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Die Grauzonen der Moral. Analytische Betrachtung von Botho Strauß' "Die Ähnlichen"

Die Moraldiskussion in der Postmoderne und nach dem ästhetischen Prinzip des Dramatikers

Titel: Die Grauzonen der Moral. Analytische Betrachtung von Botho Strauß' "Die Ähnlichen"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Bogdan Büchner (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Moderne Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

"Mit Aristoteles und dem Papst teile ich die Überzeugung, dass das Paar jeder weiteren Gemeinschaft vorgeht. Es ist sogar der einzige Inhalt meines Schreibens, dass das Paar vor dem Staat, der Gesellschaft und jeder sonstigen Ordnung steht. Von ihm leiten sich alle sozialen Elementarien ab, nicht zuletzt das der Entzweiung."

Botho Strauß zählt seit Beginn seiner Schaffensperiode zu den bedeutendsten deutschen Dramatikern, ist jedoch als private Person der Leserschaft weitgehend ungekannt. Diese Zurückgezogenheit aus der Gesellschaft ist für Autoren nicht ungewöhnlich, für die Arbeit von Strauß jedoch elementar. Er selbst bezeichnet sich in einem Interview für die Zeit als „ein nicht ausübender Gesellschaftsmensch.“ Auf diese Weise macht er sich die Menschen dadurch begreifbar, dass er sich ihnen entzieht. Im zentralen Blickpunkt der distanzierten Beobachtung stehen hochsensibel entwickelte und differenzierte Paarbeziehungen. Bereits sein erstes Drama Hypochonder thematisiert eine Dreierkonstellation in der Krise des fortschreitenden Identitätsverlustes. Die Integration des Paares in den gesellschaftlichen Kontext avanciert so zur Sinnklammer vieler Strauß-Texte und findet folglich auch Eingang in das 1998 uraufgeführte Drama Die Ähnlichen. In vier inhaltlich selbständige Zwischenspiele eingeteilt, deutet bereits der Untertitel Moral Interludes auf das dominierende Thema des Textes hin. Hier variiert Strauß das alte Motiv scheiternder Paarbeziehungen im Kontext des Moralpluralismus im postmodernen Zeitalter. Aufgrund dieser Prämisse bietet sich demgemäß die Sinnklammer Moral als Kategorie zur vielseitigen Analyse des Textes an.
Zunächst sollen sowohl die Position von Botho Strauß zur Postmoderne, als auch die Kennzeichen und Entwicklung der Moral beleuchtet werden. In der folgenden textimmanenten Analyse, gegliedert nach den vier Zwischenspielen, erfolgt dann eine Bestandsaufnahme der heterogenen Moralauffassungen, sowie der ungleichen Präferenz von Paarmodellen bei Mann und Frau. Daraus folgt im vierten Abschnitt eine Bewertung der Paarbeziehung im Kontext der Postmoderne. Dabei sollen auch Fragen nach dem Grad der moralischen Wertung des Autors, sowie dessen Theaterästhetik nicht unberücksichtigt bleiben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Gesellschaft und Moral. Man muss seine Gründe behalten, seiner Herkunft begegnen.

III. Die Ähnlichen

1. Magda hat wieder beiseite gesprochen

2. Die Ähnlichen

3. Inverness. Einzelprobe

4. Anfang und Ende

IV. Reflexiver Diskurs der textlichen Analyse

1. Die Krise der Moral in Zeiten des Wertewandels

2. Moral Interludes im Zeichen des Bewusstseintheaters

3. Das Theater des Botho Strauß

V. Resultate und Folgerungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das 1998 uraufgeführte Drama „Die Ähnlichen“ von Botho Strauß im Hinblick auf moralische Fragestellungen in der Postmoderne. Dabei steht die Forschungsfrage im Zentrum, wie Strauß das Scheitern von Paarbeziehungen in einer Gesellschaft darstellt, die keinen einheitlichen moralischen Kodex mehr besitzt, und welche ästhetischen Prinzipien er dabei anwendet.

  • Analyse der moralischen Desorientierung im postmodernen Zeitalter
  • Untersuchung von Paarmodellen und Geschlechterrollen bei Botho Strauß
  • Mythologische und gesellschaftskritische Lesart der „Moral Interludes“
  • Theatralität und Reflexivität als Mittel der Distanzschaffung

Auszug aus dem Buch

3. Inverness. Einzelprobe

Die analysierten Erkenntnisse aus dem Zwischenspiel Die Ähnlichen lassen sich ohne weiteres auf den vorliegenden Teilabschnitt übertragen. Im Zentrum der Handlung steht Berg, ein Regisseur mit dem Charisma eines an sich zweifelnden Genies. Seine Frau Ina ist seit Jahren mit ihm verheiratet, beide bewohnen seither allein ein einsames Landhaus auf den Hebriden. Das zentrale Motiv dieser Ehe kreist erneut um die egozentrische Selbstsucht des Mannes, der Ina schließlich zum Opfer fällt.

