Bis zum 19. Jahrhundert wurden Menschen mit Behinderungen von vielen gesellschaftlichen Bereichen ausgeschlossen und galten als nicht bildungsfähig. Erst durch die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 wurde Inklusion ein verpflichtender Bestandteil von Schule. Mithilfe von inklusiven Schulen, sollen Menschen mit Behinderungen die gleichen Chancen in der freien Gesellschaft erlangen. Schulen stehen somit vor der Herausforderung, sich im Inklusionsparadigma weiterzuentwickeln.
Die Vermeidung von Exklusion und Herstellung von gleichen Bildungschancen zählen seit jeher zu den Aufgaben der Schulsozialarbeit. Somit sind Schulsozialarbeiter/innen auch für die Entwicklung von integrativen Schulen zuständig. Doch der Inklusionsprozess stellt auch Schulsozialarbeit vor eine neue Herausforderung. Schulsozialarbeit kann seinen Beitrag im Inklusionsprozess nur leisten, wenn die Rahmenbedingen an Schulen darauf ausgerichtet sind. Für alle Beteiligten im Inklusionsprozess ist es wichtig, ihre Rolle zu kennen und zu wissen, wer für welche Aufgaben zuständig ist. Daraus ergibt sich die Frage: welche Chancen und Möglichkeiten ergeben sich für Schulsozialarbeiter/innen im Inklusionsparadigma? Wo stößt auch die Schulsozialarbeit an ihre Grenzen? Ziel der Arbeit ist es zunächst dem Leser einen Überblick über den Inhalt der UN- Behindertenrechtskonvention zu geben und somit auf die derzeitige Situation von Inklusion an Schule aufmerksam zu machen. Des Weiteren soll der Begriff Inklusion, besonders in Bezug auf die Umsetzung an Schulen, definiert werden. Anschließend wird ein Überblick über die Entwicklung und die Aufgaben von Schulsozialarbeit gegeben. Im analytischen Teil sollen dann Chancen und Grenzen von Schulsozialarbeit im Inklusionsprozess veranschaulicht und gegenübergestellt werden. Über Inklusion an allgemeinen Schulen gibt es viele verschiedene Meinungen. Diese sollen in dieser Arbeit nicht diskutiert werden. Die Notwendigkeit von Inklusion wird vorausgesetzt.
Inhaltsverzeichnis
1. UN-Behindertenrechtskonvention
2. Inklusion
2.1 Abgrenzung der Begriffe
2.1.1Exklusion
2.1.2 Separation
2.1.3 Integration
2.1.4 Inklusion
2.2 Eine Schule für Alle: Inklusion an Schulen
3. Schulsozialarbeit
3.1 Entwicklung der Schulsozialarbeit
3.2 Definition und Ziele von Schulsozialarbeit
3.3 Methoden der Schulsozialarbeit
4. Inklusion als Aufgabe von Schulsozialarbeit
5. Chancen und Möglichkeiten von Schulsozialarbeit
6. Grenzen von Schulsozialarbeit
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Schulsozialarbeit im Kontext der Inklusion an Schulen, wobei die zentrale Forschungsfrage darauf abzielt, welche spezifischen Chancen und Hindernisse sich für Schulsozialarbeiter bei der Umsetzung des Inklusionsparadigmas ergeben.
- Grundlagen der UN-Behindertenrechtskonvention und Inklusion
- Differenzierung der Begriffe Exklusion, Separation, Integration und Inklusion
- Rolle und Aufgaben der Schulsozialarbeit im modernen Bildungssystem
- Analyse interprofessioneller Kooperationen und ihrer Herausforderungen
- Barrieren und Rahmenbedingungen bei der Inklusionsumsetzung
Auszug aus dem Buch
6. Grenzen von Schulsozialarbeit
Trotz all der Möglichkeiten, die sich der Schulsozialarbeit bieten, ergeben sich auch Grenzen, die Schulsozialarbeiter/innen das Arbeiten erschweren. Besonders bei dem Versuch alle Kinder gleichermaßen in den Unterricht zu inkludieren. Ein großes Hindernis stellt die Kooperation dar. Da die Schulsozialarbeit freiwillig gestaltet ist, sind Schulsozialarbeiter/innen darauf angewiesen, dass Lehrer, Schüler, Eltern und außerschulische Kooperationspartner sich freiwillig engagieren und an Angeboten aus eigenem Interesse teilnehmen. Besonders Lehrer möchten ihren Job nur selten teilen. Es fällt ihnen schwer, Verantwortung an Kollegen wie Schulsozialarbeitern oder Sonderpädagogen zu übergeben. Sie sehen in Schulsozialarbeitern häufig ihre Konkurrenten. Kommunikation und Austausch unter den Instanzen schlägt oftmals fehl. Fächerübergreifende oder soziale Themen im Unterricht anzusprechen ist nicht leicht, denn Lehrer/innen möchten in ihrem Stoff vorankommen, den Lehrplan befolgen und Schulsozialarbeiter/innen keine Unterrichtszeit für fachfremde Themen überlassen. Da Lehrer/innen nicht gezielt darauf geschult sind, Probleme zu erkennen, erachten sie präventive Maßnahmen der Schulsozialarbeiter erst gar nicht als notwendig. Viele Lehrer/innen sind zusätzlich der Meinung, dass Inklusion an Schulen nicht notwendig oder erstrebenswert ist.
