Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › German Studies - Literature of History, Eras

Heinrich von Kleists "Die Verlobung in St. Domingo". Interkulturelle Aspekte anhand der Protagonisten

Title: Heinrich von Kleists "Die Verlobung in St. Domingo". Interkulturelle Aspekte anhand der Protagonisten

Essay , 2014 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christof Theis (Author)

German Studies - Literature of History, Eras

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Kleists Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“ wurde 1811 in seinem zweiten Band „Moralische Erzählungen“ veröffentlicht. Warum sich die Interkulturalität für diese Erzählung interessiert verdeutlicht unter anderem der Sprachgebrauch dieser Zeit. So taucht innerhalb der Erzählung 81mal „der Fremde“ auf, so wie 31mal „weiß“ und 74mal wird die Relation zur Farbe schwarz, beziehungsweise zum Begriff „Neger“, aufgebaut. Der Gegensatz von „schwarz“ und „weiß“, so wie der Fremdheitsdiskurs könnten die Einordnung der Novelle in einen interkulturellen Kontext zulassen. Zudem wird eine politische Dimension aufgebaut. Bereits der Anfang der „Verlobung in St. Domingo“ versetzt den Leser in eine Zeit in der „die Schwarzen die Weißen ermordeten“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Congo Hoango und Herr Guillaume von Villeneuve

3. Babekan und Toni

4. Gustav von Ried

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht interkulturelle Aspekte in Heinrich von Kleists Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“ durch eine tiefgehende Analyse der Protagonisten und ihrer Konzeption innerhalb des zeitgenössischen Diskurses über Identität, Rasse und Machtverhältnisse.

  • Analyse der Stereotypisierung von „schwarz“ und „weiß“ am Beispiel der Romanfiguren.
  • Anwendung kulturwissenschaftlicher Konzepte wie Alfred Schütz’ „Denken wie üblich“ sowie Homi K. Bhabhas „Hybridität“ und „Mimikry“.
  • Untersuchung der politischen Dimensionen und der sozialen Dynamik während der haitianischen Revolution.
  • Deutung der Handlungsweisen als Ergebnis historischer Vorgaben und individueller Persönlichkeitskrisen.

Auszug aus dem Buch

2. Congo Hoango und Guillaume von Villeneuve

Bereits am Anfang wird dem Leser ein „fürchterlicher alter Neger“ namens Congo Hoango vorgestellt, der in seiner Jugend, zur Zeit des Sklavenhandelns, aus seiner Heimat Afrika nach Haiti verschleppt wurde. Dabei handelt es sich nicht um eine reelle, historische Gestalt, sondern diese wurde von Kleist, als eine Person der haitianischen Revolution frei erfunden. Kleist lehnt sie an die historische, in der Literatur oftmals als besonders grausam auftretende Gestalt Dessalines an. Betrachtet man die Konzeption des schwarzen Anführers näher, so scheint dieser alles andere als ein „edler Wilder“ oder ein „guter Sklave“ zu sein, wie sie aus der meisten Antisklavereiliteratur des 18. Jahrhunderts bekannt ist. Zu Beginn hingegen kommt es noch zu der Vermittlung einer positiven Charakterisierung des Schwarzen: „Dieser von der Goldküste von Afrika herstammende Mensch, der in seiner Jugend von treuer und rechtschaffener Gemütsart schien, war von seinem Herrn, weil er ihm einst auf einer Überfahrt nach Cuba das Leben gerettet hatte, mit unendlichen Wohltaten überhäuft worden.“

Obwohl er vom Herrn Guillaume de Villeneuve „mit unendlichen Wohltaten überhäuft worden“ ist, war er „bei dem allgemeinen Taumel der Rache […] einer der ersten, der […] seinem Herrn die Kugel durch den Kopf jagte“. Im satanischen Augenblick scheint seine wahre Gestalt zum Vorschein zu kommen. Congo Hoango brennt das Anwesen seines Herrn ab und zieht bewaffnet mit anderen „Negern“ in den Kampf gegen die Weißen. In diesem Rassenkampf kennt er weder Moral noch Mitgefühl, es kommt weder zu einer Differenzierung zwischen schuldig oder unschuldig, noch zwischen Kind oder Erwachsenem. Die einzige Unterscheidung die in diesem Rassenkampf vollzogen wird, ist die zwischen schwarz und weiß. Bis zum Schluss agiert Congo Hoango als schreckenverbreitende Hintergrundfigur, die zwar physisch abwesend ist, in der Geschichte und für ihren Handlungsverlauf jedoch permanent anwesend bleibt. Hinzufügen ist, dass es den Schwarzen in Kleists Erzählung nicht um Gerechtigkeit oder Verbesserung der Lebensverhältnisse geht, sondern um die alleinige persönliche Befriedigung durch Rache.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den theoretischen Grundstein der Untersuchung, indem sie die Novelle in den Kontext des zeitgenössischen Fremdheitsdiskurses und der politischen Entwicklungen der französischen Kolonien einordnet.

