Das Thema dieser Hausarbeit lautet „Eine Untersuchung der organisatorischen Strukturen des Sports in der DDR und der BRD (bis 1989)“. Hierbei untersucht diese die neu entstandenen sportlichen Organisationsstrukturen nach dem 2. Weltkrieg in den jeweiligen Staatssystemen. Zum einen wird die Organisationsstruktur der Deutschen demokratischen Republik , bis zu ihrem Ende 1989 untersucht und zum anderen die der Bundesrepublik Deutschlands von 1945 bis 1989. Um einen möglichst naheliegenden Vergleich zu erstellen, wird darauf verzichtet, die sportlichen Organisationsstrukturen der BRD nach 1989 zu untersuchen. Dies liegt daran, dass das Staatssystem der DDR nur bis 1989 existierte.
Hierbei wird auch die politische Struktur des jeweiligen Staatssystems eine Rolle spielen, da der Staat nicht losgelöst vom Sport und der Sport nicht losgelöst vom Staat agieren kann. Eine genauere Ausführung zu dieser Aussage folgt im Laufe der Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichtlicher Exkurs
3. Sport in der DDR
3. 1. Sport in der Ostdeutschen Besatzungszone bis 1949
3. 2. Sport in der DDR ab 1949
3. 3. Neue Strukturen in der DDR
3. 4. Kinder- und Jugendsport in der DDR
4. Sport in der BRD
4. 1. Sport in der westdeutschen Besatzungszone bis 1949
4. 2. Gründung des national olympischen Komitees
4. 3. Sport in der BRD ab 1950
4. 4. Kinder- und Jugendsport in der BRD
5. Vergleich der Sportstrukturen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die organisatorischen Strukturen des Sports in der DDR und der BRD bis 1989. Ziel ist es, durch einen Vergleich der jeweiligen politischen Systeme und ihrer Einflussnahme auf den Sport die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Entwicklung der Sportsysteme beider deutscher Staaten herauszuarbeiten.
- Historische Einordnung der Sportentwicklung nach 1945
- Aufbau und Politisierung des Sportsystems in der DDR
- Entwicklung des autonomen Sportsystems in der BRD
- Vergleich der Dachorganisationen und Förderstrukturen
- Bedeutung des Kinder- und Jugendsports für die Leistungsförderung
Auszug aus dem Buch
3. 2. Sport in der DDR ab 1949
Am 18. November 1949 sprach Walter Ulbricht (Stellvertreter der Ministerpräsidenten) auf einer Konferenz von Sportlern und Sportfunktionären über die Ziele des Sports und die Organisationsformen. Dabei betonte er, dass die Sportbewegung sich vor allem auf die Betriebssportgemeinschaften konzentrieren sollte, da diese immer mehr zur gesellschaftlichen Stütze der DDR werden sollten. Diese Betriebssportgemeinschaften stellten einen wichtigen Teil der sportlichen Organisationsstruktur in der DDR dar. Weiterhin wurde ein Neuanfang im Jugend- und besonders im Schulsport vorangetrieben. Die vorherigen Lehrkräfte an den Schulen verfügten nicht über eine angemessene Ausbildung, um die Sportbewegung weiter voranzubringen. Auch die Ausstattung der Schulen war als mangelhaft zu deklarieren, da 82% der Schulen über keine Sport- oder Schwimmhalle verfügten und 47% nicht mal über einen Sportplatz. Aus diesem Grunde kamen die ersten Absolventen des Instituts für Körpererziehung der Universität Halle an die Schulen, um eine angemessene sportliche Ausbildung zu garantieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Forschungsfrage zum Vergleich der Sportstrukturen in DDR und BRD unter Berücksichtigung der jeweiligen politischen Rahmenbedingungen bis 1989.
2. Geschichtlicher Exkurs: Dieser Abschnitt beschreibt die zerfahrene politische Situation in Deutschland nach 1945 und die Aufteilung in Besatzungszonen, die den Grundstein für die unterschiedlichen Sportsysteme legte.
3. Sport in der DDR: Das Kapitel analysiert den Aufbau eines zentralistischen, politisch gesteuerten Sportsystems, geprägt durch Betriebssportgemeinschaften und staatliche Dachverbände.
4. Sport in der BRD: Hier wird die Entwicklung eines auf Vereinen basierenden, autonom angestrebten Sportsystems thematisiert, das sich von staatlichen Einflüssen zu distanzieren versuchte.
5. Vergleich der Sportstrukturen: Dieses Kapitel stellt die Systeme gegenüber und zeigt auf, dass trotz ähnlicher Organisationsformen (Dachverbände) die politische Kontrolle in der DDR wesentlich stärker ausgeprägt war als in der BRD.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass sich beide Systeme unterschiedlich entwickelten, jedoch in beiden Fällen eine politische Instrumentalisierung des Sports – wenn auch in unterschiedlichem Maße – stattfand.
Schlüsselwörter
DDR, BRD, Sportstruktur, Politisierung, Sportbund, Betriebssportgemeinschaften, Leistungssport, Spartakiaden, Sportvereine, Dachverband, SED, Autonomie, Geschichte, Systemvergleich, Breitensport
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht und vergleicht die organisatorischen Strukturen des Sports in der DDR und der BRD im Zeitraum von 1945 bis 1989.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Aufbau von Sportsystemen, die Rolle von Dachverbänden, der Kinder- und Jugendsport sowie der Einfluss von Politik auf den Sport.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der sportlichen Organisationsstruktur unter den jeweiligen politischen Bedingungen der beiden deutschen Staaten zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systemvergleichende Untersuchung, die historische Dokumente und sportwissenschaftliche Sekundärliteratur analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die chronologische Entwicklung der Sportsysteme in Ost- und Westdeutschland sowie deren Vergleich hinsichtlich politischer Einflussnahme und Organisationsformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sportstruktur, Systemvergleich, Politisierung, Dachverband, DDR, BRD und Sportvereine charakterisieren.
Warum wird die Untersuchung auf den Zeitraum bis 1989 begrenzt?
Die Begrenzung ergibt sich daraus, dass das staatliche System der DDR nur bis 1989 existierte, was einen direkten Vergleich der Strukturen bis zu diesem Zeitpunkt sinnvoll macht.
Wie unterscheidet sich die Rolle des Staates im Sport zwischen DDR und BRD?
In der DDR war der Sport eng mit dem Staat und der SED verbunden und zentralistisch organisiert, während in der BRD das Prinzip der Autonomie und des Vereinswesens sowie die Subsidiarität im Vordergrund standen.
Welche Bedeutung hatten die Spartakiaden für das DDR-Sportsystem?
Die Spartakiaden dienten als landesweites Talentsichtungssystem, um gezielt Nachwuchs für den Leistungssport zu rekrutieren.
Was ist das Fazit hinsichtlich der Unabhängigkeit des Sports?
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass kein System komplett frei von politischem Einfluss agierte, wobei die Ausprägung der politischen Kontrolle in der DDR deutlich intensiver war.
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- Cordula Schoepe (Author), 2018, Eine Untersuchung der organisatorischen Strukturen des Sports in der DDR und der BRD (bis 1989), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/433450