Viel wurde auch über den Verbleib Griechenlands in der Eurozone diskutiert. Dabei stellt die Eurozone nur einen Teil dessen dar, was die Europäische Union (EU) ausmacht. Demokratie, Freiheit und Solidarität stehen ebenso im Mittelpunkt der Integrationsgemeinschaft. All dies macht deutlich, wie weit Europa sich entfernt hat von seiner ursprünglichen Idee, dauerhaft eine harmonische Entwicklung aller Länder zu fördern und den Frieden auf dem Kontinent zu sichern.
Um zu einer fundierten Meinungsbildung zu diesem Thema zu gelangen, ist es unerlässlich, den Integrationsprozess Griechenlands näher zu beleuchten. Dazu soll diese Arbeit einen Beitrag leisten. Ziel ist es daher, den Integrationsprozess Griechenlands in die Europäische Gemeinschaft (EG) und später in die Europäische Union zu analysieren. Speziell wird der Frage nachgegangen, ob dieser Integrationsprozess durch eine konvergente oder eine divergente Entwicklung geprägt ist. Dazu werden zentrale Einflüsse auf die Einkommensentwicklung des Landes herausgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführende Diskussion
2 Griechenland im europäischen Integrationsprozess
3 Theoretische Betrachtung der Konvergenz-Divergenz-Diskussion
3.1 Erklärungsgehalt der neoklassischen und neueren Wachstumstheorie
3.1.1 Konvergenzthese
3.1.2 Divergenzthese
3.1.3 Konvergenzmaße
3.2 Neuere Ansätze im Rahmen der Konvergenz-Divergenz-Diskussion
3.2.1 Entwicklung von Konvergenz in der EU
3.2.2 Konvergenz zwischen Ländern oder innerhalb von Regionen
4 Historische Entwicklung und zentrale Einflussfaktoren auf das Einkommen
4.1 Zeitgeschichtliche Entwicklung
4.2 Europäische Währungsunion
4.2.1 Entwicklung des Zinsniveaus
4.2.2 Direktinvestitionstätigkeit
4.3 Wirtschaftsstrukturen
5 Kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Integrationsprozess Griechenlands in die Europäische Union mit dem Ziel zu untersuchen, ob dieser durch konvergente oder divergente Entwicklungen geprägt ist. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, welche zentralen Faktoren die Einkommensentwicklung des Landes im europäischen Kontext maßgeblich beeinflusst haben.
- Wirtschaftliche Konvergenz- und Divergenztheorien
- Historische wirtschaftliche Entwicklung Griechenlands nach dem EG-Beitritt
- Einfluss der Europäischen Währungsunion und Zinsniveaus
- Rolle von Direktinvestitionen und Humankapitalausstattung
- Strukturanalyse der griechischen Wirtschaft und Außenhandelsverflechtungen
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Konvergenzthese
Die Liberalisierung von Güter-, Dienstleistungs- und Faktormärkten bewirkt nach neoklassischer Wachstumstheorie die Angleichung der Pro-Kopf-Einkommen der Länder, die sich im Rahmen einer wirtschaftlichen Integration zusammengeschlossen haben. Die Grundgedanken des neoklassischen Modells gehen auf Solow zurück. Das Modell beruht auf den Annahmen, wie dem Vorhandensein konstanter Skalenerträge, der Entlohnung nach dem Grenzprodukt, einer identischen Produktionstechnologie im Integrationsraum, der vollständigen Flexibilität der Faktorpreise und der vollständigen Mobilität der Produktionsfaktoren.
Im klassischen Zwei-Faktoren-Modell wird davon ausgegangen, dass ein Land mit einer relativ hohen Ausstattung an Kapital ein geringes Grenzprodukt des Kapitals aufweist. Zeitgleich wird ein solches Land über eine geringe Ausstattung an Arbeit und somit dort über ein hohes Grenzprodukt verfügen. Aufgrund der Annahme der Grenzproduktivitätsentlohnung der Produktionsfaktoren kann auf ein hohes Lohnniveau in dem Land geschlossen werden. Verfügt ein Land nur über eine geringe Ausstattung an Kapital, kann von einem hohen Grenzprodukt des Kapitals ausgegangen werden. Dem steht eine hohe Ausstattung mit dem Produktionsfaktor Arbeit gegenüber, bei dem ein geringes Lohnniveau vorliegt. Wird zudem eine hohe Kapitalmobilität unterstellt, wird Kapital in ein Land fließen, in dem es ein hohes Grenzprodukt erzeugt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführende Diskussion: Einleitung in die Problematik des Integrationsraums EU und die spezifische wirtschaftliche Situation Griechenlands unter dem Fokus der Konvergenz.
