Das Thema dieser Hausarbeit soll die Kritik Bernard Williams an dem Utilitarismus Konzept darstellen. Dabei soll in erster Linie aufgezeigt werden, inwiefern Williams Kritik auf bestimmte Bereiche der utilitaristischen Ideologie zutrifft. Desweiteren sollen Gegenpositionen von Peter Singer, Bernward Gesang und R. Jay Wallace kritisch gegenüber gestellt werden, um mit dem Lösungsvorschlag R. Jay Wallace zu schließen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Utilitarismus
3 Arten des Utilitarismus
3.1 Handlungs-Utilitarismus
3.2 Regel-Utilitarismus
4 Bernard Williams – Kritik am Utilitarismus
4.1 Alienation
4.2 Die Tendenz zur Selbstzerstörung
4.3 Kritik am Präzedenzfall
5 Differenzierter Utilitarismus
6 Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der utilitaristischen Ethik auseinander, wobei der Schwerpunkt auf der Auseinandersetzung mit Bernard Williams und der Einordnung von Gegenpositionen von Denkern wie Peter Singer, Bernward Gesang und R. Jay Wallace liegt, um eine differenzierte Bewertung des Utilitarismus zu erarbeiten.
- Grundlagen des Utilitarismus und seine normativen Prinzipien
- Die Problematik der Alienation bei Williams
- Kritische Analyse der Handlungs- und Regel-Utilitarismus-Modelle
- Diskussion des Präzedenzfall-Problems
- Lösungsansatz durch den differenzierten Utilitarismus nach R. Jay Wallace
Auszug aus dem Buch
4.1 Alienation
Ein Hauptaspekt Williams Krik ist die, durch den Ulitarismus erzwungene, Veränderung der Persönlichkeit bzw. einer Art Alienaon. Die Tatsache, dass eine Handlung objekv respekve unpersönlich berechnet werden müsste, ist für Williams eine Enremdung der Menschlichkeit, da von jeglicher persönlichen Beziehung des Handelnden zu anderen handlungsbeteiligten Personen abgesehen werden müsste. Die Unpersönlichkeit liegt darin, dass, durch das gleichberechgte Streben nach Glück jeder einzelnen Person, vom Eigeninteresse Abstand genommen werden muss, da jegliches subjekve Streben nach Glück seine gleichwerge Legimität besitzt.
Williams krisiert, dass eine Handlung, bspw. aufgrund einer nahen Beziehung zu einer anderen Person (bspw. bei der Liebe) vom Akteur nicht im Voraus, aufgrund einer rein raonalen Regel, beurteilt werden kann, insofern ein besmmter Fall eintri, der ihn vor die Wahl stellt auf der einen Seite logisch-raonal (und somit ulitarissch richg zu handeln) oder seine Handlung abhängig von seinem Eigeninteresse zu machen, d. h. intuiv nach seinem Gefühl zu handeln.
„[…] one reaches the necessity that such things as deep aachments to other persons will express themselves in the world in ways which cannot at the same me embody the imparal view[…].“ (Williams 1981, S. 18)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Ziel der Hausarbeit dar, die Kritik von Bernard Williams am Utilitarismus zu untersuchen und mit Gegenpositionen sowie einem Lösungsvorschlag von R. Jay Wallace zu ergänzen.
2 Utilitarismus: Dieses Kapitel erläutert die Grundpfeiler des utilitaristischen Konzepts, wie das Konsequenzenprinzip, das Utilitätsprinzip, das Hedonismusprinzip und das Sozialprinzip.
3 Arten des Utilitarismus: Hier werden der Handlungs-Utilitarismus und der Regel-Utilitarismus unterschieden sowie Ansätze wie egoistischer, altruistischer und sozialer Utilitarismus differenziert.
3.1 Handlungs-Utilitarismus: Es wird das grundlegende Konzept der Nutzen-Kosten-Gegenüberstellung erläutert und die damit verbundenen Probleme durch Williams aufgezeigt.
3.2 Regel-Utilitarismus: Dieses Kapitel beschreibt den Versuch, die Probleme des Handlungs-Utilitarismus durch Handlungsregeln zu lösen und führt den Begriff des Präzedenzfalls ein.
