Die vorliegende Arbeit zeigt, wie man im Lateinunterricht die grammatischen Kategorien Gerundium und Gerundivum besser voneinander unterscheiden kann.
Im heutigen Lateinunterricht zählen Gerundium und Gerundivum sicherlich zu den Themen, die erst relativ spät behandelt werden. In der Regel findet die Einführung in diese grammatische Thematik erst im Übergang zwischen Lehrbuch- und Lektürephase statt, teilweise begleitend zur ersten Lektüre, als klassisches Beispiel dient stets Caesars "De bello gallico". Eignet sich doch gerade dieses Werk, so glaubt man, durch Caesars häufige Verwendung von Gerundialformen, um daran dieses Thema abzuhandeln. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass es SuS häufig schwerfällt, genau zwischen Gerundium und Gerundivum zu unterscheiden. Vielen SuS erschließt sich die Funktionsweise nicht auf den ersten Blick, sodass oft Unklarheit darüber entsteht, wann in einem Text nun Gerundium und wann Gerundivum benutzt wird. In diesem Portfolio soll anhand einer kurzen Einführung in Grundsätze und Besonderheiten der Verwendung von Gerundium und Gerundivum ein Lösungsansatz für genanntes Problem in Form einer klaren Unterscheidung von Gerundium und Gerundivum entworfen werden.
Gerundium und Gerundivum gehören zu den Verbalnomina. Dies bedeutet, es handelt sich um Wörter nominalen Charakters, die aus Verbalformen entstanden sind. Hier unterscheidet man zwischen Verbalsubstantiven und Verbaladjektiven. Während das Gerundium, wie der Infinitiv und die Supina zu den Verbalsubstantiven zählt, gehört das Gerundivum, wie die Partizipien, zu den Verbaladjektiven.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Allgemeines und Besonderheiten von Gerundium und Gerundivum
3. Das Gerundium
4. Das Gerundivum
4.1 Attributives Gerundivum
4.2 Prädikatives Gerundivum
5. Unterschiede Gerundium – Gerundivum
Zielsetzung und Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, Schülern und Schülern (SuS) eine klare Hilfestellung zur Unterscheidung der lateinischen Formen Gerundium und Gerundivum zu bieten. Basierend auf der grammatischen Analyse soll ein Lösungsansatz entwickelt werden, der die Funktionsweise und die spezifischen Verwendungsweisen der beiden Verbalnomina transparent macht.
- Grundlagen der Verbalnomina im Lateinischen
- Strukturelle Analyse des Gerundiums als Verbalsubstantiv
- Anwendungsmöglichkeiten des Gerundivums (attributiv und prädikativ)
- Syntaktische Regeln und Kongruenz-Kriterien
- Direkter Vergleich der Merkmale zur praktischen Identifikation im Unterricht
Auszug aus dem Buch
Das Gerundivum
Das Gerundivum ist ein passives Verbaladjektiv (d.h., ein von einem Verb abgeleitetes Adjektiv) mit dem Nebensinn der Notwendigkeit (Nezessität)
Bsp.: laudandus = ein zu lobender; lobenswert
Es bezeichnet daher „eine Handlung, die sich in der Ausführung befindet oder die ausgeführt werden muss bzw. nicht ausgeführt werden darf.“ Es wird sowohl im Singular als auch im Plural dekliniert innerhalb der Endungen der o- und a- Deklination.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten von Lernenden bei der Unterscheidung von Gerundium und Gerundivum im Übergang zur Lektürephase.
2. Allgemeines und Besonderheiten von Gerundium und Gerundivum: Es werden die gemeinsamen verbalen Ursprünge und die grundlegende Kategorisierung als Verbalsubstantiv bzw. Verbaladjektiv definiert.
3. Das Gerundium: Dieses Kapitel erläutert die Verwendung des Gerundiums als Ersatz für obliquen Kasus des Infinitivs und dessen Deklinationsmöglichkeiten.
4. Das Gerundivum: Dieser Abschnitt beschreibt das Gerundivum als passives Verbaladjektiv mit Nezessitätsbedeutung und differenziert zwischen attributiver und prädikativer Verwendung.
5. Unterschiede Gerundium – Gerundivum: Eine abschließende tabellarische Übersicht stellt die wesentlichen Kriterien gegenüber, um die Identifikation der Formen im Text zu erleichtern.
Schlüsselwörter
Lateinunterricht, Gerundium, Gerundivum, Verbalnomina, Verbalsubstantiv, Verbaladjektiv, KNG-Kongruenz, Nezessität, prädikatives Gerundivum, attributives Gerundivum, Kasus, Deklination, Transitivität, passivisch, aktivisch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der grammatischen Unterscheidung zwischen Gerundium und Gerundivum im Lateinischen, um Schülern bei der korrekten Identifikation und Verwendung dieser Formen zu helfen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Definition von Verbalnomina, die morphologische Formbildung und die syntaktische Verwendung im Satzbau.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Unterschiede beider Formen zu schaffen, da Lernende im Lateinunterricht häufig Schwierigkeiten bei deren korrekter Zuweisung haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse lateinischer Grammatik-Standardwerke, um eine didaktisch aufbereitete Übersicht zu erstellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Merkmale des Gerundiums, des attributiven Gerundivums sowie des prädikativen Gerundivums inklusive der Notwendigkeitsbedeutung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Verbalsubstantiv, Verbaladjektiv, KNG-Kongruenz, Nezessität und Deklination geprägt.
Was ist der Unterschied zwischen attributivem und prädikativem Gerundivum?
Das attributive Gerundivum bildet eine KNG-Kongruenz mit einem Substantiv, während das prädikative Gerundivum in Verbindung mit "esse" eine Notwendigkeit ausdrückt.
Welche Rolle spielt die Transitivität bei der Unterscheidung?
Transitive Verben sind entscheidend für die attributive Verwendung des Gerundivums, während bei prädikativer Verwendung auch intransitive Verben eine unpersönliche Notwendigkeit ausdrücken können.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Zur Unterscheidung von Gerundium und Gerundivum im Lateinunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/457898