Das Ziel dieser Arbeit ist es, die bedeutendsten Ansätze zur Kapitalstrukturtheorie der Unternehmung sowie ihre wichtigsten Implikationen vorzustellen. Im Vordergrund wird dabei die Ausarbeitung einer Trennung zwischen normativen Modellansätzen und positiven Schlussfolgerungen aus empirisch beobachteten Sachverhalten stehen.
Eingangs ist dabei wichtig zu betonen, dass sowohl die Forschung, wie auch die in dieser Arbeit vorgestellten Ergebnisse maßgeblich von einer amerikanischen Perspektive geprägt sind und die herangezogenen Daten sich stets auf den amerikanischen Kapitalmarkt beziehen.
Die nachstehende Arbeit ist wie folgt gegliedert: Nach der Einleitung, die die Motivation dieser Arbeit dargelegt hat, werden im zweiten Abschnitt die älteren, statisch geprägten Ansätze der Kapitalstrukturtheorie vorgestellt. Im dritten Abschnitt werden die neueren, dynamischen Ansätze der Kapitalstrukturtheorie erörtert.
Der vierte Abschnitt dieser Arbeit wird den Verfahren gewidmet sein, die im Rahmen von empirischen Arbeiten zum Thema "Kapitalstrukturtheorie" genutzt werden, um die empirische Evidenz der zuvor beschriebenen theoretischen Konzepte zu überprüfen. Im letzten Abschnitt werden die Erkenntnisse kurz zusammengefasst und bewertet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Statische Konzepte der Kapitalstrukturtheorie
2.1. Irrelevanz-Theorie der Kapitalstruktur
2.2. Statische Trade-Off-Theorie der Kapitalstruktur
2.3. Agency-Theorie
2.4. Packing-Order-Theorie der Kapitalstruktur
2.5. Zusammenfassung zur statischen Kapitalstrukturtheorie
3. Dynamische Konzepte der Kapitalstrukturtheorie
3.1. Dynamische Trade-Off Theorie der Kapitalstruktur
3.2. Windows-of-Opportunity Ansatz
3.3. Market-Timing Theorie der Kapitalstruktur
4. Methoden zur Bestimmung von Einflussfaktoren der Kapitalstruktur
4.1. Methode der Vergleichsunternehmen
4.2. Faktorenmodelle
4.3. Allgemeine kritische Würdigung der Methodenwahl
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Entwicklung der bedeutendsten Ansätze der Kapitalstrukturtheorie systematisch darzulegen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der methodischen Trennung zwischen historisch normativ geprägten Modellansätzen und modernen, positiv orientierten Theorien, die auf empirisch beobachteten Sachverhalten basieren.
- Historische Entwicklung der Kapitalstrukturtheorie von MM bis zur Gegenwart
- Differenzierung zwischen normativen und positiven Theorieansätzen
- Analyse statischer versus dynamischer Kapitalstrukturkonzepte
- Untersuchung von empirisch-ökonometrischen Bestimmungsmethoden
Auszug aus dem Buch
2.3. Agency-Theorie
Die „Agency-Theorie“, wie sie in Zusammenhang mit der Fragestellung nach der Kapitalstruktur von Unternehmen diskutiert wird, unterscheidet sich bezüglich ihrer Annahmen diametral von den bisher vorgestellten Ansätzen. Wegen der Aufgabe der Vollkommenheitsannahme, wird sie auch als neo-institutionalistische Theorie bezeichnet. Die Formulierung dieser Theorie lässt sich auf eine Arbeit von Jensen und Meckling aus dem Jahr 1976 zurückführen. In ihrer Arbeit haben die Autoren den Ausdruck „Agency costs“ [Agency-Kosten] definiert und deren Auswirkungen auf Entscheidungen der Unternehmensführung bezüglich der Kapitalstruktur untersucht. Die Autoren formulierten dabei Annahmen zur Bestimmung von Gleichgewichtsniveaus bei:
(1) Einem Modell, in dem der Manager alleiniger Eigentümer (Manager-Eigentümer) ist. Dieses soll die Bedingungen aufzeigen, unter welchen ein Gleichgewichtspreis erzielt werden kann, zu dem der Eigentümer dazu bereit ist alle Anteile an seinem Unternehmen zu veräußern.
