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Gestaltung und Funktion der Wächterfigur in Wolframs von Eschenbach Tageliedern

Mit Fokus auf die Rolle des Wächters im Tagelied "Sîne klâwen"

Title: Gestaltung und Funktion der Wächterfigur in Wolframs von Eschenbach Tageliedern

Term Paper , 2018 , 16 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Lisa Krack (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit widmen wir uns den Tageliedern Wolframs von Eschenbach, der oft als der eigentliche Schöpfer des deutschen Tageliedes bezeichnet wird. Zudem wird Wolfram von Eschenbach die Übernahme der Wächterfigur in das Personal des höfischen Tagelieds zugeschrieben. Allerdings können diese Behauptungen von der Forschung bis heute weder bestätigt noch widerlegt werden. Die Wächterfigur Wolframs steht im Fokus dieser Untersuchung.

Ziel dieser Analyse ist es die in der mittelalterlichen Literatur umstrittene Figur des Wächters aus den wolframschen Tageliedern, der sich unter anderem durch seine tagewîse auszeichnet, näher zu betrachten. Hierbei soll das Tagelied II Sîne klâwen im Zentrum der Untersuchung stehen. Mithilfe einer Interpretation des Liedes und einer detaillierten Analyse des Wächters, seiner Gestaltung und spezifischen Funktion im Tagelied, soll ein Vergleich mit den Wächterfiguren der restlichen vier Tagelieder ermöglicht werden. In dieser Untersuchung sollen eventuelle Unterschiede, Gemeinsamkeiten, aber auch Besonderheiten dieser dritten Sprecherrolle dargelegt werden. Zusätzlich soll eine von einigen Autoren festgestellte Entwicklung dieser Figur überprüft werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wolframs von Eschenbach Tagelieder

3. Die Figur des Wächters

3.1. Kritik an der Wächterfigur

3.2. Der wolframsche Wächter

3.2.1. Lied I: Den morgenblic

3.2.2. Lied V: Von der zinnen

3.2.3. Lied VII: Ez ist nu tac

3.2.4. Lied IV: Der helden minne

4. Lied II: Sîne klâwen

4.1. Form

4.2. Interpretation mit Fokus auf die Wächterfigur

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit widmet sich der Analyse der Wächterfigur in den fünf Tageliedern von Wolfram von Eschenbach. Das primäre Ziel ist es, die spezifische Funktion, Gestaltung und Entwicklung dieser Figur zu untersuchen, wobei das Tagelied "Sîne klâwen" als zentraler Untersuchungsgegenstand dient, um durch Vergleiche mit den anderen Liedern Erkenntnisse über die Rolle des Wächters zu gewinnen.

  • Die Funktion des Wächters als konstitutives Element des Tagelieds
  • Die Entwicklung der Wächterfigur in Wolframs Werk
  • Das Tagelied "Sîne klâwen" als zentrale Fallstudie
  • Die Ambivalenz des Wächters zwischen höfischer Ordnung und mitfühlendem Individuum
  • Kritische Rezeption der Wächterfigur in der literaturwissenschaftlichen Forschung

Auszug aus dem Buch

Interpretation mit Fokus auf die Wächterfigur

Das Tagelied beginnt mit den zwei Worten Sîne klâwen (1,1), die auch den Titel des Liedes bilden. Es sind die Worte des Wächters, der in Form eines Monologs den Tagesanbruch konstatiert und den Liebenden seine Beobachtungen schildert. Er reißt das Paar aus seiner heilen Welt, indem er es aus der schützenden Nacht in den bedrohlichen Tag versetzt. Die Beschreibung des Eingangsbildes, des Tagesungeheuers, gilt als „one of the most powerful images in all of medieval lyric“. Das Motiv des Tagwerdens wird in Lied II von einer Bestie übernommen, deren Klauen die schützende Wolkendecke durchbrechen und infolgedessen die Liebenden voneinander trennt. Welches Tier dem Ungeheuer entspricht ist in der Forschung umstritten, man geht jedoch, aufgrund der beschriebenen Pranken, von einem Raubtier aus.

Diese Metapher wurde bewusst eingesetzt, um die Gefahr, die der Tag mit sich bringt, zu akzentuieren und das Bedrohliche hervorzuheben. Diese negative Deutung des Tagesanbruchs geht von der Psyche des Liebespaars vor dem bevorstehenden Abschied aus. Der oftmals dem „Tageshass“ beschuldigte Wächter steht dem Tagesanbruch neutral gegenüber. Die Tagesfeindlichkeit ist nämlich eine Eigenschaft, die im Tagelied allein dem Liebespaar zugeordnet werden kann.

Dem Wächter dieses Liedes werden einzigartige Fähigkeiten zugesprochen, denn in keinem anderen mittelhochdeutschen Tagelied ist der Wächter in der Lage einen derartig atemberaubenden Tagesanbruch wahrzunehmen. Dennoch geht der Wächter auch in diesem Lied nur seiner Verpflichtung nach, wenn er nach dem Tagesanbruch und möglichen Gefährdern Ausschau hält. Auch die Tatsache, dass seine Wachsamkeit zu Beginn des Tages ausgeprägter ist als in der Nacht, ist Bestand seiner eigentlichen Funktion. Im Gedicht lassen sich Erklärungen dafür finden, warum es der Wächter ist, der den Tagesdämon wahrnimmt, obschon es die Liebenden sind, die in Angst vor dem Entdecktwerden leben. Das Lied stellt den Wächter als Freund der Liebenden dar, der aus eigenen Motiven dem Paar Hilfe leisten will und nicht nur ein Bediensteter ist, der die Pflicht erfüllt, die ihm verordnet wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert den Begriff des Tagelieds und skizziert das Ziel der Arbeit, die Rolle und Entwicklung der Wächterfigur in Wolframs von Eschenbach Tageliedern zu analysieren.

