Nach Einführung einer neuen Währung im Jahre 1999, steht die Europäische Zentralbank heute in der Verantwortung von 19 europäischen Ländern und mehr als 330 Millionen Bürgerinnen und Bürgern. Eine damit im Zusammenhang stehende Geldpolitik, sowie Stabilisierungsziele wurden ins Leben gerufen und stellt die EZB vor neue Aufgaben. Ein Vertrag der Europäischen Union definiert das oberste Ziel des Eurosystems: Die Gewährleistung der Preisstabilität. Darauf aufbauend spielt eine etablierte Geldpolitik eine große Rolle, dieses vorrangige Ziel, mit Hilfe von geldpolitischen Übertragungswegen, zu erreichen.
Welche Übertragungswege haben einen praktischen Zusammenhang mit der Geldpolitik? Die Wissenschaft zeigt ein unendliches Wissen in Verbindung mit Transmissionsprozessen, welche mit jungen und alten Theorien dem heutigen Zeitalter angepasst und angewendet werden. Ziel dieser Arbeit ist es, zu veranschaulichen, aufgrund welcher Übertragungskanäle eine Geldpolitik im Euroraum funktioniert. Viele Variationen von Einflüssen können entscheidend sein für zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen und drücken dadurch eine große Bedeutung aus.
Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich eng mit diesen Übertragungskanälen der Geldpolitik. Zunächst soll ein Überblick über allgemeine Geldstrategien und dem obersten Ziel gegeben werden, wobei vorab die Begrifflichkeit „Geld“ definiert wird. Der Fokus dieser wissenschaftlichen Arbeit liegt in Kapitel 3, in dem das Thema Transmission der Geldpolitik nah vorgestellt und erläutert wird. Um den vorgegebenen Seitenumfang einzuhalten, beschränkt sich diese Arbeit auf die vier grundlegendstenTransmissionsmechanismen und dem davon ausgehend wichtigstem Pfeiler, dem Hauptrefinanzierungszins. Die Basis dieser Ansätze wird mit damit eng zusammenhängenden Übertragungseffekte in den jeweiligen Unterpunkten beschrieben. Ein Fazit und ein kurzer Ausblick auf zukünftige geldpolitische Entwicklungen schließen die vorliegende Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Funktionen des Geldes
2.2 Geldpolitik und geldpolitische Ziele der EZB
2.3 Geldpolitische Strategien
3. Geldpolitische Transmission
3.1 Transmissionsmechanismus
3.2 Hauptrefinanzierungssatz
3.3 Zinskanal
3.3.1 Kapitalkosteneffekt
3.3.2 Einkommenseffekt
3.4 Wechselkurskanal
3.5 Kreditkanal
3.5.1 Bankenkanal
3.5.2 Bilanzkanal
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Wirkungsweise der geldpolitischen Übertragungswege im Euroraum zu veranschaulichen und zu erläutern, wie geldpolitische Impulse der EZB die wirtschaftliche Aktivität und das Preisniveau beeinflussen.
- Grundlegende Funktionen des Geldes und geldpolitische Strategien der EZB.
- Detaillierte Analyse des geldpolitischen Transmissionsmechanismus.
- Untersuchung des Zinskanals und seiner Teilbereiche (Kapitalkosten- und Einkommenseffekt).
- Darstellung des Kreditkanals mit Fokus auf Banken- und Bilanzkanal.
- Erörterung des Wechselkurskanals als weiteren Übertragungsmechanismus.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Kapitalkosteneffekt
Nun wird der Begriff Kapitalkosteneffekt, auch Finanzierungskosten genannt, erörtert. Dieser direkte Effekt setzt sich aus den Geldmarktzinsen der Zentralbanken an die Geschäftsbanken zusammen und hat direkten Einfluss auf die nominalen Kreditzinsen. Erhöht die Zentralbank die Geldmarktzinsen für Geschäftsbanken, so führt diese Erhöhung zu steigenden Refinanzierungskosten jener Geschäftsbank.
Aufgrund dieser Gegebenheit werden wachsende Beschaffungskosten einer Geschäftsbank während der Kreditvergabe übertragen. Dieser Effekt legt dar, dass erhöhte Kreditzinsen die Nachfrage nach Kreditfinanzierungen stagnierten und die damit zusammenhängende Geldmenge zurückgehalten wird. Im Gegensatz zu einer Erhöhung, ist bei Minderungen der Geldmarktzinsen ein Ausbau der Geldmengen die Folge.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Rolle der EZB nach der Euro-Einführung ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die wichtigsten Transmissionsmechanismen zu beleuchten.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Funktionen des Geldes, die geldpolitischen Ziele der EZB sowie die zwei Säulen-Strategie zur Steuerung der Geldpolitik.
3. Geldpolitische Transmission: Hier werden die verschiedenen Kanäle wie der Zins-, Wechselkurs- und Kreditkanal detailliert analysiert, über die geldpolitische Maßnahmen auf die Wirtschaft wirken.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der Transmissionskanäle zusammen und reflektiert die Herausforderungen der Zinspolitik, insbesondere im Kontext historischer Niedrigzinsphasen.
Schlüsselwörter
Geldpolitik, EZB, Transmissionsmechanismus, Zinskanal, Kreditkanal, Wechselkurskanal, Preisstabilität, Kapitalkosteneffekt, Bankenkanal, Bilanzkanal, Leitzins, Geldmenge, Konjunktur, Inflation, Eurosystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Funktionsweise der geldpolitischen Übertragung im Euroraum und erklärt, wie die Europäische Zentralbank über verschiedene Kanäle Einfluss auf die Wirtschaft nimmt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind das Mandat der EZB zur Preisstabilität, die verschiedenen Transmissionsmechanismen wie Zins-, Kredit- und Wechselkurskanal sowie die Steuerung der Geldmenge.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Wirkungskette von geldpolitischen Impulsen der EZB zu veranschaulichen und zu erläutern, wie diese Entscheidungen die Preisentwicklung und wirtschaftliche Aktivität beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse auf Basis ökonomischer Fachliteratur und Berichte der EZB, um die Transmissionsmechanismen methodisch herzuleiten und grafisch zu veranschaulichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Darstellung des Transmissionsmechanismus, den Hauptrefinanzierungssatz sowie die Funktionsweise spezifischer Kanäle wie den Zinskanal und den Kreditkanal.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Transmission, Leitzinspolitik, Preisstabilität, Banken- und Bilanzkanal sowie die Zwei-Säulen-Strategie der EZB charakterisiert.
Welche Bedeutung hat der Hauptrefinanzierungssatz für die Banken?
Er dient als wichtigster Zinssatz der EZB und legt das Minimum fest, das Geschäftsbanken für Geldanleihen bei der Zentralbank zahlen müssen, wodurch er das Kreditangebot steuert.
Wie unterscheidet sich der Bankenkanal vom Bilanzkanal?
Der Bankenkanal fokussiert sich auf die Kreditvergabe durch Banken infolge monetärer Impulse, während der Bilanzkanal die Auswirkungen auf die Kreditsicherheiten und die Aktiva von Unternehmen und Haushalten betrachtet.
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- Markus Seel (Author), 2018, Die Europäische Zentralbank und die Übertragungskanäle der Geldpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/444573