Das typologische Feldermodell wird in einigen Bundesländern bereits in der Schule vermittelt, um komplexe Satzstrukturen schneller erkennen und bilden zu können. Inwiefern sieht ein solches, auf alle Bundesländer und Schüler passendes System aus? Darauf versucht diese Arbeit anhand der bisherigen Stellungsfeldermodelle (Wöllstein, Drach), Antwort zu geben.
In der Hausarbeit werden zunächst das topologische Modell sowie die drei Verbstellungs- und Satztypen vorgestellt. Zudem werden das uniforme- und das Differenzmodell erläutert. Daraufhin werden die Vorteile der Behandlung des topologischen Modells aufgezeigt. Bisher hat lediglich das Bundesland Baden-Württemberg dieses grammatische Modell in seinen Bildungsplan aufgenommen. In diesem Kontext wird erklärt, ob und welcher Mehrwert sich, bei Einbindung in den Unterricht für die Schüler ergibt. Darüber hinaus untersucht die Arbeit ein geeignetes topologisches Modell für die Schule. Abschließend wird eine konkrete Handlungsempfehlung gegeben.
Für umgangssprachliche und mündliche Sprache wird in der Regel ein parataktischer Stil genutzt. Dadurch erscheinen uns diese Sätze volkstümlicher und verständlicher. Dieser Stil bereitet selbst Nichtmuttersprachlern oder Kindern und Jugendlichen aus bildungsfernen Schichten kaum Schwierigkeiten.
Den Schülern wird die schriftliche Schulsprache dagegen bereits in der Primarstufe durch hypotaktische Sätze, eine Verbindung von Haupt- und Nebensätzen, erschwert. Bereits ab der dritten Klasse steigt die sprachliche Komplexität auf ein beachtliches Niveau, bei dem viele Schüler nicht mithalten können und in Folge dessen, den Anschluss im Unterricht verlieren.
Da im Vergleich zu anderen Sprachen die deutsche Sprache eine relativ freie Wortstellung aufweist, hilft das topologische Modell, welches auf Drach 1937 zurückzuführen ist, diese zu erleichtern und zu beschreiben. Dieses Modell strukturiert den deutschen Satz nach einer bestimmten Abfolge.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist das topologische Feldermodell?
2.1 Allgemeines
2.2 Verbstellungstypen und Satztypen
3. Wie sollte das geeignete Modell aussehen?
4. Welche Vorteile birgt eine Behandlung im Unterricht?
5. Fazit und Handlungsempfehlung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den didaktischen Mehrwert des topologischen Feldermodells im Deutschunterricht. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwiefern dieses linguistische Modell Schülern dabei helfen kann, komplexe Satzstrukturen der deutschen Sprache besser zu verstehen, zu analysieren und anzuwenden.
- Grundlagen des topologischen Feldermodells (uniformes vs. Differenzmodell)
- Analyse verschiedener Verbstellungs- und Satztypen
- Entwicklung eines schulgerechten topologischen Modells
- Didaktische Vorteile und Einsatzmöglichkeiten im Unterricht
- Mehrwert für Muttersprachler und DaF-Lernende
Auszug aus dem Buch
2. Das topologische Satzmodell
Eine besondere Schwierigkeit der deutschen Sprache stellt die Tatsache dar, dass es eine relativ freie Wortstellung aufweist. Während beispielsweise im Englischen kaum Abweichungen vom Grundmuster subject-verb-object-adverbial of place-adverbial of time möglich sind, gilt für das Deutsche: „Das Deutsche weist gegenüber dem Englischen oder auch Französischen die Besonderheit auf, dass die Teile des Verbalkomplexes als diskontinuierliche Konstituenten auftreten und einiges dazwischentreten kann. Da diese quasi einen Teil des Satzes einklammern, spricht man auch von der Satzklammer.“ (Siehe die Veranschaulichung unten.)
Peter [hat Anna gestern versprochen], dass er ihr hilft.
Dadurch wird der Satz in drei grundlegende Felder geteilt: Vorfeld, Mittelfeld und Nachfeld. Satzglieder und Prädikatsteile werden also derart angeordnet, dass mithilfe der wissenschaftlichen Metaphern Feld und Klammer als ein Grundmuster beschrieben werden können.
Das topologische Satzmodell, auch Stellungsfeldermodell genannt, geht auf Drach (1937) zurück und wurde später weiterentwickelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Herausforderungen bei der Vermittlung komplexer Satzstrukturen in der Schule und definiert das Ziel der Arbeit, den didaktischen Mehrwert des topologischen Modells zu untersuchen.
2. Was ist das topologische Feldermodell?: Dieses Kapitel führt in die wissenschaftlichen Grundlagen des Modells ein, erklärt das uniforme sowie das Differenzmodell und definiert die verschiedenen Verbstellungstypen.
3. Wie sollte das geeignete Modell aussehen?: Hier wird ein schulgerechtes Modell diskutiert, das Schülern durch eine übersichtliche Darstellung hilft, Relativsatzkonstruktionen und die Positionierung des finiten Verbs zu verstehen.
4. Welche Vorteile birgt eine Behandlung im Unterricht?: Das Kapitel beleuchtet Argumente für die Einführung des Modells im Unterricht, wie die Visualisierung syntaktischer Strukturen und die Förderung der Reflexionskompetenz bei Muttersprachlern und DaF-Lernenden.
5. Fazit und Handlungsempfehlung: Das Fazit bejaht den Mehrwert des Modells für den Unterricht und empfiehlt dessen breitere Aufnahme in schulische Bildungspläne, um ein fundiertes sprachliches Wissen zu fördern.
Schlüsselwörter
Topologisches Feldermodell, Deutschunterricht, Satzstruktur, Verbstellung, Didaktik, Syntax, Sprachvergleich, DaF-Unterricht, Vorfeld, Mittelfeld, Satzklammer, Sprachkompetenz, Bildungsplan, Grammatik, Vermittlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem topologischen Feldermodell als didaktisches Werkzeug zur Vermittlung deutscher Satzstrukturen im schulischen Kontext.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den linguistischen Grundlagen des Modells, der Unterscheidung von Satztypen, der didaktischen Aufbereitung für den Unterricht sowie dem Nutzen für DaF-Lernende.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, den Mehrwert des topologischen Modells im Deutschunterricht zu belegen und zu erörtern, ob es zur Förderung sprachlicher Kompetenzen in den Lehrplan aufgenommen werden sollte.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender linguistischer Literatur und Didaktik-Konzepte, um die Anwendbarkeit des Modells im schulischen Alltag zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Feldermodell, eine Diskussion über dessen schulgerechte Gestaltung und eine Analyse der Vorteile für Schüler.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem topologisches Feldermodell, Syntax, didaktischer Mehrwert, Sprachvergleich und Satzstruktur.
Was ist das "TmfS" und warum ist es für die Schule relevant?
Das TmfS (Topologisches Modell für die Schule) ist eine Verbindung aus uniformem Modell und Differenzmodell, das entwickelt wurde, um Schülern die syntaktische Struktur der deutschen Sprache anschaulich und schülergerecht zu vermitteln.
Welchen spezifischen Nutzen hat das Modell für den Unterricht in DaF-Schulen?
Es unterstützt Deutschlernende dabei, die Oberflächenstruktur der Sätze zu verstehen und ein Bewusstsein für die variablen Feldpositionen im Deutschen zu entwickeln.
- Arbeit zitieren
- Katharina Stabrey (Autor:in), 2018, Welchen Mehrwert hat das typologische Feldermodell im Deutschunterricht?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/461607