2. Wolframs von Eschenbach Tagelieder: Ordnet Wolframs Tagelieder in sein Gesamtwerk ein und stellt das untersuchte Korpus von fünf Tageliedern vor.

3. Die Figur des Wächters: Erläutert die konstitutive Bedeutung und die vielschichtige Funktion des Wächters als Vertreter gesellschaftlicher Ordnung und als Vertrauter des Liebespaars.

3.1. Kritik an der Wächterfigur: Setzt sich mit der historischen Forschung auseinander, die dem Wächter Verrat oder Machtmissbrauch vorwirft, und diskutiert Lösungsansätze für dieses "Wächterproblem".

3.2. Der wolframsche Wächter: Untersucht die Variationen der Wächterfigur in Wolframs Liedern und orientiert sich an einer chronologischen Entwicklung der Motive.

3.2.1. Lied I: Den morgenblic: Analysiert das Lied, in dem der Wächter lediglich als traditioneller Tagankünder auftritt und die Sonne die zentrale Rolle bei der Trennung übernimmt.

3.2.2. Lied V: Von der zinnen: Beleuchtet das von einem langen Wächtermonolog dominierte Lied, in dem die Figur sowohl gesellschaftliche Institution als auch mitfühlendes Individuum verkörpert.

3.2.3. Lied VII: Ez ist nu tac: Diskutiert die Unsicherheit in der Forschung bezüglich der Sprecherrollen und die verminderte Präsenz des Wächters in diesem Lied.

3.2.4. Lied IV: Der helden minne: Interpretiert das letzte Tagelied als "Anti-Tagelied" und Absage an die heimliche Minne, in dem der Wächter in den Hintergrund tritt.

4. Lied II: Sîne klâwen: Führt in das zentrale Untersuchungsobjekt ein, eine Wechselrede zwischen Wächter und Dame.

4.1. Form: Analysiert die formale Struktur des Liedes, insbesondere die Kanzonenstrophe und die Verteilung der Sprecherrollen.

4.2. Interpretation mit Fokus auf die Wächterfigur: Interpretiert das Wächter-Monolog-Bild der Bestie und die Funktion des Wächters als innere Stimme der Dame.

5. Fazit: Fasst die Metamorphose der Wächterfigur bei Wolfram zusammen, die sich von einer zentralen Rolle hin zu einer inneren Stimme des Gewissens entwickelt.

Schlüsselwörter

Wolfram von Eschenbach, Tagelied, Wächterfigur, Minnesang, Sîne klâwen, Mittelalter, Höfische Gesellschaft, Liebeskonzeption, Tagewîse, Literaturwissenschaft, Tag-Nacht-Konflikt, Sprecherrollen, Triuwe, Minne, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Wächterfigur in den Tageliedern von Wolfram von Eschenbach, um deren Funktion und Rolle innerhalb dieser Gattung des Minnesangs zu ergründen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören das "Wächterproblem" in der Literaturgeschichte, die binäre Konzeption der Wächterfigur zwischen gesellschaftlicher Pflicht und persönlicher Empathie sowie die formale Gestaltung der Lieder.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, anhand einer detaillierten Analyse des Tagelieds "Sîne klâwen" die spezifische Ausgestaltung und Entwicklung der Wächterfigur in allen fünf Tageliedern Wolframs darzulegen und zu vergleichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Interpretation und textanalytische Untersuchung, gestützt durch den Vergleich verschiedener Forschungspositionen und das Einbeziehen von Sekundärliteratur zu den Texten Wolframs.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung der Wächterfigur, die kritische Auseinandersetzung mit der Forschung, die Einzeldarstellung der Lieder I, V, VII und IV sowie die umfassende Analyse des zentralen Liedes "Sîne klâwen".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Wolfram von Eschenbach, Tagelied, Wächterfigur, Sîne klâwen, Minnesang und höfische Gesellschaft sind die zentralen Begriffe der Arbeit.

Wie entwickelt sich die Rolle des Wächters bei Wolfram von Eschenbach über die verschiedenen Lieder hinweg?

Die Arbeit stellt fest, dass sich der Wächter von einer eher funktionalen, traditionellen Rolle des Tagankündigers hin zu einer komplexeren literarischen Figur entwickelt, die schließlich die Funktion einer "inneren Stimme" der Dame übernimmt.

Welche Bedeutung kommt dem Lied "Sîne klâwen" innerhalb der Untersuchung zu?

Es fungiert als zentrales Fallbeispiel, an dem die Metamorphose des Wächters zur Stimme des Gewissens besonders deutlich wird und an dem die intertextuellen Bezüge zur höfischen Ordnung und Minne exemplifiziert werden.

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Details

Title
Gestaltung und Funktion der Wächterfigur in Wolframs von Eschenbach Tageliedern
Subtitle
Mit Fokus auf die Rolle des Wächters im Tagelied "Sîne klâwen"
College
University of Trier
Course
Minnesang
Grade
1.7
Author
Lisa Krack (Author)
Publication Year
2018
Pages
16
Catalog Number
V452582
ISBN (eBook)
9783668850521
ISBN (Book)
9783668850538
Language
German
Tags
Wolfram von Eschenbach Eschenbach Minnesang Minnelieder Sine klawen Wächter Wächterfigur Tagelied Tagelieder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Krack (Author), 2018, Gestaltung und Funktion der Wächterfigur in Wolframs von Eschenbach Tageliedern, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/452582
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