2. Congo Hoango und Herr Guillaume von Villeneuve: Dieses Kapitel analysiert die polare Konstruktion von Gut und Böse durch die Figuren des rachsüchtigen Congo Hoango und des großzügigen, aber in Machtstrukturen verhafteten Herrn von Villeneuve.

3. Babekan und Toni: Der Fokus liegt hier auf den hybriden Identitäten von Babekan und ihrer Tochter Toni, wobei insbesondere Tonis Entwicklungsprozess und ihre Grenzüberschreitungen thematisiert werden.

4. Gustav von Ried: Das Kapitel befasst sich mit der Figur des Gustav von Ried, der als französischer Offizier die eurozentrische Sichtweise verkörpert und in eine existenzielle Krise gerät, aus der er keinen Ausweg findet.

5. Schluss: Die Zusammenfassung führt die Analysen der Figurenebene und der thematischen Spiegelperspektiven zusammen und unterstreicht die anhaltende Relevanz der Novelle für die Interkulturalitätsforschung.

Schlüsselwörter

Interkulturalität, Heinrich von Kleist, Die Verlobung in St. Domingo, Rassenkonflikt, Identität, Hybridität, Mimikry, Denken wie üblich, Stereotypisierung, Kolonialismus, Haiti, Protagonisten, Literaturwissenschaft, Fremdheitsdiskurs, Sozialisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“ von Heinrich von Kleist unter dem Fokus interkultureller Fragestellungen und untersucht, wie verschiedene Protagonisten innerhalb von Rasse- und Machtstrukturen agieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Konstruktion von Identitäten, die Auswirkungen kolonialer Machtverhältnisse, die psychologische Dynamik von Vorurteilen sowie die Spiegelung europäischer Sichtweisen in der Literatur.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die Arbeit fragt danach, inwiefern Kleists Erzählung im Rahmen der zeitgenössischen Interkulturalitätsforschung betrachtet werden kann und wie sich die Figuren innerhalb vorgegebener gesellschaftlicher und rassischer Kategorien bewegen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor nutzt kulturtheoretische Ansätze, insbesondere Alfred Schütz’ Konzept des „Denkens wie üblich“ sowie Homi K. Bhabhas Theorien zu Hybridität und Mimikry, um die Handlungslogik der Figuren zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Charakteranalysen von Congo Hoango und Villeneuve, den hybriden Figuren Babekan und Toni sowie der Figur des Gustav von Ried, wobei jeweils deren Einordnung in interkulturelle Verhältnisse im Vordergrund steht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Schlagworte sind Interkulturalität, Identität, Hybridität, Stereotypisierung, Rassendiskurs, Kolonialismus und das Kleistsche Werk.

Warum wird Congo Hoango nicht als „edler Wilder“ betrachtet?

Der Autor argumentiert, dass Congo Hoango durch sein rachsüchtiges und triebhaftes Handeln, das jegliche moralische Differenzierung vermissen lässt, bewusst als Gegenentwurf zum Klischee des „edlen Wilden“ konzipiert wurde.

Welche Rolle spielt der „Dritte Raum“ bei der Figur Toni?

Toni wird als eine Figur gesehen, die durch ihre hybride Herkunft und ihren späteren Rollenwechsel zwischen den Rassen und Kulturen vermittelt und somit Tonis Position als beispielhaft für Bhabhas Theorie des „Dritten Raumes“ markiert.

Warum endet Gustav von Rieds Geschichte mit einem Suizid?

Der Autor schlussfolgert, dass Gustav unfähig ist, sein eurozentrisches „Denken wie üblich“ abzulegen und keinen Ausweg aus den Vorurteilen und der ausweglosen Situation des Rassenkonflikts findet, was ihn konsequent in den Suizid treibt.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Heinrich von Kleists "Die Verlobung in St. Domingo". Interkulturelle Aspekte anhand der Protagonisten
College
University of Cologne
Grade
1,0
Author
Christof Theis (Author)
Publication Year
2014
Pages
14
Catalog Number
V444711
ISBN (eBook)
9783668817043
ISBN (Book)
9783668817050
Language
German
Tags
heinrich kleists verlobung domingo interkulturelle aspekte protagonisten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christof Theis (Author), 2014, Heinrich von Kleists "Die Verlobung in St. Domingo". Interkulturelle Aspekte anhand der Protagonisten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/444711
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint