Seit der Globalisierung und dem Einzug der neuen Technologien entwickelt sich die Allgemeinheit zu einer Wissensgesellschaft. Die Fähigkeiten in Medien-, Informations-, Retrieval- sowie Wissenrepräsentationskompetenz erhalten in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts große Relevanz. Somit steht das Bibliotheks- und Informationswesen vor neuen Herausforderungen und Problematiken. Um Wissens- und Informationskompetenz zu transportieren, übernehmen die Hochschulbibliotheken die Rolle einer Bildungseinrichtung und vermitteln infolgedessen unterschiedliche Modelle zur Ausbildung von Informationskompetenz in Form von Lehrveranstaltungen für Schüler und Studenten. Wie und ob die Bibliotheken als Ort der Bildung agieren können ist bis heute in der Wissenschafts- und Bildungspolitik umstritten und wenig erforscht. Das informelle Lernen in der Bibliothek liefert zwar einen wichtigen Beitrag zur Kompetenzentwicklung, jedoch fehlen die pädagogische Kompetenz der Bibliothekare sowie effektive didaktische Konzepte oder Erfahrungen darüber. Unumstritten ist jedoch das Ergebnis der Befragung, das in Bayern durchgeführt wurde. Laut dieser Befragung haben sowohl die Schüler der gymnasialen Oberstufe als auch Studenten erhebliche Probleme bei der Bewältigung des Informationsflusses, woraus Schwierigkeiten bei der Recherche und bei der Bewertung der gefundenen Informationen resultieren. Dies zeigt deutlich, dass die Fähigkeiten der Bibliothekare in der Informationsvermittlung erforderlich sind, um auch Schulen unterstützend zu begleiten und sich gleichzeitig als eine unverzichtbare Bildungseinrichtung zu etablieren. Um die didaktischen Stärken und Schwächen der Bildungsangebote von Bibliotheken aufzuzeigen, wird in dieser Arbeit die Lehrveranstaltung der Hochschulbibliothek Regensburg analysiert. Alle Angaben dazu erfolgten schriftlich und mündlich durch die Bibliothekarin Frau Martina Lehnert. Zuerst wird die Schulung der Hochschulbibliothek Regensburg vorgestellt. Danach folgt die Kooperation der Hochschule Regensburg mit anderen Bibliotheken. Des Weiteren wird das Bildungsangebot der Hochschulbibliothek unter didaktischen Aspekten untersucht und daraus Richtlinien zur Gestaltung der Lehrveranstaltung erarbeitet. Zum Schluss werden einige Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt und ein Resümee gebildet. An dieser Stelle soll auch ein großer Dank an die Hochschulbibliothek Regensburg, insbesondere an Frau Martina Lehnert, ausgesprochen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Bildungsangebot der Hochschulbibliothek Regensburg
2.1 Interne Angebote
2.2 Kooperation mit anderen Einrichtungen
3 Untersuchung des Bildungsangebots unter didaktischen Aspekten
3.1 Didaktische Lerntheorien der Hochschulbibliothek Regensburg
3.2 Die didaktische Planung
3.2.1 Zielgruppen und Ziele
3.2.2 Kompetenz der Bibliothekare
3.2.3 Bildungsinhalte
3.2.4 Lernorganisation/Methoden
3.2.5 Lernort und Medien
3.2.6 Evaluation
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert das Bildungsangebot der Bibliothek der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg, um dessen didaktische Qualität zu beurteilen und Empfehlungen für die Weiterentwicklung zu formulieren. Dabei liegt der Fokus auf der Vermittlung von Informationskompetenz an Schüler und der Verzahnung von theoretischen Lerntheorien mit der praktischen bibliothekarischen Lehrvermittlung.
- Analyse der Lehrveranstaltungen zur Informationskompetenz für Schüler.
- Untersuchung didaktischer Lerntheorien (Kognitivismus und Konstruktivismus) im bibliothekarischen Kontext.
- Evaluierung der didaktischen Planung, inklusive Zielgruppendefinition und Methodenwahl.
- Betrachtung der Kooperationsmodelle zwischen der Hochschule und anderen Bildungseinrichtungen.
- Ableitung von Optimierungspotenzialen durch moderne Lernmethoden und Evaluationstechniken.
Auszug aus dem Buch
3.1 Didaktische Lerntheorien der Hochschulbibliothek Regensburg
Die theoretische Grundlage der Hochschule Regensburg orientiert sich an zwei klassischen Lerntheorien, zu einem sind das der Kognitivismus und zum anderen der Konstruktivismus. Der Kern dieser Mischform gestaltet sich aus der kognitiven Lerntheorie, bei der das Lernen durch entdecken transportiert wird. Im Vordergrund des Lernprozesses steht die Informationsaufnahme, -verarbeitung und –speicherung. Um die Informationsaufnahme zu erzielen wird in der Praxis in allen drei Modulen, durch die Bibliothekare der Hochschulbibliothek, Informationsaufbereitung sowie Problemstellung in Form von Aufgaben mit Fragen formiert. Dabei wählen die Bibliothekare die zu vermittelnden Informationen aus, führen diese den Schülern vor und stehen ihnen helfend zur Seite. Die Informationsverarbeitung wird durch die Suche nach Antworten erzeugt. Hierbei durchlaufen die Schüler unterschiedliche Prozesse in Form von Wahrnehmen, Erkennen, Verstehen, abstraktes Denken, Problemlösen und Schlussfolgern, gewinnen dadurch neue Erkenntnis und erweitern das persönliche Wissen.
