Björn Höcke hielt am 17. Januar 2017 eine Rede für die Junge Alternative Dresden. Durch seine möglichen antisemitischen Äußerungen, insbesondere über das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin (“wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat”), wurde die Rede innerparteilich sowie deutschlandweit medial diskutiert.
Alexander Gauland äußert sich gegenüber der FAZ wie folgt über Höckes Rede: “Wer die gesamte Rede Höckes gehört habe, könne darin nichts Rechtsextremes oder Antisemitisches entdecken.” Höcke selbst äußerte sich in einer Stellungnahme wie folgt: “In meiner Dresdner Rede ging es mir darum, zu hinterfragen, wie wir Deutschen auf unsere Geschichte zurückblicken und wie sie uns im 21. Jahrhundert identitätsstiftend sein kann.”
Ausgehend von diesem Konflikt, ob die Rede nun antisemitisch und/oder rassistisch ist oder nicht, stelle ich mir die Frage, inwieweit Höcke Metaphern zum Zweck der Manipulation verwendet? Auf der Basis der Analyse von den verwendeten Metaphern kann die Streitfrage dann objektiv beantwortet werden.
Inhaltsverzeichnis
Kapitel I
I. Die Person Björn Höcke und der Kontext der Rede vom 17. Januar 2017
Einleitung
Björn Höcke und Kontext der Rede vom 17. Januar 2017
Methode
Kapitel II
II. Theorie der Rede, Metaphern und Manipulation
Definition der Fachbegriffe: Rede, Metapher, Manipulation
Rede
Theorie zur rhetorischen Rede
Metapher
Manipulation
Kapitel III
III. Vier Hauptbereiche der Manipulation in Höckes Rede
1. Hauptbereich: Orte und Gebiete als Schwerpunkte des Kampfes
2. Hauptbereich: Konzept normaler Bürger
3. Hauptbereich: Die AfD als Bildungselite, die die Probleme erkennt
4. Hauptbereich: Höckes Referenzen zum Nationalsozialismus
Kapitel IV
IV. Zusammenfassung und Beantwortung der Leitfrage
Zusammenfassung
V. Analysetabelle und Rede
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Björn Höcke in seiner Rede vom 17. Januar 2017 gezielt Metaphern einsetzt, um sein Publikum manipulativ zu beeinflussen und seine politischen Ziele zu verfolgen. Dabei steht die Analyse im Zentrum, ob und wie rhetorische Mittel genutzt werden, um eine rechtsextreme oder antisemitische Ideologie zu transportieren und das Selbstbild der Anhängerschaft zu stärken.
- Analyse rhetorischer Strategien und Metapherngebrauch
- Untersuchung der Zielgruppenansprache und Identitätsstiftung
- Bewertung der Referenzen zum Nationalsozialismus
- Einordnung in den Kontext rechtspopulistischer Rhetorik
- Überprüfung der Behauptung, die Rede sei frei von Extremismus
Auszug aus dem Buch
3. Hauptbereich: Die AfD als Bildungselite, die die Probleme erkennt
Höcke möchte sein Fachwissen als Oberstudienrat zeigen, denn er kämpft genau so wie die PEGIDA-Anhänger gegen das Vorurteil, dass es sich bei der AfD und deren Anhänger um eine minder gebildete Gruppe handelt (Vgl. “verschrobenen Sonderlinge” oder “wirtschaftlich Abgehängten”). Um zu unterlegen, dass es sich bei der Parteiführung (Verwendung von Fach- und Altertümlichen Wörtern) und den Parteianhängern (sind imstande die Fach- und altertümliche Sprache zu verstehen) um Akademiker oder zumindest eine besser gebildete Bildungsschicht handelt, benutzt er Fachwörter als Metaphern, um dies zu verdeutlichen. So beschreibt er PEGIDA Gegendemonstranten als von “induziertem Irresein” gekennzeichnete Jugendliche (Seite 1). Ein gleichnamiges Buch hat Dr. med. Mathilde Ludendorff 1933 publiziert, dabei handelt es sich bei “induziertem Irresein” um die Übertragung einer Psychose auf einen gesunden Menschen. Für Höcke stellt die flüchtlingsfreundliche Politik der “Altparteien” eine Psychose dar. Aber auch Fremdwörter, welche an das vorwiegend aus Ostdeutschland stammende Publikum angepasst sind, z.B. “erbärmlichen Apparatschiks” (S. 2) ein Fachwort, welches als Metapher eingesetzt wird und seinen Ursprung im Russischen findet: es heißt so viel wie „Person des Apparats“. Für ihn sind die führenden Altparteienpolitiker wie Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel zu solch starren Verwaltungsbeamten geworden. Diese würden auch nur noch ihre “Pfründe” (S. 2) verteilen, damit bezieht er sich auf die Steuergelder, die z.B. für die Versorgung von Flüchtlingen in Deutschland eingesetzt worden sind.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel I: Die Person Björn Höcke und der Kontext der Rede vom 17. Januar 2017: Dieses Kapitel führt in die Person Björn Höcke ein, beschreibt den historischen Kontext der Rede und legt die methodische Vorgehensweise der Analyse dar.
