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Die Pest in der Literatur

Title: Die Pest in der Literatur

Term Paper (Advanced seminar) , 1999 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jörg Erdmann (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

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Summary Excerpt Details

Die Große Pest von 1348/49 stellt in der Geschichte des Abendlandes eine gewaltige Zäsur dar. Neben ihren drastischen Folgen auf demographischer Ebene reichen ihre Auswirkungen weit in wirtschaftliche, soziale und politische Bereiche hinein und auch in geistesgeschichtlicher Hinsicht scheint sie nicht ohne spürbare Wirkung gewesen zu sein. Ziel dieser Arbeit ist es, den Einwirkungen der Pest auf die abendländische Kultur dort nachzuspüren, wo sich diese Kultur am deutlichsten manifestiert: in der Literatur. Es soll untersucht werden, in welcher Weise sich die Todeserfahrung der Großen Pest in dieser Literatur nach 1349 widerspiegelt und ob sich hier Anzeichen für eine Veränderung der gesellschaftlichen Lebens- und Moralvorstellungen nach der Pest finden lassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zielbestimmung

2. Das mittelalterliche Lebenskonzept und seine literarische Umsetzung vor der Pest

2.1 Die christliche Todes- und Moralvorstellung

2.2 Der Niederschlag der christlichen Todes- und Moralvorstellung in der Literatur vor der Pest

3. Der sog. 'ältere vierzeilige oberdeutsche Totentanz'

3.1 Zur Überlieferung des Textes

3.2 Quellenstudie

3.3 Ergebnis

4. Petrarcas Brief 'an seinen Bruder Gherardo'

4.1 Petrarca und die Pest

4.2 Quellenstudien

4.3 Ergebnis

5. Boccaccios Decameron

5.1 Boccaccio und die Pest

5.2 Boccaccios Decameron und das darin entwickelte 'alternative Lebenskonzept'

5.3 Ergebnis

6. Schlußbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Großen Pest von 1348/49 auf die abendländische Kultur, wobei der Fokus auf der literarischen Reflexion der Todeserfahrung und potenziellen Veränderungen gesellschaftlicher Lebens- und Moralvorstellungen liegt. Es wird analysiert, inwieweit literarische Quellen als Spiegel gesellschaftlicher Realitäten fungieren.

  • Einfluss der Pest auf das mittelalterliche Weltbild
  • Die literarische Gattung des Totentanzes
  • Existenzielle Krisen im Werk von Francesco Petrarca
  • Das Decameron als Entwurf eines alternativen Lebenskonzepts
  • Wandel von christlich-asketischen zu naturrechtlich orientierten Lebensmodellen

Auszug aus dem Buch

4.2 Quellenstudie

Petrarcas Brief 'an Gherardo' wurde wahrscheinlich am 22. Juni 1349 von Parma aus geschrieben, steht also noch in unmittelbarem zeitlichen Kontext zur Pest. Der Adressat ist jedoch nach überwiegender Forschungsmeinung nicht Petrarcas Bruder Gherardo, sondern sein enger Freund Luigi Santo di Beeringen, ein flämischer Komponist, den er um 1326 in Avignon kennengelernt hatte und den er "wegen seines geistigen Ernstes" meist 'Sokrates' nannte.

Formal läßt sich die Quelle in drei 'Sinnabschnitte' unterteilen, die sich äußerlich durch einen Wechsel der vom Schreiber angesprochenen Adressaten unterscheidet. Der erste 'Sinnabschnitt' wendet sich an Petrarcas Freund ‘Sokrates’, der zweite, etwa ab der Hälfte des Briefes, wird eingeleitet durch den Ausruf "O Gerechtester" und richtet sich in gebetsartiger Weise an Gott selbst; erst gegen Ende des Briefes kehrt Petrarca wieder zu 'Sokrates' zurück.