4 Bernard Williams – Kritik am Utilitarismus: Eine allgemeine Einführung in die Kritik Williams, der ein rein rationales, arithmetisches Nutzen-Kosten-Modell als inhumane und schwer umsetzbare Form der Gesellschaft betrachtet.
4.1 Alienation: Die Untersuchung der durch den Utilitarismus erzwungenen Entfremdung des Menschen, bei der persönliche Bindungen gegenüber rationalen Nutzenkalkulationen in den Hintergrund treten.
4.2 Die Tendenz zur Selbstzerstörung: Eine Analyse, warum die utilitaristische Denkweise trotz ihrer Attraktivität in der Praxis an Effizienzfragen und dem Konflikt zwischen persönlichen Werten und arithmetischer Berechnung scheitern kann.
4.3 Kritik am Präzedenzfall: Dieses Kapitel erörtert die Problematik, dass präzedenzhafte Handlungen, die im Einzelfall utilitaristisch korrekt erscheinen, langfristig als Wegweiser für moralisch verwerfliche Handlungen dienen können.
5 Differenzierter Utilitarismus: Vorstellung eines Lösungsansatzes nach R. Jay Wallace, bei dem der Utilitarismus nicht als direktes Entscheidungsverfahren, sondern als Leitgedanke für die Förderung persönlicher Beziehungen und des Eigeninteresses dient.
6 Schlussbemerkung: Die abschließende Bewertung der utilitaristischen Theorie, die Williams Kritik als berechtigt einstuft und Wallace' differenzierten Ansatz als legitimen Weg für die Praxis hervorhebt.
Schlüsselwörter
Utilitarismus, Bernard Williams, Handlungs-Utilitarismus, Regel-Utilitarismus, Alienation, Präzedenzfall, Nutzenkalkulation, Moraltheorie, R. Jay Wallace, Peter Singer, Bernward Gesang, Gesamtglück, Ethik, moralische Schizophrenie, Wohlbefinden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung des Philosophen Bernard Williams mit dem Utilitarismus und diskutiert dabei verschiedene utilitaristische Ansätze sowie Gegenargumente.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Kernprinzipien des Utilitarismus, die Kritik an dessen Entfremdungspotenzial (Alienation), die Problematik von Präzedenzfällen und die Suche nach einer humaneren, differenzierteren Form des Utilitarismus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwiefern die Kritik von Bernard Williams auf den Utilitarismus zutrifft und wie moderne Gegenpositionen, insbesondere der Ansatz von R. Jay Wallace, das utilitaristische Konzept ergänzen oder modifizieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, indem sie theoretische Konzepte (Utilitarismus) mit den kritischen Argumenten führender Moralphilosophen in einen Dialog stellt und diese anhand von Beispielen illustriert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der verschiedenen Arten des Utilitarismus, die detaillierte Kritik von Williams bezüglich Alienation und Selbstzerstörung sowie die Diskussion des Präzedenzfalls und den differenzierten Utilitarismus nach Wallace.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Utilitarismus, Bernard Williams, Alienation, Präzedenzfall, Glückmaximierung und differenzierter Utilitarismus.
Warum sieht Williams eine Gefahr der „moralischen Schizophrenie“?
Der Begriff, aufgegriffen durch Michael Stocker, beschreibt die Zerteilung des Menschen, wenn dieser zwischen seinem persönlichen Eigeninteresse/Beziehungen und den abstrakten, rein rationalen Forderungen des utilitaristischen Kalküls gespalten wird.
Wie unterscheidet sich der Ansatz von R. Jay Wallace?
Wallace schlägt vor, den Utilitarismus nicht als direktes, starres Entscheidungsverfahren für jede Handlung zu nutzen, sondern als Rahmenbedingung, die den Raum für persönliche Beziehungen und individuelle Planungsfreiheit erhält.
Inwiefern ist das Beispiel des Kinderwunsches relevant für die Kritik?
Das Beispiel verdeutlicht, wie eine rein arithmetische utilitaristische Berechnung bei komplexen zwischenmenschlichen Ereignissen an ihre Grenzen stößt, da persönliche Bindungen und subjektive Wertungen, die für das Glück wesentlich sind, in einem starren Modell schwer erfassbar sind.
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- Esteban Ensenador (Author), 2015, Bernard Williams Utilitarismus Kritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/432454