Darüber hinaus gestaltet sich die Kooperation mit Eltern schwierig. Zum einen interessieren sich viele überhaupt nicht für das Schulleben ihrer Kinder. Grund dafür kann ein zeitintensiver Job sein. Oft möchten Erziehungsberechtigte die Erziehung und Verantwortung an Schulen übertragen und den Kindern im Elternhaus einen außerschulischen Ort schaffen. An Beratungsangeboten oder Elternabenden zeigen nur eine geringe und gleichbleibende Anzahl Interesse. Besonders die Eltern, dessen Kinder bezüglich Inklusion noch sensibilisiert werden müssten, erscheinen nicht zu Veranstaltungen zum Thema und können so nicht informiert werden. Außerdem erhalten Eltern, dessen Kinder Hilfe benötigen und inklusive Angebote in Anspruch nehmen müssten, aus diesem Grund häufig keine Informationen oder Unterstützung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. UN-Behindertenrechtskonvention: Erläutert die Ratifizierung und die Bedeutung der Konvention für das Recht auf Bildung und die Forderung nach einem inklusiven Schulsystem.
2. Inklusion: Definiert den Begriff Inklusion und grenzt ihn durch eine Analyse von Exklusion, Separation und Integration theoretisch ab.
3. Schulsozialarbeit: Beschreibt die historische Entwicklung, die Definition sowie die verschiedenen Methoden und Ziele der Schulsozialarbeit.
4. Inklusion als Aufgabe von Schulsozialarbeit: Beleuchtet die spezifische Verantwortung der Schulsozialarbeit, Barrieren abzubauen und Teilhabe zu ermöglichen.
5. Chancen und Möglichkeiten von Schulsozialarbeit: Analysiert das Potenzial zur Unterstützung durch Beratung, Vernetzung und multiprofessionelle Kooperationen.
6. Grenzen von Schulsozialarbeit: Identifiziert Hindernisse wie mangelnde Kooperationsbereitschaft, fehlende Ressourcen und strukturelle Probleme an Schulen.
7. Fazit und Ausblick: Führt die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit systemischer Veränderungen für eine erfolgreiche Inklusion.
Schlüsselwörter
Inklusion, Schulsozialarbeit, UN-Behindertenrechtskonvention, Bildungsgerechtigkeit, Exklusion, Separation, Integration, multiprofessionelles Team, Schulentwicklung, Kooperation, Beratungsarbeit, Teilhabe, Vielfalt, Schulkultur, Sozialpädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Aufgaben, Chancen und Herausforderungen der Schulsozialarbeit im Kontext der schulischen Inklusion.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Klärung von Inklusion, den rechtlichen Rahmenbedingungen und der praktischen Rolle der Schulsozialarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wo Schulsozialarbeit im Inklusionsprozess unterstützen kann und an welchen strukturellen oder persönlichen Grenzen sie dabei stößt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlicher Literatur, Gesetzesgrundlagen und Modellen der sozialen Arbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Inklusion, die Darstellung der Schulsozialarbeit sowie eine analytische Gegenüberstellung von deren Chancen und Grenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Inklusion, Schulsozialarbeit, multiprofessionelle Kooperation, Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe.
Warum wird die Kooperation mit Lehrkräften als problematisch dargestellt?
Die Arbeit weist darauf hin, dass Lehrer ihre professionelle Autonomie wahren wollen, Inklusion teilweise ablehnen und Schulsozialarbeiter oft eher als Konkurrenten denn als Kooperationspartner betrachten.
Welche Rolle spielt das Elternhaus bei der Inklusion?
Eltern werden als schwierige Akteure beschrieben, da viele kein Interesse am Schulleben zeigen, Vorbehalte gegen Inklusion haben oder für beratende Angebote kaum erreichbar sind.
- Arbeit zitieren
- Sarah Küsters (Autor:in), 2018, Welche Grenzen und Möglichkeiten ergeben sich für Schulsozialarbeit in dem Bereich der Inklusion an Schulen?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/459954