In diesem Essay wird die Frage behandelt, ob eine Fremdgeschichte zur Eigengeschichte gemacht werden kann. Dabei wird den daraus folgenden Fragen nachgegangen, warum so etwas passieren sollte und wie eine solche Situation entstehen kann. Untersucht wird in erster Linie der Film "Stories We Tell" von Sarah Polley, welcher mit den theoretischen Gedanken Wilhelm Schapps angereichert wird. Auf diesem Weg soll eine Verbindung zwischen beiden Vorgehensweisen, Aussagen und Theorien hergestellt werden, die bei der Bearbeitung der Fragestellung von Nutzen sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Kann eine Fremdgeschichte zur Eigengeschichte gemacht werden?
Zielsetzung & Themen
Dieses Essay untersucht anhand des Films "Stories We Tell" von Sarah Polley und der theoretischen Konzepte von Wilhelm Schapp, ob und wie eine Fremdgeschichte in die eigene Lebensgeschichte integriert werden kann. Dabei wird analysiert, wie durch die Auseinandersetzung mit den Geschichten anderer die eigene Identität und das Verständnis der Vergangenheit konstruiert werden.
- Die Philosophie von Wilhelm Schapp über das "Verstricktsein in Geschichten"
- Die Analyse von filmischen Erzählstrukturen in "Stories We Tell"
- Das Spannungsfeld zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung
- Die Rolle der Erinnerung und ihre subjektive Konstruktion
- Prozesse der Identitätsfindung durch die Aufarbeitung von Familiengeschichten
Auszug aus dem Buch
Kann eine Fremdgeschichte zur Eigengeschichte gemacht werden?
In diesem Essay wird die Frage behandelt, ob eine Fremdgeschichte zur Eigengeschichte gemacht werden kann. Dabei wird den daraus folgenden Fragen nachgegangen, warum so etwas passieren sollte und wie eine solche Situation entstehen kann. Untersucht wird in erster Linie der Film Stories We Tell von Sarah Polley, welcher mit den theoretischen Gedanken Wilhelm Schapps angereichert wird. Auf diesem Weg soll eine Verbindung zwischen beiden Vorgehensweisen, Aussagen und Theorien hergestellt werden, die bei der Bearbeitung der Fragestellung von Nutzen sind.
Wilhelm Schapp und Sarah Polley beschäftigen sich aus verschiedenen Gründen mit ähnlichen Fragen: Unter anderem der nach dem Ich, dessen Herkunft und Vernetzung in der Welt. Diesen geht Schapp schriftlich und möglichst objektiv nach. Polley hingegen folgt und dokumentiert mit filmischen Mitteln ihrer eigenen Geschichte und deren Vorgeschichte durch ihre Mutter Diane mittels subjektiver Erinnerungen von Bekannten. Diese werden aufgefordert, die ganze Geschichte in eigenen Worten zu erzählen. Hierbei passt Polleys Vorgehensweise zu den Theorien Schapps, nach dem eine Fremdverstrickung in andere Geschichten möglich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Kann eine Fremdgeschichte zur Eigengeschichte gemacht werden?: Das Kapitel führt in die theoretische Verknüpfung von Wilhelm Schapps Werk "In Geschichten verstrickt" mit Sarah Polleys Dokumentarfilm ein und untersucht die Möglichkeiten, fremde Lebenserfahrungen in die eigene Identitätsbildung zu integrieren.
Schlüsselwörter
Fremdgeschichte, Eigengeschichte, Wilhelm Schapp, Stories We Tell, Sarah Polley, Identität, Verstrickung, Erinnerung, Biografie, Subjektivität, Dokumentarfilm, Lebensgeschichte, Wahrnehmung, Narrativ, Familiengeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Essay grundsätzlich?
Das Essay analysiert die theoretische Möglichkeit, wie durch die Beschäftigung mit den Geschichten anderer Menschen eine Integration in die eigene Lebensgeschichte gelingen kann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die Konstruktion von Identität durch Erzählungen, das Konzept des "Verstricktseins" in Geschichten und die Subjektivität menschlicher Erinnerung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, durch die Kombination von Schapps kulturphilosophischem Ansatz und Polleys filmischer Praxis zu verstehen, wie Menschen durch Erzählungen Sinn stiften und Ordnung in ihre Vergangenheit bringen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der filmwissenschaftliche Beobachtungen mit den philosophischen Theorien von Wilhelm Schapp in einen Dialog gesetzt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der verschiedenen Perspektiven auf die Mutter Dianes, der Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung sowie der Rolle der Wahrheit bei der Rekonstruktion von Lebensgeschichten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie "Verstrickung", "Identitätsbildung", "Subjektivität", "Fremdgeschichte" und "Narrativ".
Wie bewertet der Autor Sarah Polleys Vorgehensweise bei der Filmproduktion?
Der Autor hinterfragt, ob Polleys Vorgehensweise konsequent ist und inwiefern sie durch die Auswahl und Reduktion des Materials die Erzählungen der Beteiligten aktiv beeinflusst.
Welche Rolle spielt die "Wahrheit" im Kontext der untersuchten Geschichten?
Die Arbeit stellt fest, dass die Wahrheit als fragmentarisch und verschleiert betrachtet wird, wobei der Wert der Geschichten in ihrer subjektiven Bedeutsamkeit für die Betroffenen liegt, statt in einer objektiven Tatsachenwiedergabe.
- Quote paper
- Marie Welsche (Author), 2015, Kann eine Fremdgeschichte zur Eigengeschichte gemacht werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/435415