Die Hausarbeit behandelt die historische Entwicklung der Sozialen Arbeit in der BRD und der DDR.
Das Verständnis von Sozialer Arbeit, ihrer Träger und Institutionen kennzeichnet eine historische Entwicklung. Der von Carola Kuhlmann verfasste Text „Soziale Arbeit in BRD und DDR (1945-1969)“ aus ihrem Fachbuch „Geschichte Sozialer Arbeit 1“ wurde 2014 (4. Auflage) veröffentlicht und handelt von der unterschiedlichen Entwicklung der Sozialen Arbeit in Ost- und Westdeutschland. Inwiefern das Geschehen in der Zeit von 1945 bis 1969 darauf Einfluss nahm, wird in der folgenden Hausarbeit zusammenfassend erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entwicklung der Sozialen Arbeit in den Westzonen und der BRD
2.1. Casework
2.2. Jugendhilfe nach Klaus Mollenhauer
3. Entwicklung der Sozialen Arbeit in der Sowjetischen Besatzungszone und DDR
3.1. Jugendhilfe als Bestandteil der Volksbildung
3.2. Sozialfürsorge
3.3. Umgang mit „Asozialen“
3.4. Volkssolidarität und Soziale Arbeit der Kirchen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit analysiert die grundlegend unterschiedliche Entwicklung der Sozialen Arbeit in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Zeitraum von 1945 bis 1969, um die verschiedenen politischen und sozialen Einflüsse auf die jeweilige Praxis herauszuarbeiten.
- Historische Entwicklung der Sozialen Arbeit nach 1945
- Methodische Ansätze in der BRD (z. B. Casework)
- Sozialpolitische Strukturen und Zielsetzungen in der DDR
- Umgang mit abweichendem Verhalten und „Asozialität“
- Rolle von Institutionen, Kirchen und staatlicher Lenkung
Auszug aus dem Buch
2.1. Casework
Mit der Methode „Casework“ werden zum ersten Mal psychotherapeutische Behandlungsformen im Aufgabenfeld der Sozialen Arbeit angewendet. Die ethischen Betrachtungen können Vorgänger der Theorien von C. Rogers oder Watzlawik sein. Es geht vor allem um die finanzielle Beihilfe in besonderen Sozialfällen. Die Einzelfallhilfe setzt sich für das jeweilige Individuum und deren wichtige Anteilnahme des Hilfeprozesses ein. Die Methode fördert Selbstakzeptanz und Persönlichkeitsentwicklung, ist trotz dessen keine Therapie im eigentlichen Sinne. Da Sozialarbeiter anders agieren, als Mediziner oder Psychologen, ist eine „partnerschaftliche Beziehung“ zwischen Betreuer und Klient Voraussetzung für eine erfolgreiche soziale Entwicklung.
Nach Kamphuis sei die Beziehung notwendig und möglich, da Sozialarbeiter weder eine höhere Position einnehmen, noch eine Autorität beanspruchen. Der fachgerechte Beziehungsaufbau vermeidet Urteile und endgültige Diagnosen und soll dafür dem Klienten helfen, das Problem sachlich und objektiv betrachten zu können. Ziel des Casework ist eine positive Kettenreaktion als Gegenbewegung zur negativen Kettenreaktion von Ereignissen auszulösen. In der Beratung motiviert und rationalisiert der Betreuende den Klienten und gibt ihm Raum zum Entladen aufgestauter Emotionen und zur Konfrontation mit der Realität. Die pädagogischen und psychologischen Kenntnisse sowie das regelmäßige Protokollieren der Gespräche und Objektivierung der Situationen sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Beratung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der unterschiedlichen Entwicklung der Sozialen Arbeit in Ost- und Westdeutschland zwischen 1945 und 1969 ein.
2. Entwicklung der Sozialen Arbeit in den Westzonen und der BRD: Das Kapitel beschreibt den demokratischen Neuaufbau der Sozialen Arbeit in der BRD, der geprägt war von „reeducation“-Programmen, der Etablierung des Caseworks und der theoretischen Einordnung durch Klaus Mollenhauer.
