es das Ziel von Basho einen möglichst sinnreichen Haiku-Stil zu etablieren.
Matsuo Basho wurde 1644 unter dem Namen Matsuo Munefusa in einer Samurai-familie geboren und wurde als Jugendlicher in der Kunst der Renga-Dichtung und der Haikai-Renga-Dichtung unterrichtet. Im Jahre 1666 studierte er den Zen-Buddhismus in einem Kloster in Kyoto und gründete eine eigene Schule der Dichtkunst. Im Alter von 36 Jahren siedelte er mit dieser Schule nach Edo, dem Hauptsitz der damaligen Regierung über. Dort bewohnte er ein Haus unter einem Bananenbaum, einem basho. Da er vornehmlich in diesem Haus oder im angrenzenden Garten seine Gedichte - damals noch Renga und Haiku- verfasste, entschloss er sich dazu den Künstlernamen Matsuo Basho anzunehmen.
Im Laufe der Jahre verlagerte sich der Schwerpunkt seiner Dichtung vom Verfassen der Renga hin zu einer Etablierung des Haiku. Sein Ziel war es, [...] das Haiku aus dem Verfall in den es durch die Künstelei und Geschmacklosigkeit seiner Vorgänger und Zeitgenossen geraten war, wieder herauszuführen und zu einer erlesenen Form der japanischen Lyrik zu machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Haiku im Unterricht und umreißt den Aufbau der Arbeit von der historischen Herleitung bis hin zur Vorstellung verwandter Gedichtformen.
2 DIE GESCHICHTE DES HAIKU: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung des Haiku aus dem Renga, die soziokulturellen Bedingungen der Edo-Periode sowie das Wirken von Matsuo Basho als Begründer des modernen Haiku-Stils.
3 DER AUFBAU DES HAIKU: Hier werden das japanische Schriftsystem sowie die stilistischen und inhaltlichen Regeln des Haiku, insbesondere die Bedeutung von Naturbetrachtung und Gegenwärtigkeit, untersucht.
4 WEITERE JAPANISCHEN SILBENGEDICHTE: Der Abschnitt widmet sich den Gedichtformen Tanka und Senryu, um sie durch ihre metrischen und inhaltlichen Besonderheiten vom Haiku abzugrenzen.
5 FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass das Haiku trotz seiner formalen Kürze eine komplexe, meditative Form der Welterkenntnis darstellt, die eine bewusste Auseinandersetzung des Dichters mit seinem Umfeld erfordert.
Schlüsselwörter
Haiku, Renga, Matsuo Basho, Japanische Lyrik, Silbengedicht, Zen-Buddhismus, Edo-Periode, Kigo, Tanka, Senryu, Naturbetrachtung, Schriftsystem, Hiragana, Kanji, Erkenntniserfahrung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Gattung des Haiku, seiner historischen Entstehung in Japan und seiner Bedeutung als Form der lyrischen Ausdrucksweise.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Publikation behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung vom Renga zum Haiku, der Rolle des Zen-Buddhismus, dem japanischen Schriftsystem und der formalen Struktur des Haiku.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser ein tiefgreifendes Verständnis für die Gattung Haiku zu vermitteln und durch die Abgrenzung zu anderen Formen wie Tanka und Senryu ein präzises Bild der japanischen Silbendichtung zu zeichnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?
Die Arbeit nutzt die literaturtheoretische Aufarbeitung bestehender Quellen und Fachliteratur zur japanischen Dichtung, ergänzt durch die Analyse berühmter Haiku-Beispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil behandelt die Entstehungsgeschichte, die soziokulturellen Rahmenbedingungen der Edo-Periode, die formale Beschaffenheit des Haiku und die Analyse relevanter Textbeispiele.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Haiku, Matsuo Basho, Zen, Silbenschema, Renga, Tanka und Senryu.
Welche besondere Rolle spielt die japanische Schrift für das Haiku?
Die japanische Schrift ermöglicht durch ihre phonetische Struktur und die Verwendung von Kanji (Wortbildern) eine spezifische Ästhetik und Mehrdeutigkeit, die für die Klanggestaltung des Haiku entscheidend ist.
Warum wird das "Frosch-Gedicht" von Basho als Beispiel herangezogen?
Es dient als zentrales Beispiel, um zu verdeutlichen, wie durch einen Naturmoment im Haiku eine transzendente Erkenntniserfahrung oder eine Zen-Erleuchtung vermittelt wird.
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- Anonym (Autor:in), 2018, Haiku. Geschichte, Aufbau und Inhalt, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/462344