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Hijras in Indien. Ein drittes Geschlecht?

Title: Hijras in Indien. Ein drittes Geschlecht?

Term Paper , 2015 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Rosa Goldfuss (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology

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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit einer bedeutenden Subkultur alternativer Sexualität in Indien: den Hijras. Zu Beginn soll das in den westlichen Gesellschaften vorherrschende Konstrukt der Geschlechterdichotomie kurz dargelegt werden. Hierbei ist eine Relativierung dieses Zweigeschlechter-Konstruktes notwendig, da alternative Sexualtäten in diesem dichotomen Muster keinen Platz finden und dieses dennoch im Zuge des Eurozentrismus häufig als universal angesehen wird. Es zeigt sich daher als interessant, auch andere kulturelle Geschlechter-Konstruktionen zu betrachten. Im Zentrum dieser Arbeit stehen folglich die Hijras als alternative Gruppierung zum dichotomen Paradigma von zwei Geschlechtern. Wenn die Hijras sich in keine der Kategorien von „Mann“ oder „Frau“ einordnen lassen, handelt es sich folglich um eine neue Kategorie der Geschlechter? Ein, wie sie in der Literatur häufig bezeichnet werden, drittes Geschlecht ?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 ZWEIGESCHLECHTLICHE GESELLSCHAFT

3 HIJRAS

3.1 RELIGIÖSER UND MYTHOLOGISCHER KONTEXT

3.2 INITIIERUNG UND ENTMANNUNG

3.3 ARBEIT

3.4 SOZIALE STRUKTUR

3.5 SOZIALE ROLLE

4 HIJRAS ALS DRITTES GESCHLECHT

5 KRITISCHE BETRACHTUNG

6 FAZIT

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hijras in Indien als eine bedeutende Subkultur alternativer Sexualität und hinterfragt, ob sie im Kontext der westlich geprägten Geschlechterdichotomie als ein „drittes Geschlecht“ klassifiziert werden können. Ziel ist es, die soziokulturelle Stellung der Hijras jenseits binärer Geschlechterrollen zu analysieren und kritisch zu beleuchten, inwiefern diese Kategorisierung die Realität und Individualität der Gruppe abbildet oder lediglich ein neues Konstrukt innerhalb bestehender gesellschaftlicher Normen darstellt.

  • Konstrukt der Geschlechterdichotomie in westlichen Gesellschaften
  • Religiöse und mythologische Legitimierung der Hijras im indischen Kontext
  • Strukturen und soziale Organisation der Hijra-Gemeinschaft
  • Bedeutung der Nirvan-Operation als Initiationsritus
  • Kritische Diskussion der Bezeichnung als „drittes Geschlecht“

Auszug aus dem Buch

3.1 Religiöser und Mythologischer Kontext

Durch die sexuelle Impotenz und mit dem Ideal des sexuell enthaltsamen, asketischen Lebens erlangten die Hijras nach hinduistischem Glauben die „Macht, Leben zu segnen und Fruchtbarkeit zu schenken“ (Kämmerer 2010: 93). Diese aus Zeugungsunfähigkeit entstehende Macht erklärt sich in der hinduistischen Mythologie:

„Brahma und Vishnu baten Shiva (...), die Welt zu erschaffen. Als dieser seine Zustimmung gab und für tausend Jahre im Meer verschwand (...) übertrug Vishnu die Aufgabe an Brahma (...). Als Shiva aus dem Wasser auftauchte und das fertige Universum sah, brach er vor Wut seinen Penis ab und zerschmetterte ihn auf der Erde. Der kastrierte Penis symbolisiert die kreative Kraft und wird mit Shiva assoziiert. Indem er seine individuelle Zeugungsfähigkeit aufgibt, wird sein Penis zur Quelle der universellen Fruchtbarkeit“ (Kämmerer 2010: 93).

In der indischen Gesellschaft hätten die Hijras in religiöser Hinsicht eine rituelle Funktion, welche zudem auch durch ihr Ideal des asketischen Lebens legitimiert sei (Kämmerer 2010: 91). Wie die Asketen „distanzieren sich Hijras von der sozialen Welt, in der sie aufgewachsen sind und wenden der Gesellschaft den Rücken zu“ (Kämmerer 2010:92). Sexuelle Enthaltsamkeit gelte im Kodex der Hijras zwar als Ideal, werde in der Realität jedoch meist nicht umgesetzt (Kämmerer 2010: 91) und es werden zwei antithetische Positionen hinsichtlich ihrer Sexualität vertreten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Problematik des westlichen Zweigeschlechter-Konstruktes und Vorstellung der Hijras als alternative Gruppierung in Indien.

