Meetingräume in der Optik eines Skigebietes, Pausenräume im Design eines tropischen Regenwaldes, selbstfahrende Autos, ein weltweites Netzwerk aus Ballons zur Sicherstellung eines dauerhaften Internetempfangs oder unbenannte Flugobjekte zum weltweiten Warentransport. Was auf den ersten Blick an Hollywood erinnert, sind reale Projekte bzw. bereits Tatsachen. Insbesondere die zuletzt genannten Projekte werden vom US Konzern Google vorangetrieben. Es handelt sich dabei um die „Moonshot“ Abteilung, dessen Chef offiziell die Bezeichnung „Captain of Moonshot“ trägt. Die Art und Weise wie die Ziele erreicht werden sollen wird als „Moonshot Thinking“ bezeichnet und von der Firma X vorangetrieben.
Die Art der Vorgehensweise erinnert dabei stark an Design Thinking, welches von einigen weiteren Firmen bereits angewandt wird. Aufgrund der zuvor genannten Ideen und Projekte scheint es, als könne Design Thinking die Welt verändern. Diese Arbeit soll zeigen wie innovativ Design Thinking wirklich ist und ob auch der Bereich der öffentlichen Verwaltungen von Design Thinking profitieren kann. Fraglich ist welche Vorteile das Design Thinking tatsächlich bietet und ob es auch in der öffentlichen Verwaltung angewendet werden kann, wo Geld womöglich eine größere Rolle spielt als im 75 Milliarden Dollar umsatzschweren Google Konzern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Projektmanagement in der öffentlichen Verwaltung
2.1 Definition eines Projektes
2.2 Besonderheiten des Projektmanagements in der öffentlichen Verwaltung
2.3 Kriterien zur Anwendbarkeit des Design Thinking in der öffentlichen Verwaltung
3. Design Thinking im Portrait
3.1 Design Thinking im allgemeinen Projektmanagement
3.2 Praxisbeispiele aus Wirtschaft und Industrie
4. Chancen und Risiken des Design Thinking
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht, inwiefern die innovative Methode des Design Thinking auf die speziellen Anforderungen und Strukturen der öffentlichen Verwaltung übertragen werden kann, um dort komplexe Problemstellungen effizienter zu lösen.
- Grundlagen des klassischen Projektmanagements im öffentlichen Sektor.
- Methodische Besonderheiten und Kernprinzipien des Design Thinking.
- Analyse von Praxisbeispielen aus der Privatwirtschaft als Transfergrundlage.
- Bewertung der Anwendbarkeit hinsichtlich Kosten, Datenschutz und Organisationskultur.
- Identifikation von Chancen und Risiken für eine verwaltungsinterne Anwendung.
Auszug aus dem Buch
3. Design Thinking im Portrait
Die im Rahmen der Einleitung genannten Innovationen lassen sich in ihrem Ursprung auf Design Thinking zurückführen.
Design Thinking ist ein kreativer und sozialer Prozess, welcher zu jedem Zeitpunkt von den menschlichen Bedürfnissen ausgeht (Hofmann/Vetter 2014: 35), einen breiten Blickwinkel (ebd. 30) einer heterogenen Gruppe herstellt und im Rahmen eines iterativen Vorgehens ungewöhnliche und innovative Lösungen hervorbringt. (ebd. 28)
Bei Design Thinking handelt es sich jedoch nicht um eine Methode im klassischen Sinne. Der Grund dafür ist die Existenz teils konkurrierender Ansätze, was zugleich bezeichnend für den Design Thinking Prozess ist. Vielmehr ist Design Thinking als eine Arbeitsweise oder ein Methodenbündel zu verstehen der die Bedürfnisse des Kunden in den Vordergrund stellt und durch einen iterativen Prozess zu innovativen Lösungen führen soll (ebd. 34f).