Kapitel II: Theorie der Rede, Metaphern und Manipulation: Hier werden die theoretischen Grundlagen zu den Begriffen Rede, Metapher und Manipulation erarbeitet, um die analytischen Werkzeuge für den Hauptteil bereitzustellen.
Kapitel III: Vier Hauptbereiche der Manipulation in Höckes Rede: Dieses Kapitel bildet den Kern der Arbeit und identifiziert vier spezifische Felder, in denen Höcke mittels metaphorischer Sprache manipulative Ziele verfolgt.
Kapitel IV: Zusammenfassung und Beantwortung der Leitfrage: Abschließend werden die Ergebnisse der Analyse zusammengeführt und die Leitfrage zur Verwendung von Metaphern als Manipulationsinstrument beantwortet.
Schlüsselwörter
Björn Höcke, AfD, Metapher, Rhetorik, Manipulation, Rechtspopulismus, Nationalsozialismus, PEGIDA, politische Rede, Bildungselite, Erinnerungspolitik, Ideologie, Propaganda, Deutschland, Sprache der Macht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Rede von Björn Höcke vom 17. Januar 2017 im Hinblick auf den Einsatz von Metaphern als Werkzeug zur Manipulation der Zuhörerschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die rhetorische Konstruktion von Feindbildern, die Selbstdarstellung als Bildungselite, die Instrumentalisierung lokaler Bezüge und die Verwendung codierter Sprache in Bezug auf den Nationalsozialismus.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, objektiv zu belegen, ob und wie Höcke durch metaphorische Sprache manipulativ auf sein Publikum einwirkt, insbesondere um rechtsextreme Denkmuster zu verbreiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es erfolgt eine systematische Analyse auf Basis linguistischer Metapherntheorien (insbesondere Lakoff/Wehling), ergänzt durch einen Vergleich primärer und sekundärer Quellen zur Einordnung der Begrifflichkeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in vier spezifische Manipulationsbereiche: die Definition von Kampfgebieten, das Konzept des "normalen Bürgers", die Inszenierung der AfD als intellektuelle Führungsschicht sowie die expliziten und unterschwelligen Bezüge zum Nationalsozialismus.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Metapher, Manipulation, rechtspopulistische Rhetorik, Erinnerungspolitik und ideologische Einflussnahme charakterisiert.
Wie bewertet die Arbeit Höckes Aussagen zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas?
Die Arbeit identifiziert Höckes Äußerungen als bewusst zweideutig und kritisiert die Bezeichnung als "Denkmal der Schande" als Teil einer Umdeutung der deutschen Erinnerungskultur.
Was ist die Schlussfolgerung der Analyse bezüglich der "dog-whistle politics"?
Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass Höcke nicht nur verdeckte Signale ("dog-whistle") verwendet, sondern seine Anhängerschaft teilweise durch sehr offensichtliche rechtspopulistische und nationalistische Formulierungen bewusst zu überwältigen versucht.
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- Luca Ünlü (Author), 2018, Björn Höckes Manipulation durch Sprache in der Rede des 17. Januars 2017, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/433500