Ich habe als Schauspielerin bei ihm begonnen. Aber er glaubte nicht an mich. Lange Zeit war ich es, die ihm den Glauben an sich selbst erhielt und stärkte. Unterdessen hatte er die Schauspielerin in mir getötet. (...) Immerhin zehn Jahre habe ich mit ihm die Fackel getragen, zehn Jahre vollkommen eins mit ihm und seinem furchtbaren Eifer. Jetzt ist in mir kein Funke Mission mehr. Nur noch Liebe, die etwas stiller gewordene Liebe zu einem Menschen, der mir sehr viel gegeben und gleichzeitig fast alles genommen hat.

Im Unterschied zu den Ähnlichen unterwirft sich die Frau nicht mehr dem materiellen Primat des Mannes, sondern fühlt sich von dessen geistiger Genialität angezogen. Auf diese Weise ordnete sich Ina dem Regisseur Berg zunächst freiwillig unter, um intellektuell und handwerklich als Schauspielerin von ihm zu profitieren. Infolgedessen führte erst die Liebe zu Berg erneut zur bedingungslosen Ergebenheit in der Ehe und bereitete somit den Weg von der Selbständigkeit in die Abhängigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Paarbeziehung bei Botho Strauß ein und verortet das Drama „Die Ähnlichen“ im Kontext des Moralpluralismus der Postmoderne.

II. Gesellschaft und Moral. Man muss seine Gründe behalten, seiner Herkunft begegnen.: Das Kapitel erläutert Strauß' Kritik an der postmodernen Konsumgesellschaft und definiert die theoretischen Grundlagen von Moralcode und Moralverhalten.

III. Die Ähnlichen: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte Analyse der vier Zwischenspiele des Dramas, in denen das Scheitern der Paarbeziehungen und die Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern untersucht werden.

IV. Reflexiver Diskurs der textlichen Analyse: In diesem Teil werden die Ergebnisse der Analyse zusammengeführt und die ästhetischen Mittel des „Bewusstseintheaters“ sowie die Rolle der Sprache bei Strauß reflektiert.

V. Resultate und Folgerungen: Das Fazit fasst zusammen, dass Strauß keine moralischen Antworten vorgibt, sondern durch die Kontrastierung sittlicher Gegensätze das Bewusstsein des Zuschauers schärft.

Schlüsselwörter

Botho Strauß, Die Ähnlichen, Postmoderne, Moral, Paarbeziehung, Moralinterludes, Gesellschaftskritik, Moralpluralismus, Bewusstseinstheater, Identitätsverlust, Rollenbilder, Theaterästhetik, Konsumgesellschaft, Wertekodex, Sprachkörper.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Drama „Die Ähnlichen“ von Botho Strauß als eine Untersuchung über den moralischen Zustand und die Paarbeziehungen in der postmodernen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den zentralen Themen gehören der Moralpluralismus, die Materialisierung menschlicher Beziehungen, geschlechtsspezifische Machtasymmetrien und die ästhetische Gestaltung von Identitätskrisen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Untersuchung zielt darauf ab, zu ergründen, wie Strauß durch seine Theaterästhetik die Diskrepanz zwischen traditionellen Werten und einer werteorientierten postmodernen Realität im Kontext von Paarbeziehungen aufzeigt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textimmanente Analyse der vier Zwischenspiele sowie eine philosophisch-kulturwissenschaftliche Einordnung unter Einbeziehung von Theorien wie denen von Michel Foucault.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der vier Zwischenspiele des Dramas sowie einen reflexiven Diskurs, der die moralische Krise und die theatralischen Mittel des Autors untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Moralpluralismus, Postmoderne, Paarbeziehung, Bewusstseinstheater und Gesellschaftskritik charakterisiert.

Warum wählt Botho Strauß den Untertitel „Moral Interludes“?

Der Untertitel verweist auf die Struktur des Werkes als eine Reihe von Beispielen für den Grenzbereich sittlicher Werte, wobei der Fokus auf Dokumentation statt auf belehrender Moral liegt.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Frau in den Stücken?

Die Arbeit arbeitet heraus, dass Frauen bei Strauß häufig das Zentrum der Gemeinschaft und der moralischen Aufopferung bilden, dabei jedoch oft in eine passive, abhängige Rolle oder in die Resignation gedrängt werden.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Grauzonen der Moral. Analytische Betrachtung von Botho Strauß' "Die Ähnlichen"
Untertitel
Die Moraldiskussion in der Postmoderne und nach dem ästhetischen Prinzip des Dramatikers
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für deutsche Philologie)
Veranstaltung
HS: Botho Strauß in den 90er Jahren
Note
1,0
Autor
Bogdan Büchner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
24
Katalognummer
V43456
ISBN (eBook)
9783638412377
ISBN (Buch)
9783656619901
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grauzonen Moral Eine Betrachtung Botho Strauß Moraldiskussion Postmoderne Berücksichtigung Prinzipien Dramatikers Botho Strauß Jahren
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bogdan Büchner (Autor:in), 2003, Die Grauzonen der Moral. Analytische Betrachtung von Botho Strauß' "Die Ähnlichen", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/43456
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Leseprobe aus  24  Seiten
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