In der folgenden Arbeit, die im Rahmen des Seminars „Interkulturelle Germanistik I“ geschrieben wurde, sollen die Bücher „Kampf der Kulturen“ von Samuel P. Huntington und „Tanz der Kulturen“ von Joanna Breidenbach und Ina Zukrigl vorgestellt und miteinander verglichen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Kampf der Kulturen
2.1.1 Kurze Vorstellung des Buches
2.1.1.1 Wer ist S.P. Huntington?
2.1.2 Die Kulturknall-Theorie
2.1.2.1 Identitätssuche nach dem Ende des Kalten Krieges
2.1.2.2 Die multipolare und multikulturelle Welt
2.1.2.3 Die Kulturkreise
2.1.2.4 Bruchlinienkonflikte
2.1.2.5 Forderungen für die Zukunft
2.1.2.5.1 Rückbezug auf eigene Identität
2.1.2.5.2 Verstärkte Kooperation, der konstruktive Weg
2.2 Tanz der Kulturen
2.2.1 Einleitung
2.2.2 Wie wird Kultur im „Tanz der Kulturen“ definiert?
2.2.2.1 Kritik an Huntington
2.2.3 Neue Kulturen
2.2.3.1 Transnationale Kulturen
2.2.3.2 Migranten und der deterritorialisierte Nationalstaat
2.2.3.3 Die privilegierten Heimatlosen
2.2.3.3 Transnationalität in Religionen und Sekten
2.2.3.5 Virtuelle Gemeinschaften
2.2.4 Der Umgang mit „dem Fremden“ nach Sundermeier
2.2.4.1 Welchem Modell sind die beiden Bücher zuzurechnen?
2.2.5 Authentizität
2.2.6 Die Globalkultur als weltweites Referenzsystem
3. Schluß
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit vergleicht die Werke „Kampf der Kulturen“ von Samuel P. Huntington und „Tanz der Kulturen“ von Joanna Breidenbach und Ina Zukrigl, um deren unterschiedliche Perspektiven auf die Auswirkungen der Globalisierung auf kulturelle Identität und Weltpolitik zu untersuchen und kritisch gegenüberzustellen.
- Analyse des Huntingtonschen Paradigmas von Kulturkreisen und Identitätskonflikten
- Gegenüberstellung mit dem ethnologischen Ansatz der kulturellen Vernetzung
- Untersuchung von Identitätsbildung in einer globalisierten Welt
- Vergleich von Modellen des Umgangs mit dem „Fremden“
- Reflexion über die Zukunft von Kulturen in einer globalisierten Ordnung
Auszug aus dem Buch
2.1.2.3 Die Kulturkreise
Huntington teilt die Welt in sieben „Kulturkreise“ auf. Diese sind „die höchste kulturelle Gruppierung von Menschen und die allgemeinste Ebene kultureller Identität des Menschen, unterhalb der Ebene, die den Menschen von anderen Lebewesen unterscheidet.“ Die Reichweite der Kulturkreise ist in etwa deckungsgleich mit denen der großen Religionen und bei den meisten hat jeweils ein „Kernstaat“ die Führungsrolle inne. Um dieses Machtzentrum bilden sich konzentrische Kreise aus Nationen, denn „Länder neigen dazu, Anschluß an Länder mit ähnlicher Kultur zu suchen und Abstand zu Ländern zu halten, mit denen sie kulturell nichts gemeinsam haben.“
Die Kulturkreise und ihre Kernstaaten sind:
- Der westliche, christlich geprägt, mit den Kernstaaten Frankreich und Deutschland (die USA werden eigenartigerweise nicht erwähnt).
- Der sinische Kulturkreis mit dem konfuzianisch geprägten China
- Der islamische Kulturkreis, in dem Huntington jedoch kein Kernstaat ausmachen kann
- Der hinduistische, mit Indien als Zentrum
- Der slawisch-orthodoxe, mit Rußland als Führungsstaat
- Der japanische, bei dem allerdings Japan jedoch aufgrund der Beschränkung auf dieses eine Land, die Doppelrolle als Kernstaat und Kulturkreis spielen muss.
- Der lateinamerikanische, katholisch-christliche Kulturkreis, wobei sich Huntington nicht sicher ist, ob Südamerika eigenständig ist, oder doch zum Westen gehört.
- Der afrikanische, vielleicht. Er ist zu uneinheitlich, könnte aber noch zusammenwachsen, dann mit Südafrika als Kernstaat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit stellt die Bücher von Huntington sowie Breidenbach und Zukrigl vor, um diese im Rahmen eines Seminars miteinander zu vergleichen.
2. Hauptteil: Dieser Teil widmet sich der detaillierten Darstellung und Gegenüberstellung der zentralen Thesen beider Werke, beginnend mit Huntingtons Kulturknall-Theorie bis hin zum ethnologischen Gegenentwurf von Breidenbach und Zukrigl.
3. Schluß: Das Fazit fasst die unterschiedlichen Standpunkte zur Globalisierung zusammen, wobei Huntington die Kriegsgefahr betont, während Breidenbach und Zukrigl die Chancen durch Kulturkontakte hervorheben.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Kulturkreise, Identität, Huntington, Tanz der Kulturen, Ethnologie, Politikwissenschaft, Bruchlinienkonflikte, Transnationalität, Authentizität, Weltpolitik, Kulturkontakte, Identitätsbildung, Alteritätsmodell, Komplementaritätsmodell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht zwei unterschiedliche wissenschaftliche Publikationen, die sich mit den Auswirkungen der Globalisierung auf die Weltordnung und kulturelle Identitäten auseinandersetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Verständnis von Kultur, Identitätssuche nach dem Kalten Krieg, Globalisierung, internationale Beziehungen und der Umgang mit dem „Fremden“.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Huntingtons These vom „Kampf der Kulturen“ mit dem Gegenentwurf von Breidenbach und Zukrigl in „Tanz der Kulturen“ zu kontrastieren und die dahinterstehenden wissenschaftlichen Standpunkte freizulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Methode (Buchvergleich), indem sie die Argumentationen beider Werke gegenüberstellt und sie theoretischen Modellen, wie etwa denen von Theo Sundermeier, zuordnet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Huntingtons Kulturknall-Theorie und dessen Einteilung der Welt sowie die Kritik daran durch Breidenbach und Zukrigl, welche den Fokus auf transnationale Kulturen und kulturelle Vermischung legen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Globalisierung, Kulturkreise, Identität, Kampf der Kulturen und ethnologische Perspektiven charakterisiert.
Wie unterscheidet sich Huntingtons Verständnis von Kultur von dem der Autorinnen Breidenbach und Zukrigl?
Huntington sieht Kulturen als weitgehend statische, rivalisierende Blöcke, während Breidenbach und Zukrigl sie als dynamische Prozesse begreifen, die sich durch ständige Kontakte und Durchdringung entwickeln.
Was besagt die „Kulturknall-Theorie“ nach Huntington?
Sie postuliert, dass Konflikte nach dem Ende des Ost-West-Gegensatzes vermehrt an den „Bruchlinien“ zwischen verschiedenen Kulturkreisen stattfinden, da sich Menschen wieder verstärkt über kulturelle Herkunft definieren.
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- Jörg Hartmann (Author), 2002, Buchvergleich: 'Kampf der Kulturen' mit 'Tanz der Kulturen' Globalisierung aus politischer bzw. ethnologischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/43742