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Sprache in der Kommunalpolitik: Mehrfachadressierung am Beispiel einer Stadtratsitzung

Title: Sprache in der Kommunalpolitik: Mehrfachadressierung am Beispiel einer Stadtratsitzung

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Münch (Author)

German Studies - Linguistics

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Summary Excerpt Details

Die Sprache der Politik ist die Sprache der Macht konstatierten Harold Laswell und Nathan Leiters 1965. Ihr Ziel sei die Herstellung einer politischen und kulturellen Ordnung nach dem Vorbild einer Ideologie (Vgl. Bergsdorf, 1978, 49). So entscheidet die Sprache der Politik über Recht oder Unrecht und trifft verbindliche Entscheidungen für die Bevölkerung. Damit ist gezeigt, dass die politische Sprache auch gleichzeitig politisches Handeln bedeutet. Denn ein politischer Beschluss kann für Tausende oder gar Millionen Menschen eine Veränderung ihres eigenen Lebens bedeuten, ohne dass diese an der direkten Formulierung des Beschlusses und damit an dessen Inhaltsfestlegung beteiligt waren.

Gleichzeitig regt die Sprache der Politik aber auch an zur Diskussion und versucht die Handlungen der politischen Führung durch Erklärungen für die Bevölkerung einsichtig zu machen. Dieser Punkt ist insbesondere für einen demokratischen Staat unerlässlich. Politiker sämtlicher Couleur schreiben sich Transparenz auf die Fahne. Um diese zu erreichen wenden sie sich in Kundgebungen oder über die Medien an die Bevölkerung und werben um Verständnis für die getroffenen Entscheidungen. Doch schon dieser Prozess zeigt, dass die Sprache der Politik weitaus mehr beinhaltet als die Festlegung von Beschlüssen und Gesetzen oder die notwendigen Erklärungsversuche. Zur politischen Kommunikation gehört neben der Argumentation, der Information, der Überzeugungsarbeit und rhetorischem Geschick auch das Werben um Zustimmung sowie die Manipulation, um den Gegner in die sprachliche Defensive zu bringen. Ein Vergleich dieser (mit Sicherheit unvollständigen Aufzählung) mit der politischen Realität macht deutlich, dass die einzelnen Aspekte fast nie getrennt auftreten, sich jedoch meistens an unterschiedliche Adressaten wenden. Diese Arbeit wird sich daher mit dem Problem der Mehrfachadressierung politischer Kommunikation beschäftigen. Hierbei werden die Fragen zu klären sein, wie es zur Mehrfachadressierung kommt, in welcher Weise sie von Politikern (bewusst oder unbewusst) angewendet wird und wer die tatsächlichen Empfänger sind.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ziele politischer Kommunikation

3. Die politische Debatte

4. Das Konzept der Mehrfachadressierung

5. Fallbeispiel Stadtratsitzung

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das linguistische Phänomen der Mehrfachadressierung in der kommunalpolitischen Kommunikation. Dabei wird analysiert, wie Politiker durch spezifische Sprachhandlungen gleichzeitig unterschiedliche Empfängergruppen – wie Stadträte, anwesende Bürger und die Presse – ansprechen und durch diese Inszenierung bestimmte politische Ziele verfolgen.

  • Theoretische Grundlagen politischer Kommunikation und Sprechhandlungsmuster
  • Struktur und Ritualisierung parlamentarischer Debatten
  • Konzept der Mehrfachadressierung nach Peter Kühn
  • Empirische Analyse einer Stadtratssitzung als Fallbeispiel
  • Strategien der Themenirritation und politischen Profilierung

Auszug aus dem Buch

4. Das Konzept der Mehrfachadressierung

Kapitel drei hat gezeigt, dass die politische Debatte nach einem gewissen Schema abläuft und somit auch eine Rollenverteilung impliziert. Bei den erwähnten Fensteransprachen lassen sich die Rollen sehr einfach in Redner und Zuhörer unterteilen. Hauptziel des Redners war es das Publikum von seiner eigenen Meinung zu überzeugen und gegen den politischen Gegner aufzubringen. In einem modernen Parlament lässt sich die der Theaterwelt entnommene Trennung in „Bühne und Zuschauerraum“ (Holly, 1990, 57) ebenfalls vornehmen. Man spricht daher einer politischen Debatte oftmals einen Inszenierungscharakter zu. Doch Inszenierung bedeutet hierbei nicht die Täuschung des Publikums, sondern eine Vorführung demokratischer Abläufe. Der Zuschauer soll erkennen, dass verschiedene Meinungen unter den Parlamentariern herrschen, die schließlich per Diskussion zu einer Lösung führen.

