Das vorliegende Essay befasst sich folgend mit der Anti-Aging Medizin und geht hierbei auf das Konzept von Astrid Stuckelberger ein. Das darauffolgende Kapitel setzt sich mit Viehöfers und Wehlings Entgrenzung der Medizin auseinander, anschließend wird die oben genannte These analysiert. Als letztes folgt eine Schlussbetrachtung der Fragestellung und der These sowie eine Zusammenfassung und ein Resümee der erarbeiteten Analyse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Anti-Aging Medizin
3. Entgrenzung der Medizin
4. Analyse sozialer Medien
4.1 Fernsehwerbung
4.2 Facebook
4.3 Instagram
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Dieses Essay untersucht die soziologische Frage, warum Anti-Aging-Produkte in unserer heutigen Konsumgesellschaft trotz ihrer oft zweifelhaften Wirksamkeit als plausibel und normal wahrgenommen werden. Im Zentrum steht die These, dass diese Plausibilität durch den Prozess der "Entgrenzung der Medizin" erzeugt wird, bei dem medizinische Mittel zunehmend auch für die Optimierung gesunder Individuen eingesetzt werden.
- Die soziologische Theorie der Entgrenzung der Medizin nach Viehöfer und Wehling.
- Die Rolle der Anti-Aging-Medizin im Kontext von Selbstoptimierung und Schönheitsidealen.
- Die Analyse der medialen Vermittlung von Anti-Aging-Produkten in TV-Werbung, Facebook und Instagram.
- Der Einfluss von Influencern und sozialen Plattformen auf die Wahrnehmung von Körperbildern.
- Die kritische Reflexion über "gesunde" Nutzer, die sich optimierenden medizinischen Praktiken unterziehen.
Auszug aus dem Buch
3. Entgrenzung der Medizin
Entgrenzung der Medizin – was bedeutet das? Der folgende Abschnitt stellt die Sichtweise von Viehöfer und Wehling dar, welche in ihrem Buch „Entgrenzung der Medizin. Von der Heilkunst zur Verbesserung des Menschen?“ über die Wandlung des medizinischen Wirkungsbereiches berichten.
Viehöfer und Wehling führen anfangs unterschiedliche Beispiele an, welche auf die Ausweitung des Medizinischen Bereichs hindeuten. Sie kommen zu dem Schluss, dass es nicht nur noch um die Heilung von Krankheiten oder der Vorbeugung von weiterführenden Erkrankungen geht, sondern um Mittel und Techniken, welche gesunde Menschen „verbessern“. Zweck ist hierbei nicht mehr die Therapie, sondern dass enhacement – also die Optimierung – der zu Behandelnden. „Ganz allgemein verstehen wir darunter einen Transformationsprozess des medizinischen Feldes, der aufs Engste damit verknüpft ist, dass die Grenzen medizinischen Handelns sowie des medizinischen Gegenstands- und Zuständigkeitsbereichs unscharf und uneindeutig werden oder sich sogar ganz auflösen“ (Viehöfer, Wehling, 2011, S.9).
Entgrenzung sehen die beiden Autoren als vielschichtig an und sehen darin Bereiche der Grenzverschiebung, Grenzpluralisierung, Grenzverwischung und Grenzüberschreitung vereint. Nie kann ein Bereich allein betrachtet werden, es überschneiden sich in der Praxis meist mehrere Gebiete. Unter Grenzverschiebung verstehen die Soziologen, dass vorher gesunde Menschen nun als krank befunden werden. Sie führen dabei als Beispiel den Wandel von Schüchternheit an. Die Symptomatik hiervon wird verstärkt als behandlungsbedürftige psychische Störung gesehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die enorme ökonomische Bedeutung des Anti-Aging-Marktes ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der gesellschaftlichen Plausibilität dieser Produkte.
2. Anti-Aging Medizin: Dieses Kapitel erläutert den wissenschaftlichen und konzeptionellen Wandel der Anti-Aging-Medizin als Form der medizinischen Optimierung, die über die klassische Prävention hinausgeht.
3. Entgrenzung der Medizin: Hier wird das theoretische Fundament durch die Definition von Viehöfer und Wehling gelegt, das beschreibt, wie die Grenzen zwischen Gesundheit, Krankheit und Optimierung verschwimmen.
4. Analyse sozialer Medien: Dieser Hauptteil analysiert die Werbemechanismen in den klassischen Medien (TV) sowie auf sozialen Plattformen (Facebook, Instagram) und zeigt deren Einfluss auf das Normalitätsverständnis auf.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Relevanz der Entgrenzungsthese und diskutiert künftige Trends wie die "Body-Positivity"-Bewegung.
Schlüsselwörter
Anti-Aging, Entgrenzung der Medizin, Selbstoptimierung, Konsumgesellschaft, Schönheitsideale, prädikative Medizin, soziale Medien, Fernsehwerbung, digitale Identität, Körperbild, Gesundheit, Enhancement, Lifestyle, Instagram, mediale Normalität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Essay grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, warum Anti-Aging-Produkte trotz ihrer oft fragwürdigen Wirksamkeit in unserer Gesellschaft als völlig normal und plausibel wahrgenommen werden.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die Arbeit verknüpft soziologische Theoriebildungen über medizinische Entgrenzung mit der konkreten Analyse von Werbepraktiken in TV und sozialen Medien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die These zu belegen, dass die Plausibilität von Anti-Aging-Produkten durch die anhaltende Grenzüberschreitung medizinischer Praktiken bei gesunden Menschen entsteht.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Essay-Arbeit, die primär auf soziologischer Literatur (v.a. Viehöfer und Wehling) sowie einer qualitativen Analyse medialer Werbephänomene basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Begriffe geklärt, bevor die Analyse auf Fernsehwerbung, Facebook-Pop-ups und die algorithmische bzw. durch Influencer geprägte Welt von Instagram angewandt wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Entgrenzung der Medizin, Selbstoptimierung, Enhancement, soziale Medien und das Paradigma des "erfolgreichen Alterns".
Warum spielt die Unterscheidung zwischen "gesund" und "krank" eine so große Rolle für die Argumentation?
Sie ist essenziell, da die moderne Anti-Aging-Industrie Produkte an Menschen richtet, die medizinisch gesehen nicht krank sind, was die Definition von Gesundheit in Richtung einer permanenten Optimierungsaufgabe verschiebt.
Inwiefern beeinflussen soziale Medien wie Instagram diese Wahrnehmung?
Instagram schafft durch die ständige Präsenz von Influencern, die ein "jugendliches Ideal" verkörpern, eine neue Vergleichskultur, die den Wunsch nach ständiger körperlicher Verbesserung und Teilnahme am gesellschaftlichen Erfolg massiv befeuert.
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- Bachelor of Education Laetitia Wittmann (Author), 2018, Anti-Aging Produkte in den sozialen Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/451332