Der Begriff der Logistik wurde um 1950 in den USA geprägt. Ursprünglich zählten zu den logistischen Prozessen alle Transport- und Lagerprozesse, die auf eine bedarfsgerechte Verfügbarkeit von Objekten ausgerichtet sind. Unter Objekten der Logistik werden alle Materialien und Waren, also Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren und ähnliches verstanden. Demzufolge findet eine klare Abgrenzung zu anderen zu beschaffenden oder bereitzustellenden betrieblichen Faktoren wie Personal oder Kapital statt.
Sich verändernde Marktbedingungen in den USA, genauer ein Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt, führten zu komplexeren Anforderungen an die Produktion und folglich auch an die Logistik. Der Wandel von der rein auf Transport- und Lagerprozesse ausgerichteten Logistik vollzog sich in drei Phasen.
Der Begriff der Funktionsspezialisierung prägt die erste Entwicklungsphase. Eine zusammenfassende Betrachtung aller betrieblichen Transport-, Umschlags- und Lagertätigkeiten ermöglichte die Ausnutzung von Spezialisierungsvorteilen. Zusätzlich stieg die Bedeutung distributionsbezogener Leistungsmerkmale wie zum Beispiel dem Lieferservice.
Prägende Begriffe der zweiten Phase sind Logistikmanagement und Supply Chain Management. Die Logistik wird fortan als Instrument zur Unterstützung von Wettbewerbsstrategien betrachtet. Sie greift aktiv in die Gestaltung von material- und warenflussbezogenen Dienstleistungen ein und koordiniert Material- und Warenflüsse über die Unternehmensgrenzen hinaus. Eine Fokussierung auf reine Kostenvorteile ist nun nicht mehr das oberste Ziel.
Inhaltsverzeichnis
1. Grundlagen der Produktionslogistik
1.1 Ziele und Aufgaben der Logistik
1.2 Bestände
1.3 Durchlaufzeit
1.4 Materialflussplanung
1.5 Push- und Pull-Steuerung
1.6 Betriebswirtschaftliche Einordnung
2. Grundlagen Lean Management
2.1 Kaizen
2.2 Wertstromanalyse
2.3 Kanban
2.4 Visuelles Management
3. Prozessoptimierung
3.1 Ansätze zur Prozessoptimierung
3.2 Herausforderungen des Prozessmanagements
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Optimierung betrieblicher Abläufe durch die Anwendung von Prinzipien der Produktionslogistik und des Lean Managements. Zentrales Ziel ist es, Methoden aufzuzeigen, wie durch eine systematische Prozessanalyse und -gestaltung Verschwendung reduziert, die Durchlaufzeit verkürzt und letztlich der Unternehmenserfolg gesteigert werden kann.
- Grundlagen und Ziele der modernen Produktionslogistik
- Konzepte und Werkzeuge des Lean Managements
- Methoden der Wertstromanalyse zur Identifikation von Schwachstellen
- Steuerungsmechanismen wie Push- und Pull-Systeme
- Strategien zur nachhaltigen Prozessoptimierung
Auszug aus dem Buch
1.2 Bestände
Bestände dienen im Unternehmen als Puffer um zeitliche, räumliche und mengenmäßige Differenzen zwischen Input- und Output-Strömen auszugleichen. Sie entstehen, wenn vor- und nachgelagerte Produktionsprozesse nicht im gleichen Takt produzieren, Waren zwischen verschiedenen Arbeitsstationen transportiert werden müssen oder wie in dieser Arbeit beschrieben, bestimmten Lagerprozessen unterzogen werden.
Ein Auftreten von Beständen bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass eine Störung des Materialflusses vorliegt. Folgende Beispiele sollen die Funktion von Beständen verdeutlichen.
- Sicherung einer hohen Lieferbereitschaft
- Vermeidung von Fehlmengenkosten
- Sicherheitsbestände um Maschinenausfälle und Qualitätsprobleme zu kompensieren
- Ausgleichsfunktion bei unterschiedlichen Taktzeiten von vor- und nachgelagerten Produktionsprozessen
Neben diesen als positiv zu betrachtenden Effekten, bedeutet jede Art von Bestand aber auch eine Belastung der finanziellen Struktur des Unternehmens. Etwa durch die Bestandskosten, die gebundenes Kapital darstellen. Viel schwerwiegender kann der durch die Bestände vermittelte Eindruck einer reibungslosen Produktion sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Grundlagen der Produktionslogistik: Dieses Kapitel definiert die Kernbegriffe der Logistik und erörtert deren Bedeutung für den Unternehmenserfolg, insbesondere durch die Stellgrößen Bestände und Durchlaufzeit.
2. Grundlagen Lean Management: Hier werden die Philosophie und die Werkzeuge des Lean Managements vorgestellt, mit dem Ziel, durch kontinuierliche Verbesserung Verschwendung systematisch zu eliminieren.
3. Prozessoptimierung: Dieses Kapitel widmet sich der praktischen Anwendung von Optimierungsstrategien sowie den Herausforderungen, die bei der Einführung und Steuerung von prozessorientierten Verbesserungen auftreten können.
Schlüsselwörter
Produktionslogistik, Lean Management, Wertstromanalyse, Durchlaufzeit, Bestandsmanagement, Pull-System, Kaizen, Prozessoptimierung, Verschwendung, Kanban, Visuelles Management, Prozessreengineering, Logistikerfolg, Kapitalrendite, Kundenorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen ihre Produktionsprozesse effizienter gestalten können, um durch Logistik- und Lean-Management-Methoden wettbewerbsfähig zu bleiben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Produktionslogistik, dem Lean-Gedanken, der Materialflussplanung sowie konkreten Methoden zur Prozessverbesserung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Vermittlung eines fundierten Verständnisses für Methoden zur Prozessoptimierung, um die Kapitalbindung zu senken und die Kundenzufriedenheit durch schnellere und zuverlässigere Prozesse zu erhöhen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse bestehender Fachliteratur und bewährter Management-Konzepte (wie z.B. PDCA-Zyklus, Wertstromanalyse) basiert.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die logistischen Grundlagen (Bestände, Durchlaufzeit), die Methoden des Lean Managements (Kaizen, Kanban) und die strategische Prozessoptimierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Produktionslogistik, Lean Management, Wertstromanalyse, Durchlaufzeit sowie Pull-Steuerung und Prozessoptimierung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Push- und Pull-Systemen für die Produktion so wichtig?
Sie ist zentral, da Push-Systeme oft auf Prognosen basieren und zu Überbeständen führen können, während Pull-Systeme den Bedarf direkt an der Kundennachfrage ausrichten und somit Verschwendung proaktiv vermeiden.
Wie hilft die Wertstromanalyse bei der Identifikation von Verschwendung?
Die Wertstromanalyse bietet eine ganzheitliche Sicht auf Material- und Informationsflüsse, wodurch nicht wertschöpfende Tätigkeiten oder Wartezeiten transparent und damit eliminierbar werden.
- Arbeit zitieren
- Fabian Gans (Autor:in), 2017, Prozessoptimierungen in der Logistik mit Methoden des Lean Managements, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/461703