In dieser Arbeit werden in Kapitel zwei allgemeine Grundlagen für das Verständnis zur Leiharbeit dargestellt. Anschließend folgt in Kapitel drei und vier eine Vorstellung der Chancen und Risiken. Um die Arbeit abzuschließen werden im fünften Kapitel die Ergebnisse aus den zwei vorangegangenen Kapitel kurz gegenübergestellt um im Anschluss daran die Arbeit mit einen persönlichen Fazit sowie der Beantwortung der eingangs aufgestellten These zu beenden.
Bedingt durch diese Aussage der Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles und vor dem Hintergrund der angekündigten Reform ergibt sich die Motivation dieser Seminararbeit die Vorteile und Nachteile von Leiharbeit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Deutschland genauer darzustellen. Des Weiteren wird die These vertreten, dass Leiharbeit ein Arbeitsverhältnis darstellt, bei dem die Nachteile durch die Prekarisierung der Leiharbeitnehmer gegenüber den Vorteilen überwiegen.
Gliederung
1. Einleitung
2. Arbeitnehmerüberlassung
2.1 Definition
2.2 Gesetzliche Grundlage und historische Entwicklung
2.3 Strukturelle Merkmale der Arbeitnehmerüberlassung
3. Chancen
3.1 Flexibilisierung und Absicherung für Einsatzbetriebe
3.2 Disziplinierung der Belegschaft
3.3 Aussicht auf Übernahme und damit die Rückkehr zu einem NAV
3.4 Reduzierung von Arbeitslosigkeit
4. Risiken
4.1 Unsicherer Arbeitsplatz
4.2 Lohneinbußungen
4.3 Konflikt zwischen Stamm- und Randbelegschaft
4.4 Geringe betriebliche Partizipation der Leiharbeiter
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Arbeitnehmerüberlassung in Deutschland. Ziel ist es, die Chancen und Risiken dieser Beschäftigungsform für Unternehmen sowie Arbeitnehmer detailliert darzustellen und die These zu prüfen, ob die Nachteile für die Leiharbeitnehmer durch Prekarisierung gegenüber den Vorteilen überwiegen.
- Wirkungsweise und Struktur der Arbeitnehmerüberlassung (Dreiecksverhältnis)
- Historische Entwicklung und rechtliche Rahmenbedingungen (AÜG-Reformen)
- Betriebswirtschaftliche Potenziale wie Flexibilisierung und Kosteneinsparung
- Soziale Auswirkungen auf Leiharbeitnehmer, insbesondere Prekarisierungsrisiken
- Konfliktpotenziale zwischen Stammbelegschaft und Leiharbeit
Auszug aus dem Buch
3.1 Flexibilisierung und Absicherung für Einsatzbetriebe
Ein zentrales Merkmal von Leiharbeit ist die Flexibilisierung des Entleihunternehmens (Holst, 2009, S.143). Hinsichtlich der internen Flexibilität kann das Unternehmen mit Hilfe von Leiharbeit gezielt auf Auftragsschwankungen reagieren, oder bezogen auf die externe numerischen Flexibilität den Ausfall der Stammbelegschaft im Fall von Elternzeit, Krankheit oder Urlaub zu kompensieren (Jahn, 2005, S. 398).
