Das Wesen einer funktionierenden, staatlichen Bürokratie droht gegenwärtig anhaltend in Verruf zu geraten. Rückblickend hat der öffentliche Sektor einen enormen Wandel durchlaufen. Ab dem 19. Jahrhundert waren hierarchische Strukturelemente und Organisationsmethoden für ein geregeltes System zwischen Staat, Politik und Zivilgesellschaft nicht wegzudenken. Als heute relativ junger Entwicklungstrend entpuppte sich somit der Wechsel in das sog. New Public Management (kurz NPM).
In dieser Arbeit stehen die Wirkungen des New Public Managements im Mittelpunkt. Vor diesem Hintergrund untersucht der Verfasser, inwieweit die Adaptierung des Neuen Steuerungsmodells (NSM) in den deutschen Verwaltungen Fuß gefasst hat. In dem Zusammenhang wird ein kompositionsgeschichtlicher Exkurs zur Entwicklung des NPM bzw. NSM vorgenommen und dazu die Merkmale des Ursprungsmodells Public Management beleuchtet.
Für die Darstellung der Wirkungen und Ergebnisse bezüglich der Durchsetzung des NSM wird eine Vielzahl von empirischen Daten ausgewertet, die in Reformerfolge-, -kritik und -ziele zusammengefasst werden. Die Einführung von Elementen des NSM in den öffentlichen Sektor erfolgt maßgeblich ergebnisorientiert und mit der übergeordneten Prämisse einer regionalen Reformierung, Modernisierung und Entbürokratisierung.
Die Arbeit zeigt daher möglichst konkludent eine seit Anbeginn des 19. Jahrhunderts bis heute andauernde Chronik an wirtschaftlichen und strukturellen Defiziten innerhalb der Verwaltung auf und beleuchtet dabei die nennenswerten Ursachen aus einer theoretischen und empirischen Perspektive heraus.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die geschichtliche Entwicklung des öffentlichen Sektors in Hinblick auf das Neue Steuerungsmodell
2.1 Das bürokratische Verwaltungssystem
2.2 Die Ökonomisierung der Verwaltung
2.3 Konzeptionelle Neuorientierung der Verwaltung
3 Das Public Management
3.1 Die Public-Management-Bewegung
3.2 Einführung neuer Steuerungsformen aufgrund wachsender Anforderungen und Rahmenbedingungen
4 Das New Public Management
4.1 Vom Public Management hin zum New Public Management
4.2 Veränderung der Verwaltungsorganisation
5 Wirkungen des New Public Managements
5.1 Herausbildung einer strukturellen Veränderungsdynamik im Rahmen der Verwaltungsmodernisierung
5.2 Ergebnisorientierte Ziele und Maßnahmen der Strukturreform und Verwaltungsmodernisierung
5.3 Auswertung der empirischen Daten und Ergebnisse
5.3.1 Reformerfolge
5.3.2 Reformkritik
5.3.3 Reformziele und deren Erreichung
6 Das Post New Public Management – Ersatz oder Ergänzung des New Public Managements?
6.1 Entstehung und Wesensmerkmale des Post New Public Managements
6.2 Post New Public Management – Eine strategische Neuorientierung?
7 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit befasst sich mit der Bewertung der Auswirkungen der Einführung von Elementen des Neuen Steuerungsmodells (NSM) in deutschen Verwaltungen sowie der Frage, inwiefern das Post New Public Management (P-NPM) eine zukunftsweisende Neuausrichtung darstellen kann.
- Historische Entwicklung des öffentlichen Sektors und Entstehung des NPM
- Analyse der Wirkungen und Reformerfolge des NSM in der Praxis
- Kritische Auseinandersetzung mit der Haushaltskonsolidierung und Verwaltungsmodernisierung
- Diskussion über das Post New Public Management als Ergänzung zum klassischen NPM
Auszug aus dem Buch
4.2 Veränderung der Verwaltungsorganisation
Dadurch war es schließlich möglich, Konzepte modernen betriebswirtschaftlichen Managements mit Erfolg auf den öffentlichen Sektor zu übertragen. Folgende Veränderungen, die sich als „Organisationswandel“ zusammenfassen lassen, sollen anhand einer Abbildung wiedergegeben werden.