2.1. Casework: Hier wird die Methode der Einzelfallhilfe als psychotherapeutisch orientierter Ansatz erläutert, der auf eine partnerschaftliche Beziehung zwischen Sozialarbeiter und Klient setzt.
2.2. Jugendhilfe nach Klaus Mollenhauer: Das Kapitel beleuchtet Mollenhauers Verständnis der Jugendhilfe als normale Sozialisationsinstanz und seine Kritik an autoritären Maßnahmen.
3. Entwicklung der Sozialen Arbeit in der Sowjetischen Besatzungszone und DDR: Dieses Kapitel erläutert die zentralistisch organisierte Sozialpolitik der DDR, in der Soziale Arbeit zunehmend staatlich gelenkt und ideologisch an das sozialistische System angepasst wurde.
3.1. Jugendhilfe als Bestandteil der Volksbildung: Die Jugendhilfe in der DDR wird hier als Teil der Volksbildung dargestellt, wobei die Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit und die kollektive Ausrichtung im Fokus standen.
3.2. Sozialfürsorge: Dieser Abschnitt thematisiert die staatliche Zurückdrängung professioneller Sozialfürsorge zugunsten ehrenamtlicher Strukturen und die Einschränkungen bei finanziellen Hilfen.
3.3. Umgang mit „Asozialen“: Hier wird der staatliche Umgang mit Bürgern beschrieben, die sich der Arbeitspflicht entzogen, und die damit verbundene Stigmatisierung als „Asoziale“.
3.4. Volkssolidarität und Soziale Arbeit der Kirchen: Das Kapitel befasst sich mit der Rolle der Volkssolidarität als staatlich gelenkte Organisation sowie der schwierigen, aber dennoch bestehenden Arbeit kirchlicher Träger.
4. Fazit: Das Fazit fasst die divergierenden Entwicklungswege zur marktwirtschaftlich orientierten BRD und zur zentralistischen „Fürsorgediktatur“ der DDR zusammen.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, BRD, DDR, Geschichte, Jugendhilfe, Casework, Sozialfürsorge, Volkssolidarität, Asoziale, Klaus Mollenhauer, Sozialismus, Demokratisierung, Fürsorgediktatur, Erziehung, Sozialpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der vergleichenden historischen Entwicklung der Sozialen Arbeit in West- und Ostdeutschland in der Zeit von 1945 bis 1969.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind der institutionelle Neuaufbau, die theoretische Ausrichtung der Jugendhilfe, der Umgang mit Bedürftigen sowie die Einflüsse von Ideologien auf das Hilfesystem.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Unterschiede in den Konzepten und der praktischen Umsetzung der Sozialen Arbeit in der BRD und der DDR aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, insbesondere unter Heranziehung des Werkes von Carola Kuhlmann über die Geschichte der Sozialen Arbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der westdeutschen Entwicklung (Casework, Mollenhauer) und die Analyse des zentralistischen DDR-Systems (Volksbildung, Sozialfürsorge, Umgang mit Asozialen).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Soziale Arbeit, BRD, DDR, Sozialfürsorge, Jugendhilfe, Asoziale, Volkssolidarität und Fürsorgediktatur.
Wie unterschied sich die Jugendhilfe in der DDR von der in der BRD?
Während in der BRD ein demokratischer Rechtsstaat und individuelle Hilfsansätze (Casework) wuchsen, war die DDR-Jugendhilfe ein Teil der Volksbildung, die auf kollektive Erziehung und politische Konformität ausgerichtet war.
Was verstand die DDR unter dem Begriff „Asoziale“?
Als „Asoziale“ wurden in der DDR Bürger bezeichnet, die sich der Arbeitspflicht entzogen, was als Straftatbestand gewertet wurde und oft zu staatlichen „Umerziehungs“-Maßnahmen führte.
Welche Rolle spielten die Kirchen in der Sozialen Arbeit der DDR?
Trotz anfänglicher Vorbehalte seitens des DDR-Staates blieb die Sozialarbeit der Kirchen, insbesondere im Bereich der Behindertenpflege, bestehen und wurde teilweise finanziell gestützt.
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- Maxi Koch (Author), 2017, Unterschiede zwischen der sozialen Arbeit in der BRD und der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/436094