(2) Einem Modell zur Bestimmung des wertmaximierenden Pareto-Optimums, wobei der Manager-Eigentümer eine Investition durchführen möchte und diese entweder vollständig durch eigene finanzielle Mittel deckt, oder aber Anteile an seinem Unternehmen veräußert um Mittel für die Investition zu generieren.
(3) Einem Modell wie unter Punkt zwei, allerdings unter Berücksichtigung von Agency-Kosten, die daraus resultieren, dass der Manager-Eigentümer zur Finanzierung der Investition Anteile am Unternehmen veräußert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Auseinandersetzung mit der Kapitalstrukturtheorie und skizziert den Weg von den klassischen Anfängen hin zu modernen Forschungsansätzen.
2. Statische Konzepte der Kapitalstrukturtheorie: Dieses Kapitel erläutert grundlegende statische Theorien, wie die Irrelevanz-Theorie, die Trade-Off-Theorie, die Agency-Theorie sowie die Packing-Order-Theorie.
3. Dynamische Konzepte der Kapitalstrukturtheorie: Hier werden neuere Ansätze vorgestellt, die versuchen, das empirisch beobachtbare Finanzierungsverhalten durch die Einbeziehung der Zeitkomponente und Markterwartungen zu erklären.
4. Methoden zur Bestimmung von Einflussfaktoren der Kapitalstruktur: Dieser Abschnitt beschreibt empirisch-ökonometrische Verfahren wie die Vergleichsunternehmensmethode und Faktorenmodelle zur Untersuchung von Kapitalstrukturhypothesen.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit bewertet die Entwicklung des Forschungsfeldes von einer normativen Suche nach dem optimalen Gleichgewicht hin zu einer positiven, empirisch orientierten Wissenschaft.
Schlüsselwörter
Kapitalstrukturtheorie, Modigliani-Miller, Trade-Off-Theorie, Agency-Theorie, Packing-Order-Theorie, Market-Timing, Informationsasymmetrie, Kapitalkosten, Unternehmensbewertung, Kapitalmärkte, empirische Finanzierungsforschung, Unternehmensfinanzierung, Investitionsentscheidungen, Kapitalstruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine systematische Darstellung und Analyse der bedeutendsten Forschungsansätze zur Kapitalstrukturtheorie von Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Felder sind die Unterscheidung zwischen statischen und dynamischen Kapitalstrukturkonzepten sowie die Trennung von normativen und positiven Theorien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Entwicklung der Theorieansätze aufzuzeigen, ihre Implikationen zu erläutern und die wissenschaftliche Entwicklung des Forschungsfeldes zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, die zudem die gängigen empirisch-ökonometrischen Methoden (wie Mehrfaktorenmodelle) zur Überprüfung dieser Theorien reflektiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Konzepte (statisch und dynamisch) sowie die methodischen Verfahren zur Bestimmung von Einflussfaktoren auf die Kapitalstruktur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kapitalstrukturtheorie, Trade-Off-Theorie, Agency-Kosten und Informationsasymmetrie charakterisiert.
Was bedeutet der "Windows-of-Opportunity" Ansatz im Kontext dieser Arbeit?
Er beschreibt das Phänomen, dass Unternehmen Kapitalmarktsituationen ex-post nutzen, um zu günstigen Konditionen Emissionen vorzunehmen, ohne dabei ein explizites, statisches Ziel-Kapitalstrukturmodell zu verfolgen.
Wie bewertet der Autor den aktuellen Forschungsstand?
Der Autor bewertet den Forschungsstand als absolut positiv, betont jedoch, dass gute Theorien weiterhin auf notwendigen Simplifikationen und sinnvollen Annahmen basieren müssen.
- Quote paper
- Lev Nazarov (Author), 2016, Die bedeutendsten Forschungsansätze zur Theorie der Kapitalstruktur, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/448519