Im folgenden Beitrag wird anhand eines konkreten Forschungsbereiches exemplarisch dargestellt, welche Relevanz die Linguistik für die DaF-Forschung haben kann, welche linguistischen Erkenntnisse die Grundlagen für diese Art von Untersuchungen bieten können. Zuerst wird eine mögliche Forschung skizziert, dann werden die damit zusammenhängenden Bereiche der Linguistik und ihre relevanten Erkenntnisse präsentiert. Der Beitrag endet mit einem Fazit im Hinblick auf alle DaF-Forschungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Untersuchung der Produktion von Verbvalenzstrukturen
2.1. Hintergrund: der Fremdsprachenunterricht in Ungarn
2.2. Die Verbvalenz und ihre Rolle
2.3. Verbvalenz im Kontrast
2.4. Über eine mögliche Forschung
3. Relevanz der Linguistik für diese exemplarische DaF-Forschung
3.1. Morphosyntax
3.1.1. Die Valenztheorie
3.2. Semantik
3.3. Phraseologie
3.4. Grammatik
3.5. Lexikographie
3.6. Korpuslinguistik
4. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung linguistischer Erkenntnisse für den DaF-Unterricht (Deutsch als Fremdsprache) in Ungarn am Beispiel der Verbvalenzforschung. Ziel ist es aufzuzeigen, wie linguistische Theorien zur Optimierung von Lernprozessen beitragen können, indem sie die Produktion verständlicher Sätze durch die Analyse von Strukturunterschieden zwischen der Muttersprache und der Zielsprache unterstützen.
- Bedeutung der Linguistik für das Fach DaF/DaZ
- Verbvalenz als zentraler Faktor für Satzproduktion und Verständlichkeit
- Kontrastive Analyse als Strategie im Fremdsprachenunterricht
- Die Rolle der Morphosyntax, Semantik und Phraseologie
- Einsatzmöglichkeiten von Korpuslinguistik und Lexikographie
Auszug aus dem Buch
3.1. Morphosyntax
Für die Produktion verständlicher Sätze in der deutschen Sprache sollten die Probanden vor allem über Kenntnisse über verschiedene Bereiche der Morphosyntax verfügen. Da aber Deutsch im Gegensatz zu Ungarisch eine Kasussprache ist, ist der Gebrauch des Kasus (Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv) zur Markierung nominaler Satzglieder eine Grundlage für die Sprachproduktion in deutscher Sprache. Im Deutschen werden aber syntaktische Funktionen nicht immer so eindeutig markiert wie im Ungarischen (Kasusopposition bei Akkusativ-Dativ), was eine Herausforderung für ungarische Muttersprachler sein kann.
Außerdem gibt es Unterschiede in der Realisierung der Aktanten des Verbs, zum Beispiel im Fall der Subjektergänzungen, deren Realisierung im Deutschen obligatorisch ist, im Ungarischen aber nicht. Diese morphosyntaktischen Unterschiede zwischen den Sprachen erklären oft die Schwierigkeiten der ungarischen Deutschlerner mit der Verbvalenz, sie sind deshalb sowohl für die Forschung als auch für die Unterrichtspraxis relevant.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Das Kapitel erläutert die zentrale Rolle fundierter linguistischer Kenntnisse für die Theorie und Praxis des Faches Deutsch als Fremd- und Zweitsprache.
2. Untersuchung der Produktion von Verbvalenzstrukturen: Hier wird der Bedarf an einer genaueren Untersuchung der Verbvalenz im ungarischen Kontext begründet, um Fehlerquellen bei Lernenden zu identifizieren und die Handlungsfähigkeit zu fördern.
3. Relevanz der Linguistik für diese exemplarische DaF-Forschung: Dieses Kapitel verknüpft verschiedene linguistische Disziplinen wie Morphosyntax, Semantik und Korpuslinguistik mit den Anforderungen an eine angewandte DaF-Forschung.
4. Ausblick: Der Autor resümiert die Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit, um den Fremdsprachenerwerbsprozess durch fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse zu optimieren.
Schlüsselwörter
Deutsch als Fremdsprache, DaF-Forschung, Verbvalenz, Linguistik, Fremdsprachenunterricht, Ungarisch, Satzstruktur, Morphosyntax, Kontrastive Analyse, Sprachlernende, Grammatik, Interdisziplinarität, Korpuslinguistik, Valenztheorie, Sprachproduktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Publikation beleuchtet die Relevanz linguistischer Forschung für das Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaF/DaZ), speziell mit Fokus auf den ungarischen Sprachraum.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Verbvalenz, die kontrastive Analyse zwischen Ungarisch und Deutsch sowie die Anwendung linguistischer Erkenntnisse zur Verbesserung der Textproduktion bei Lernenden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine linguistisch fundierte Forschung dazu beitragen kann, Schwierigkeiten von Lernenden bei der Produktion korrekter Sätze zu verstehen und Lehr-Lern-Prozesse zu optimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Beitrag plädiert für einen angewandt linguistischen Ansatz, der auf kontrastiver Analyse, quantitativen Untersuchungen und der Einbeziehung verschiedener linguistischer Teildisziplinen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Verbvalenz als Schnittstelle zwischen verschiedenen Ebenen der Sprache und diskutiert, wie Bereiche wie Morphosyntax, Semantik und Korpuslinguistik zur Lösung didaktischer Probleme beitragen können.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Verbvalenz, Fremdsprachenunterricht, Morphosyntax, kontrastive Analyse und die Optimierung des Spracherwerbs.
Warum stellt Deutsch für ungarische Lernende eine Herausforderung dar?
Aufgrund der unterschiedlichen Sprachfamilien und der Tatsache, dass das Deutsche eine Kasussprache mit obligatorischer Realisierung von Aktanten ist, treten oft negative Transfers auf, die zu unverständlichen Sätzen führen können.
Welche Rolle spielt die Kontrastivität?
Kontrastivität dient als Strategie, um Transferfehler bewusst zu machen und den positiven Transfer zwischen bekannten Sprachen (wie Englisch als L2) und der Zielsprache (Deutsch) gezielt zu fördern.
Wie könnten künftige Forschungen gestaltet sein?
Die Autorin schlägt vor, den schriftlichen Sprachgebrauch ungarischer Lernender quantitativ und qualitativ zu untersuchen, um die tatsächlichen Problemfelder der Verbvalenz empirisch zu erfassen.
- Arbeit zitieren
- Enikő Jakus (Autor:in), 2014, Linguistische Gegenstände in ihrer Bedeutung für das Deutsche als Fremd- und Zweitsprache, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/434812