Dem Aspekt der Flexibilisierung setzt der Wirtschaftsoziologe Prof. Dr. Hajo Holst entgegen, dass sich diesbezüglich ein Funktionswandel in den letzten Jahren vollzogen hat (Holst, 2009, S.144). Die Entleihunternehmen, die in diesem Fall als Intensivnutzer bezeichnet werden, haben ihre Strategie der Nutzung von Leiharbeit dahingehend verändert, dass sie dazu übergegangen sind, intensiver auf LAN zurückzugreifen (vgl. ebd.). Bei dieser neuen Form Leiharbeit wird die Stammbelegschaft nicht mehr ad hoc ersetz bzw. bei Auftragsspitzen zusätzlich eingestellt, sondern es wird ein, vom Management gezielt kalkulierter, Bestand an LAN über 20 % aufgebaut (vgl. ebd. S.147-148). Im Jahr 2006 betrug der Anteil Intensivnutzer 10 % (vgl. ebd. S.143). Der Einsatz von Leiharbeit erfolgt daher ergänzend zur Reduzierung der Kernbelegschaft, um sich gegen wirtschaftliche sowie arbeitspolitische Entwicklungen in der Zukunft abzusichern und dadurch letztendlich mehr Kontrolle über die Kapitelrendite zu erzielen (vgl. ebd. S.145).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der atypischen Beschäftigung und Vorstellung der zentralen These bezüglich der Prekarisierung von Leiharbeitnehmern.
2. Arbeitnehmerüberlassung: Definition des Dreiecksverhältnisses, Darstellung der gesetzlichen Grundlagen sowie der historischen Entwicklung des AÜG.
3. Chancen: Analyse der Vorteile für Unternehmen durch Flexibilisierung sowie potenzielle Chancen für Arbeitnehmer hinsichtlich des Wiedereinstiegs in den Arbeitsmarkt.
4. Risiken: Untersuchung der negativen Aspekte wie Arbeitsplatzunsicherheit, Lohnunterschiede, Konflikte mit der Stammbelegschaft und eingeschränkte Partizipation.
5. Fazit: Zusammenführende Bewertung der Chancen und Risiken sowie Bestätigung der eingangs aufgestellten These zur Prekarisierung.
Schlüsselwörter
Arbeitnehmerüberlassung, Leiharbeit, Normalarbeitsverhältnis, AÜG, Flexibilisierung, Prekarisierung, Stammbelegschaft, Randbelegschaft, Arbeitsmarktintegration, Equal Pay, Arbeitnehmerrechte, Mitbestimmung, Beschäftigungsrisiko, Deregulierung, Tarifverträge
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen und Strukturen der Arbeitnehmerüberlassung in der Bundesrepublik Deutschland.
Welche Themenfelder stehen im Fokus?
Zentral sind die ökonomischen Vorteile für Unternehmen, die Auswirkungen auf die Arbeitsmarktstruktur sowie die sozialen und arbeitsrechtlichen Risiken für die Leiharbeitnehmer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Gegenüberstellung von Chancen und Risiken sowie die Prüfung der These, dass die Nachteile durch Prekarisierung für die Leiharbeitnehmer überwiegen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literatur- und Sekundärdatenanalyse basierend auf arbeitssoziologischen Fachpublikationen und Statistiken der Bundesagentur für Arbeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Definition des Arbeitsverhältnisses, die Aufarbeitung der Chancen (z.B. Flexibilisierung, Brückeneffekt) und die detaillierte Darstellung der Risiken (z.B. Lohneinbußen, mangelnde Partizipation).
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind Prekarisierung, Flexibilisierung, Dreiecksverhältnis, Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) und der Vergleich zwischen Stamm- und Randbelegschaft.
Wie bewertet die Autorin das "Sprungbrett"-Argument für Leiharbeitnehmer?
Die Autorin stuft die Aussicht auf eine Übernahme als eher gering ein, wobei die statistische Quote von ca. 30 % verdeutlicht, dass Leiharbeit nicht pauschal als sichere Brücke in ein Normalarbeitsverhältnis dienen kann.
Welchen Einfluss haben die gesetzlichen Änderungen des AÜG auf die Praxis?
Die Autorin stellt fest, dass trotz regulatorischer Reformen rechtliche Grauzonen fortbestehen, die es Unternehmen ermöglichen, arbeitsmarktpolitische Flexibilisierungsziele auf Kosten der Arbeitnehmerstabilität umzusetzen.
- Quote paper
- Katharina Kleinrahm (Author), 2016, Arbeitnehmerüberlassung in der Bundesrepublik Deutschland. Chancen und Risiken für Unternehmen und Arbeitnehmer, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/458224