2 Griechenland im europäischen Integrationsprozess: Darstellung der Konvergenzziele der EU und der wirtschaftlichen Ausgangslage Griechenlands als Grundlage für die theoretische Analyse.
3 Theoretische Betrachtung der Konvergenz-Divergenz-Diskussion: Theoretische Herleitung von Konvergenz- und Divergenzprozessen mittels klassischer Wachstumstheorien sowie neuerer Modelle der Ökonomischen Geografie.
4 Historische Entwicklung und zentrale Einflussfaktoren auf das Einkommen: Analyse der tatsächlichen ökonomischen Entwicklung Griechenlands seit dem EG-Beitritt unter Berücksichtigung von Währungsunion, Investitionen und Wirtschaftsstrukturen.
5 Kritische Würdigung: Zusammenfassende Bewertung der Gründe für das Ausbleiben einer nachhaltigen Konvergenz Griechenlands und Ausblick auf notwendige Strukturreformen.
Schlüsselwörter
Griechenland, Europäische Union, Konvergenz, Divergenz, Wirtschaftspolitik, Pro-Kopf-Einkommen, Wachstumstheorie, Währungsunion, Direktinvestitionen, Humankapital, Wirtschaftsstrukturen, Strukturreformen, Eurozone, Integration, Außenhandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, ob die Mitgliedschaft Griechenlands in der Europäischen Union zu einer wirtschaftlichen Angleichung (Konvergenz) oder zu einer weiteren Entfernung (Divergenz) gegenüber dem europäischen Wohlstandsniveau geführt hat.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Schwerpunkte sind die theoretischen Grundlagen der Wachstumstheorie, die historische Einkommensentwicklung Griechenlands, die Auswirkungen der Währungsunion sowie die Analyse der griechischen Wirtschafts- und Außenhandelsstrukturen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist die Analyse des Integrationsprozesses Griechenlands, um zu ermitteln, ob dieser durch konvergente oder divergente Entwicklungen geprägt ist und welche Einflussfaktoren dabei eine entscheidende Rolle spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?
Die Arbeit nutzt einen theoretischen Rahmen aus der neoklassischen und neueren Wachstumstheorie, um anschließend die historische Entwicklung Griechenlands anhand ökonomischer Kennzahlen und Strukturanalysen zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Konvergenzdiskussion, eine historische Aufarbeitung der griechischen Entwicklung seit dem EG-Beitritt und eine detaillierte Untersuchung von Einflussfaktoren wie Zinsniveau, Direktinvestitionstätigkeit und Beschäftigungsstrukturen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Griechenland, EU-Integration, wirtschaftliche Konvergenz, Divergenz, Wachstumstheorie und Strukturreformen beschreiben.
Welche Bedeutung kommt dem Zinsniveau für die griechische Wirtschaft zu?
Das sinkende Zinsniveau im Zuge der Vorbereitung auf die Währungsunion ermöglichte eine kreditfinanzierte Steigerung des Pro-Kopf-Einkommens, welche jedoch nicht durch nachhaltige Produktivitätsgewinne unterlegt war, sondern zu einer hohen Staats- und privaten Verschuldung führte.
Wie bewertet der Autor die Rolle von Direktinvestitionen in Griechenland?
Der Autor konstatiert, dass Griechenland aufgrund struktureller Schwächen und einer geringen Humankapitalausstattung kaum von den positiven Wissens-Spillover-Effekten ausländischer Direktinvestitionen profitieren konnte.
- Arbeit zitieren
- Florian Hoheisel (Autor:in), 2015, Griechenland. Konvergenz oder Divergenz durch die Mitgliedschaft in der EU?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/439613