Zur besseren Anwendbarkeit wurden unterschiedliche Phasenmodelle entwickelt, welche im Kern dieselbe Ordnung beinhalten. An dieser Stelle soll kurz das Sechs-Phasen Modell von David Kelley (Stanford University) erwähnt werden. Es beinhaltet die sechs Phasen Verstehen, Beobachten, Sichtweise definieren, Ideen finden, Prototypen entwickeln und Testen. Diese Phasen sind nicht als bindend zu betrachten, sondern dienen lediglich als „Orientierungspunkte“ (ebd. 36; Erbeldinger/Ramge 2014: 70f). Weder die Häufigkeit, noch die Dauer einer Phase wird in diesem Modell vorgeschrieben. Dies Widerspräche ohnehin dem iterativen Vorgehen, welches dem Design Thinker ein hohes Maß an Flexibilität eröffnet und ihm alle Möglichkeiten bietet sich in dem Modell vor und zurück zu bewegen (Hofmann/Vetter 2014: 28). Tim Brown (2009) stellt in diesem Zusammenhang fest „that there is no “one best way“ to move through the process. There are useful starting points and helpful landmarks along the way…” (18).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert das Thema durch aktuelle technologische Entwicklungen und stellt die Forschungsfrage nach der Übertragbarkeit von Design Thinking auf die öffentliche Verwaltung.
2. Projektmanagement in der öffentlichen Verwaltung: Dieses Kapitel definiert den Projektbegriff und arbeitet die strukturellen sowie bürokratischen Besonderheiten des öffentlichen Sektors im Vergleich zur Wirtschaft heraus.
3. Design Thinking im Portrait: Hier werden das Wesen, die iterativen Phasenmodelle sowie die methodischen Anforderungen an das Projektteam beim Design Thinking detailliert beschrieben.
4. Chancen und Risiken des Design Thinking: Dieses Kapitel bewertet kritisch die Eignung der Methode für den öffentlichen Dienst unter Berücksichtigung von Kostenaspekten und rechtlichen Rahmenbedingungen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Design Thinking als Werkzeugkiste auch in Verwaltungen wertvolle Potenziale zur Lösung komplexer Probleme bieten kann.
Schlüsselwörter
Design Thinking, öffentliche Verwaltung, Projektmanagement, Innovation, Moonshot Thinking, iterativer Prozess, Dienstleistungsoptimierung, Komplexität, Nutzerzentrierung, Bürokratieansatz, interdisziplinäre Teams, Kundenorientierung, Prozessmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und wie die Innovationsmethode Design Thinking in den Strukturen der öffentlichen Verwaltung angewendet werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind das Projektmanagement im öffentlichen Sektor, die theoretischen Grundlagen des Design Thinking und eine kritische Analyse seiner Übertragbarkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob Design Thinking trotz bürokratischer Hürden und spezifischer Anforderungen der öffentlichen Hand zur Lösung komplexer Aufgaben beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie einen Transfer von Erkenntnissen aus Wirtschaftsbeispielen auf den öffentlichen Sektor.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Projekten in der Verwaltung, die Darstellung des Design Thinking Prozesses sowie die kritische Gegenüberstellung von Chancen und Risiken.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Design Thinking, öffentliche Verwaltung, Projektmanagement, Nutzerzentrierung, Komplexitätsmanagement und innovative Problemlösung.
Warum ist die Anwendung von Design Thinking in der Verwaltung umstritten?
Die Kritikpunkte liegen primär in der Finanzierbarkeit, den starren bürokratischen Strukturen sowie der Unsicherheit hinsichtlich des Ergebnisses im Vergleich zu klassischen Prozessen.
Welche Rolle spielen externe Experten bei der Implementierung?
Da oft das nötige Know-how fehlt, ist der Einkauf externer Experten laut der Arbeit für eine erfolgreiche Einführung des Design Thinking nahezu unumgänglich.
- Quote paper
- Fabian Kröger (Author), 2016, Überprüfung der Anwendbarkeit des Design Thinking für die öffentliche Verwaltung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/451623