Die größeren Zusammenhänge, die zur Entscheidungsfindung tatsächlich beitragen, werden der Verständlichkeit halber meist nicht erwähnt (Vgl. Holly, 1990, 57ff). Grund hierfür ist der Versuch einen anmaßenden Argumentationsstil, mit dem der Kreis der Empfänger stark eingegrenzt würde, zu vermeiden. Es obliegt der sprachlichen Fähigkeit des Redners, ob er spezifisches Wissen allgemein genug verpacken kann, um es einem größeren Adressatenkreis zugänglich zu machen. Dennoch wird er immer nur einen Teil der Empfänger ansprechen, sofern er nicht einen autoritären Stil anwendet. Sobald ein Redner in einer demokratischen Gesellschaft versucht eine allumfassende Argumentation aufzubauen, würde er sofort der Propaganda, der Agitation oder des Populismus beschuldigt (Vgl. Bußhoff, 1997, 157ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung politischer Sprache als Instrument der Machtausübung und zur Gestaltung gesellschaftlicher Ordnung ein, wobei die Mehrfachadressierung als zentrales Problemfeld identifiziert wird.

2. Ziele politischer Kommunikation: Dieses Kapitel erläutert anhand der Modelle von Kopperschmidt und Holly die Funktionen der politischen Rede, wie das Argumentieren, Solidarisieren und Mobilisieren zur Gewinnung politischer Unterstützung.

3. Die politische Debatte: Hier wird die parlamentarische Debatte als ritualisierter Prozess beschrieben, bei dem der Vorsitzende durch spezifische Sprechhandlungstypen den institutionellen Rahmen und den Verlauf der Diskussion strukturiert.

4. Das Konzept der Mehrfachadressierung: Das Kapitel führt das Modell von Peter Kühn ein, um zu erklären, wie und warum Politiker ihre Äußerungen bewusst oder unbewusst simultan an verschiedene Adressaten richten.

5. Fallbeispiel Stadtratsitzung: In diesem Praxisteil werden Ausschnitte einer Stadtratssitzung analysiert, um die theoretischen Erkenntnisse auf konkrete, situative kommunalpolitische Sprachhandlungen anzuwenden.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Mehrfachadressierung in der politischen Kommunikation unvermeidbar ist und eine wesentliche Rolle in der Inszenierung politischer Standpunkte spielt.

Schlüsselwörter

Mehrfachadressierung, Politische Kommunikation, Stadtratssitzung, Sprechhandlungstheorie, Parlamentarische Debatte, Inszenierung, Rhetorik, Politiker, Sprachgebrauch, Adressatenkreis, Argumentation, Politische Macht, Kommunikation, Diskursanalyse, Polyvalenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die sprachlichen Strategien von Politikern in kommunalen Gremien, insbesondere wie durch das Konzept der Mehrfachadressierung unterschiedliche Zielgruppen gleichzeitig angesprochen werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Theorie der politischen Kommunikation, die Untersuchung parlamentarischer Debattenstrukturen und die Anwendung von Modellen zur Adressatenanalyse.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, wie es zur Mehrfachadressierung kommt, wie Politiker diese bewusst oder unbewusst einsetzen und wer die tatsächlichen Empfänger dieser Sprachhandlungen sind.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit nutzt eine linguistische Analyse, basierend auf den Modellen von Peter Kühn zur Mehrfachadressierung sowie den Sprachhandlungsmodellen von Werner Holly und Armin Burkhardt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Kommunikationsmodelle und eine empirische Fallstudie anhand eines Transkripts einer Stadtratssitzung über den Kauf eines Schulgebäudes.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Mehrfachadressierung, Politische Kommunikation, Sprechhandlung, Inszenierung und Polyvalenz.

Was ist das zentrale Ergebnis der Analyse der Stadtratssitzung?

Die Analyse zeigt, dass nahezu jede Äußerung im Stadtrat mehrfachadressiert ist, wobei die Stadträte ihre Aussagen strategisch an das Gremium, die anwesende Öffentlichkeit und die lokale Presse richten.

Warum spielt die Inszenierung in den untersuchten Stadtratsitzungen eine Rolle?

Die Inszenierung dient dazu, politische Abläufe als demokratisch-rational darzustellen, auch wenn die Entscheidungen oft bereits vorab in Ausschüssen getroffen wurden, um das Publikum von der eigenen Position zu überzeugen.

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Details

Title
Sprache in der Kommunalpolitik: Mehrfachadressierung am Beispiel einer Stadtratsitzung
College
Technical University of Chemnitz  (Philosophische Fakultät / Fachbereich Germanistik)
Course
Sprache in Institutionen und Organisationen
Grade
1,3
Author
Michael Münch (Author)
Publication Year
2004
Pages
27
Catalog Number
V46131
ISBN (eBook)
9783638433914
Language
German
Tags
Sprache Kommunalpolitik Mehrfachadressierung Beispiel Stadtratsitzung Sprache Institutionen Organisationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Münch (Author), 2004, Sprache in der Kommunalpolitik: Mehrfachadressierung am Beispiel einer Stadtratsitzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/46131
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