Die Speicherung der Informationen erfolgt, indem die Schüler eine aktive Rolle einnehmen und dabei erlernen, Informationen eigenständig aufzunehmen, zu verarbeiten und Lösungswege zu finden. Ein positiver Aspekt am Kognitivismus ist, dass sich der Lernprozess, wie die drei unterschiedlich gestaltenden Modelle der Hochschulbibliothek Regensburg zeigen, je nach Vorwissen der Schüler aktiv und individuell gestalten lässt. Zusätzlich erfolgt hierbei eine Verknüpfung an das Vorwissen der Schüler.
Im Konstruktivismus lernen die Schüler durch individuelle Erfahrungen und Experimentieren. Auch die Gruppenarbeiten im „Basismodul“ gehören zum konstruktivistischen Lernprozess. Das Arbeiten und Lernen geschieht aktiv und selbstgesteuert. Bei den Recherchen zu den individuellen Themen der Schüler wird der Lernprozess von den Bibliothekaren nicht gesteuert, es findet demnach keine Belehrung oder Kontrolle der vermittelten Informationskompetenz. Hierbei führen die Schüler die Recherchen offen und selbstorganisiert durch und müssen selbst Problematiken erkennen und lösen. Um den Lernprozess zu fördern, begleiten die Bibliothekare hierbei die Schüler lediglich in der Funktion als Berater und Gestalter und stellen Werkzeuge bereit, um eine Lernatmosphäre zu erzeugen. Anschließend werden die neuen Erkenntnisse der Schüler gemeinsam mit den Bibliothekaren reflektiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Informationskompetenz in der heutigen Wissensgesellschaft ein und erläutert die Zielsetzung der Analyse des Bildungsangebotes der Hochschulbibliothek Regensburg.
2 Das Bildungsangebot der Hochschulbibliothek Regensburg: Dieses Kapitel stellt die internen Bildungsmodule für Schüler sowie die bestehenden Kooperationen der Bibliothek detailliert vor.
3 Untersuchung des Bildungsangebots unter didaktischen Aspekten: Dieser zentrale Teil untersucht die zugrunde liegenden Lerntheorien und bewertet die didaktische Planung, von den Inhalten bis zur Evaluation.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und gibt Handlungsempfehlungen zur zukünftigen Optimierung des Bildungsangebots.
Schlüsselwörter
Informationskompetenz, Hochschulbibliothek, Didaktik, Lerntheorien, Information Retrieval, Kognitivismus, Konstruktivismus, Bildungsangebot, Recherchestrategien, Schüler, Medienkompetenz, Wissensgesellschaft, Evaluation, Lehrveranstaltung, Schulkooperation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Bildungsangebot der Bibliothek der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg hinsichtlich seiner didaktischen Konzeption und Qualität.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Vermittlung von Informationskompetenz, der Anwendung didaktischer Theorien, der Kooperation mit Schulen und der kritischen Bewertung der Lernmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die didaktischen Stärken und Schwächen der angebotenen Lehrveranstaltungen aufzuzeigen und Richtlinien zur Verbesserung der Qualität des Bildungsangebots zu erarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer Analyse der vorhandenen Lehrangebote, gestützt durch Fachliteratur zu Lerntheorien sowie schriftliche und mündliche Informationen der zuständigen Bibliothekarin.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der internen Schulungsmodule und eine tiefgehende didaktische Untersuchung, die Aspekte wie Zielgruppen, Lehrinhalte, Methoden und Evaluation umfasst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Informationskompetenz, Didaktik, Kognitivismus, Konstruktivismus, Information Retrieval und Bildungsangebot.
Welche Rolle spielt der Kognitivismus in den Schulungen der Bibliothek?
Der Kognitivismus dient als theoretische Basis, um durch aktives Entdecken, Informationsverarbeitung und Problemlösung einen individuellen Lernprozess bei den Schülern zu fördern.
Wie bewertet der Autor die Zusammenarbeit mit den Schulen?
Der Autor bewertet die Kooperation mit Schulen als äußerst positiv und als wichtigen Faktor, um die Lehrveranstaltungen gezielt auf den Wissensstand der Schüler abzustimmen.
Welche Empfehlung gibt der Autor zur zukünftigen Entwicklung?
Es wird empfohlen, das Angebot um moderne Aspekte wie Medienkompetenz, Informationsrecht und digitale Lernwerkzeuge wie Serious Games zu erweitern und die Evaluation kontinuierlich auszubauen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2014, Analyse des Bildungsangebotes der Bibliothek der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/438618