Krankheit ist ein Faktum des Menschen, die ihn in seinem ganzen Mensch sein belastend begleitet. Sie trifft ihn nicht nur körperlich, sondern auch seelisch und psychologisch. Sie ist oft verbunden mit Depression, Ohnmacht, Furcht, Trostlosigkeit und Frustration. Deswegen schenkt die Kirche dem Menschen das Sakrament der Krankensalbung als Gottes heilende Kraft, die den Kranken Hoffnung schenken und auch in schweren Situationen ihren Glauben stärken kann.
Diese Arbeit ist ein Versuch, die möglichen Wege der Einbettung der Krankensalbung zu entdecken. Dafür wird zuerst die biblische Grundlegung des Sakraments dargelegt. Der anschließende Arbeitsabschnitt zählt die durch die Krankensalbung beigebrachte Wirkung auf. Im nun folgenden geschichtlichen Schnitt wird erzählt, wie die Krankensalbung sich in der Kirche entwickelt hat. Darauf wird analysiert, wie das Sakrament in der Praxis angewandt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Biblische Basis
3. Krankensalbung als Zeichen der Aufrichtung und Stärkung
3.1 Die spirituelle Wirkung
3.2 Mitsterben mit Christus
3.3 Physische Wirkung
4. Zur Geschichte der Krankensalbung
4.1 In der Antike
4.2 Wandel der Praxis
4.3 Die Reformation und das Konzil von Trient
4.4 Erneuerungen durch Vatikan II.
5. Der heutige Brauch
5.1 Empfänger des Sakraments
5.2 Mitwirkung der Gemeinde
6. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Einbettung der Krankensalbung im kirchlichen Kontext zu untersuchen, wobei der Fokus auf der theologischen Begründung sowie der praktischen Anwendung des Sakraments liegt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie das Sakrament den Kranken heute spirituell und ganzheitlich stärken kann.
- Biblische Fundierung der Krankensalbung und ihre Entwicklung in der Kirchengeschichte.
- Die spirituelle und physische Wirkung der Salbung als Zeichen göttlicher Nähe.
- Transformation des Sakramentsverständnisses von der "letzten Ölung" zur Stärkung Leidender.
- Die aktive Rolle der Gemeinde und seelsorgerliche Strategien in der Krankenpastoral.
Auszug aus dem Buch
3.2 Mitsterben mit Christus
Durch die Krankensalbung wird der Zustand der drängenden Krankheit eine Erfahrung der Gottesbegegnung. Die Handauflegung bei der Salbung ist sowohl ein Gestus tröstender und rettenden Sorge als auch Stärkung und Beauftragung in dem Sinn, dass alle Getauften eingeladen sind, in Christus das Heil zu finden und mit ihm zu leiden. Durch das Sakrament der Krankensalbung empfiehlt die Kirche dem Kranken, sein Leid mit dem Leiden Christi zu vereinigen (vgl. LG 11).
„So heilt dieses Sakrament, es richtet auf und stärkt. Es richtet auf das letzte Ziel des Menschen aus: mit Christus zu sterben, um auch mit ihm aufzuerstehen.“6 Das mit Christus leiden und sterben und in dieser Weise den Tod zu überwinden wird durch die Spendung der Krankensalbung von dem Kranken neu herausgefordert.7 In diesem Zusammenhang ergibt sich eine Paradoxie: Während die Krankensalbung einerseits physische Besserung zuspricht, lädt sie andererseits im eschatologischem Sinn den Kranken ein, mit Christus zu leiden und sterben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Belastung durch Krankheit und beschreibt die Krankensalbung als sakramentale Antwort der Kirche zur Spendung von Hoffnung und Glaubensstärke.
2. Biblische Basis: Dieses Kapitel erläutert den Zusammenhang von Krankheit und Sünde in der jüdischen Tradition und zeigt auf, wie Jesu Wirken sowie der Jakobusbrief die Grundlage für das Sakrament legten.
3. Krankensalbung als Zeichen der Aufrichtung und Stärkung: Hier werden die spirituellen, physischen und heilsgeschichtlichen Dimensionen der Salbung als Stärkung im Leiden und Mitsterben mit Christus dargelegt.
4. Zur Geschichte der Krankensalbung: Das Kapitel zeichnet den historischen Wandel vom antiken Gebrauch hin zum Sterbesakrament und die anschließende Neubesinnung durch das Zweite Vatikanische Konzil nach.
5. Der heutige Brauch: Es wird analysiert, wie die Krankensalbung aktuell in der Seelsorge vollzogen wird und welche Bedeutung der Gemeinde sowie medizinischem Personal dabei zukommt.
6. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert, dass die Krankensalbung eine wichtige Gotteserfahrung für Leidende ist, die ärztliche Versorgung nicht ersetzt, sondern spirituell vervollständigt.
Schlüsselwörter
Krankensalbung, Sakrament, Krankenpastoral, Liturgie, Zweites Vatikanisches Konzil, letzte Ölung, Glaube, Leiden Christi, Seelsorge, ganzheitliche Heilung, biblische Fundierung, Gemeinde, Gottesbegegnung, Sterbebuße, Hoffnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theologischen Bedeutung und der seelsorgerischen Praxis der Krankensalbung in der katholischen Kirche.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die biblische Grundlegung, der historische Bedeutungswandel, die spirituelle Wirkung sowie die heutige Einbindung der Gemeinde.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die "Einbettung" der Krankensalbung zu erforschen und aufzuzeigen, wie sie den Kranken ganzheitlich (seelisch und körperlich) unterstützen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematisch-pastoraltheologische Arbeit, die auf Literaturanalyse, historischen Quellen und lehramtlichen Dokumenten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine biblische Herleitung, die Untersuchung der Wirkung des Sakraments, eine geschichtliche Einordnung und eine Analyse der aktuellen pastoralen Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Krankensalbung, Seelsorge, Liturgie, Glaube und ganzheitliche Heilung.
Warum wird im Dokument betont, dass die Krankensalbung keine "Sterbeliturgie" ist?
Weil das Zweite Vatikanische Konzil betont hat, dass das Sakrament bereits bei beginnender Lebensgefahr oder Krankheit empfangen werden soll, um den Leidenden zu stärken.
Wie spielt die Gemeinde bei der Krankensalbung eine Rolle?
Die Gemeinde ist als solidarische Gemeinschaft gefordert, das Sakrament mitzutragen und durch katechetische Vorbereitung sowie seelsorgerische Begleitung präsent zu sein.
Kann die Krankensalbung wiederholt werden?
Ja, da sie auch physisch wirkt und zur Stärkung dient, kann sie bei schweren oder lang andauernden Krankheiten mehrfach empfangen werden.
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- Karel Joice Kalathiparambil Anson (Author), 2017, Die Einbettung der Krankensalbung. Theologie und Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/445420