2 ZWEIGESCHLECHTLICHE GESELLSCHAFT: Erörterung der sozialen Konstruktion von Geschlecht und des Imperativs, sich in einem dichotomen System als Mann oder Frau zu definieren.

3 HIJRAS: Detaillierte Betrachtung der Hijras hinsichtlich ihrer religiösen Herkunft, ihrer Initiationsriten, ihrer Erwerbstätigkeit, internen sozialen Struktur und ihrer Rolle im öffentlichen Raum.

4 HIJRAS ALS DRITTES GESCHLECHT: Untersuchung der Selbstdefinitionen von Hijras und der offiziellen juristischen Anerkennung einer dritten Geschlechtskategorie in Indien und Pakistan.

5 KRITISCHE BETRACHTUNG: Kritische Analyse der Bezeichnung „drittes Geschlecht“ und der damit verbundenen Gefahr einer Essentialisierung und Reduzierung der Individualität.

6 FAZIT: Zusammenfassende Einschätzung der Problematik, ob Hijras das dichotome Geschlechtersystem tatsächlich aufbrechen oder innerhalb dieses Rahmens als Nische fungieren.

Schlüsselwörter

Hijras, Indien, Drittes Geschlecht, Geschlechterdichotomie, Soziale Konstruktion, Identität, Bahuchara Mata, Kastration, Nirvan-Operation, Ritual, Religion, Marginalisierung, Alternative Sexualität, Askese, Soziale Struktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der sozialen und kulturellen Rolle der Hijras in Indien und untersucht, ob und inwieweit diese Gruppe als „drittes Geschlecht“ außerhalb des klassischen binären Geschlechtermodells verstanden werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Kritik an der westlichen Geschlechterdichotomie, der religiöse Kontext der Hijras im Hinduismus, die soziale Organisation innerhalb der Gemeinschaft sowie die Herausforderungen durch Modernisierung und gesellschaftliche Ausgrenzung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Analyse der Hijra-Identität und die kritische Hinterfragung der Kategorisierung als „drittes Geschlecht“, um aufzuzeigen, dass diese Einordnung die komplexe Realität und Individualität der Betroffenen nur teilweise abbildet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse ethnologischer und soziologischer Fachquellen, um die theoretischen Konzepte von Geschlecht sowie die empirischen Berichte über die Lebensverhältnisse der Hijras zusammenzuführen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die mythologische Verankerung, den Prozess der rituellen Initiierung (Nirvan), die ökonomische und soziale Integration in der Hijra-Gemeinschaft sowie die öffentliche Wahrnehmung und die Eigenbezeichnung der Hijras.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Geschlechterdichotomie, Hijras, Identitätskonstruktion, religiöse Legitimation, Nirvan-Operation und soziale Marginalisierung.

Was bedeutet die „Nirvan-Operation“ für Hijras?

Sie ist ein ritueller Prozess der Kastration, der traditionell den vollständigen Eintritt in die Gemeinschaft konstituiert und eine notwendige Voraussetzung für die Ausübung ritueller Segnungen darstellt.

Warum ist die Identität als „drittes Geschlecht“ umstritten?

Kritiker wie G. Reddy betonen, dass diese Kategorisierung die Mitglieder der Gruppe auf ihre Sexualität reduziert, ihre Individualität ignoriert und sie zu einer uniformen Einheit stilisiert, anstatt ihre Vielfalt anzuerkennen.

Welche Rolle spielt die Religion für die Hijras?

Die Religion (insbesondere der Hinduismus mit Gottheiten wie Bahuchara Mata) bietet eine mythologische Legitimation für ihre Existenz und rituelle Bedeutung, während muslimische Hijras durch ihre Lebensweise oft zwei eigentlich konkurrierende Religionen miteinander verbinden.

Können Hijras das binäre Geschlechtersystem überwinden?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Existenz einer dritten Kategorie nicht automatisch zu einer Überwindung des zweigeschlechtlichen Rahmens führt, da die Hijras sich oft innerhalb dieses Systems eine Nische suchen, anstatt es grundlegend aufzubrechen.

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Details

Title
Hijras in Indien. Ein drittes Geschlecht?
College
University of Leipzig
Grade
1,0
Author
Rosa Goldfuss (Author)
Publication Year
2015
Pages
19
Catalog Number
V432591
ISBN (eBook)
9783668746299
ISBN (Book)
9783668746305
Language
German
Tags
Geschlecht Drittes Geschlecht Dualismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rosa Goldfuss (Author), 2015, Hijras in Indien. Ein drittes Geschlecht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/432591
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