An diesen innovativen Organisationswandel kann eine Art Strategiewandel angeknüpft werden, der sich in Managementmaßnahmen äußert. Leitsätze wie „Motivation statt Alimentation“ (Personal), „Eigenverantwortung statt Hierarchie“ (Organisation), „Resultate statt Regeln“ (Verfahren) und „Kostenrechnung statt Kameralistik“ (Finanzen) setzen sich durch. Man erkennt, dass NPM an den „Symptomen“ des Bürokratieversagens, welches ebenfalls das PM durchzogen hat, ansetzt. Ziel ist es, neue Wirkungsmechanismen zu stimulieren, das heißt, die Qualität, die Effizienz und die Effektivität der Dienstleistungsproduktion zu steigern. Dieser breit angelegte Strategiewandel umfasst im Sinne der Dezentralisierung die Bildung dezentraler Strukturen und Verantwortungszentren. Der ursprüngliche Hierarchieaufbau im öffentlichen Sektor wird größtenteils aufgelöst. Dezentrale Aufgabenverteilung ist dadurch gekennzeichnet, dass "[...] [g]leichartige (Teil-) Aufgaben [...] von verschiedenen Stellen oder Abteilungen erledigt [werden]." Damit ist sichergestellt, dass zwischen den Einheiten, seien es Mitarbeiter oder Institutionen, kein einseitiges „Machtgefälle“ entsteht. Der Austausch ist vielseitiger, die Mitarbeiter haben mehr Mitspracherechte und vor allem sowohl die Führungskultur als auch die Transparenz sind offener und zwangloser angelegt. An diesem Punkt wird ersichtlich, dass betriebswirtschaftliche Aspekte umso mehr eine Rolle spielen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Transformation des öffentlichen Sektors von bürokratischen Modellen hin zum New Public Management ein und skizziert die wissenschaftliche Zielsetzung der Untersuchung.
2 Die geschichtliche Entwicklung des öffentlichen Sektors in Hinblick auf das Neue Steuerungsmodell: Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel der Verwaltung vom weberschen Bürokratiemodell über die Ökonomisierungsbestrebungen bis hin zur konzeptionellen Neuausrichtung.
3 Das Public Management: Es wird das theoretische Fundament des Public Managements gelegt, das als betriebswirtschaftlich geprägte Antwort auf komplexe Steuerungsanforderungen dient.
4 Das New Public Management: Hier erfolgt die Erläuterung der Transformation zum New Public Management sowie die damit einhergehende Veränderung der Verwaltungsorganisation.
5 Wirkungen des New Public Managements: Dieses zentrale Kapitel analysiert empirisch die Reformerfolge, die Kritik an den Umsetzungsmaßnahmen und die erreichte Demokratisierung in Kommunalverwaltungen.
6 Das Post New Public Management – Ersatz oder Ergänzung des New Public Managements?: Das Kapitel diskutiert das Konzept des P-NPM als strategische Weiterentwicklung und Ergänzung zur Überwindung der NPM-Defizite.
7 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Wirksamkeit der Reformen und gibt Empfehlungen für eine nachhaltige Verwaltungsmodernisierung.
Schlüsselwörter
Neues Steuerungsmodell, New Public Management, Post New Public Management, Verwaltungsmodernisierung, Bürokratieabbau, Dezentralisierung, Haushaltskonsolidierung, Verwaltungsökonomie, Effizienzsteigerung, Bürgerorientierung, Strategische Neuorientierung, Reformerfolge, Ressourcenverantwortung, Öffentlicher Sektor, Demokratisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wirkung der Einführung des Neuen Steuerungsmodells (NSM) in deutschen Verwaltungen und analysiert, ob das Post New Public Management eine sinnvolle Ergänzung darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Verwaltungsreformen, die betriebswirtschaftliche Steuerung öffentlicher Einheiten sowie die kritische Reflexion über Reformziele und deren praktische Umsetzung.
Welches primäre Ziel verfolgt der Verfasser?
Ziel ist es, die Wirkungsweise der Verwaltungsmodernisierung zu evaluieren und aufzuzeigen, wie Defizite des NPM durch Ansätze des Post New Public Management behoben werden könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, wertet empirische Daten und Umfrageergebnisse (u.a. vom Deutschen Institut für Urbanistik) aus und vergleicht nationale Reformansätze mit internationalen Modellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Umstellung von bürokratischen auf ergebnisorientierte Steuerungsstrukturen, den Ergebnissen der Reformen in den Kommunen und der Diskussion über die Zukunftsfähigkeit des NPM.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Neues Steuerungsmodell, NPM, P-NPM, Verwaltungsmodernisierung, Haushaltskonsolidierung und Bürgerorientierung.
Warum konnte das NSM in Deutschland oft keine nachhaltige Haushaltskonsolidierung erreichen?
Laut den angeführten Studien lag der Fokus zu stark auf operativen Instrumenten, während strategische Aspekte vernachlässigt wurden, was in einigen Fällen sogar zu einer Verschärfung der Budgetprobleme führte.
Wie unterscheidet sich das Post New Public Management vom klassischen NPM?
P-NPM setzt stärker auf Harmonisierung, horizontale Koordination und strategische Zusammenarbeit, um die durch Dezentralisierung entstandenen Konflikte und Kontrollverluste abzumildern.
- Quote paper
- Nick Phuong Nguyen (Author), 2017, Post New Public Management (NPM). Neuausrichtung des NPM. Bewertung der Wirkungen der Einführung von Elementen des Neuen Steuerungsmodells in deutschen Verwaltungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/446370