Bereits der erste Absatz wirft die Frage nach der Funktion und der Bedeutung des gesamten Briefes auf - er wird nämlich beherrscht von zwei Zitaten aus der antiken Literatur, die von Petrarca auch deutlich als solche gekennzeichnet werden. Schon die Anrede besteht aus einem solchen Zitat: "Mein Bruder, mein Bruder, mein Bruder" - anschließend folgt der explizite Hinweis, daß mit diesen Worten auch ein Brief Ciceros beginne. Seine eigene psychische Befindlichkeit charakterisiert Petrarca im Anschluß daran durch einen Satz von Vergil: "Überall herrscht gramvolle Trauer, überall Angst und allgemein zeigt sich der Tod." Die Tatsache, daß Petrarca hier nicht mit eigenen Worten, sondern in Zitaten spricht, wirft in Bezug auf die Bewertung und Einordnung des Briefes sicherlich die Frage auf, ob es sich dabei um einen artifiziellen Text, also um 'für die Öffentlichkeit stilisierte Verzweiflung', handelt oder ob hier trotz der Verwendung von Zitaten eine unmittelbare, nicht durch Stilisierungen verfremdete und verstellte Lebensäußerung des Dichters vorliegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zielbestimmung: Einführung in die Forschungsfrage hinsichtlich der literarischen Manifestation der Pest-Auswirkungen und Definition des Literaturbegriffs im Kontext der Arbeit.

2. Das mittelalterliche Lebenskonzept und seine literarische Umsetzung vor der Pest: Erläuterung der christlich-asketischen Welt- und Todesauffassung sowie deren Verankerung in der Literatur durch Motive wie Memento-mori.

3. Der sog. 'ältere vierzeilige oberdeutsche Totentanz': Untersuchung des Totentanzes als Ausdruck traditioneller Bußliteratur, die auch nach der Pest das asketische Lebensideal bewahrt.

4. Petrarcas Brief 'an seinen Bruder Gherardo': Analyse eines intimen Zeugnisses der existentiellen Krise, in dem der Autor zwischen traditioneller christlicher Sinnsuche und neuen, naturrechtlichen Zweifeln schwankt.

5. Boccaccios Decameron: Darstellung des Decameron als Gegenentwurf zur christlichen Asketik, der menschliche Leidenschaften und natürliche Bedürfnisse in den Mittelpunkt rückt.

6. Schlußbemerkung: Synthese der Ergebnisse, die eine beschleunigte, aber schrittweise Transformation des europäischen Geistes durch die Pesterfahrung konstatiert.

Schlüsselwörter

Große Pest, 1348, Literatur, Mittelalter, Totentanz, Memento-mori, Contemptus-mundi, Petrarca, Boccaccio, Decameron, Asketik, Naturrecht, Existenzkrise, Lebenskonzept, Humanismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Einwirkungen der Pestepidemie von 1348/49 auf die abendländische Kultur und Literatur, um zu ergründen, ob sich dadurch Veränderungen in den Todes- und Moralvorstellungen manifestierten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der mittelalterliche Totentanz, das Werk von Francesco Petrarca und das Decameron von Boccaccio im Hinblick auf ihre Auseinandersetzung mit Sterblichkeit und Lebensführung.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, nachzuspüren, ob sich in der Literatur nach 1349 Anzeichen für einen Paradigmenwechsel gesellschaftlicher Lebens- und Moralvorstellungen finden lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?

Die Arbeit nutzt eine exemplarische Quellenanalyse, bei der drei literarische Hauptquellen direkt auf ihre religiösen, weltanschaulichen und philosophischen Aussagen hin untersucht werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse traditioneller Totentanz-Literatur, eine Fallstudie zu einem Brief Petrarcas und eine tiefgehende Untersuchung der drei Ebenen im Decameron Boccaccios.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Schlüsselwörter wie 'Memento-mori', 'Contemptus-mundi', 'Asketik' und 'Naturrecht' bilden das theoretische Gerüst, um den Wandel vom mittelalterlichen Denken zur Renaissance-Geisteswelt zu beschreiben.

Wie bewertet der Autor den Totentanz im Kontext der Pest?

Der Autor ordnet den Totentanz als Form der traditionellen christlichen Bußliteratur ein, die primär das Ziel verfolgte, die Menschen zum asketischen Leben zu mahnen, statt soziale Umbrüche zu fordern.

Was unterscheidet Boccaccios Decameron laut der Untersuchung von früheren Werken?

Boccaccio entwirft laut der Analyse ein alternatives Lebenskonzept, das die menschliche Triebnatur und Bedürfnisse nicht länger als sündhaft, sondern als natürlich und legitim betrachtet.

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Details

Title
Die Pest in der Literatur
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Historisches Seminar)
Course
Die große Pest von 1348/49
Grade
1,0
Author
Jörg Erdmann (Author)
Publication Year
1999
Pages
25
Catalog Number
V45557
ISBN (eBook)
9783638429405
ISBN (Book)
9783638724418
Language
German
Tags
Pest Literatur Pest
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörg Erdmann (Author), 1999, Die Pest in der Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/45557
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