Im Zeitalter von Klimawandel und Globalisierung hat unabhängig von politischen Entscheidungen der Beitrag des Einzelnen große Auswirkungen. Denn nur wenn alle gemeinsam die Senkung des Energieverbrauchs angehen, kann die Klimakatastrophe verhindert werden. Doch vielen Menschen fehlt das Wissen über globale Zusammenhänge, ferner sind ihnen die Handlungsmöglichkeiten, die jeder Bürger hat, weitgehend unbekannt. Abhilfe dieses Dilemmas schafft die Umweltbildung, die bereits Kindern und Jugendlichen aufzeigt, wie sie ihre Umwelt im Alltag aktiv mitgestalten können. Die vorliegende Arbeit gibt dem Leser einen Überblick über die Entwicklung der Umweltbildung, fasst ihre Grundsätze zusammen und geht auf neuere Entwicklungen zur Umweltbildung im Geographieunterricht ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entwicklung der Umweltbildung
2.1 Leitlinien des Geographieunterrichts nach KROSS
2.2 Phasen der Umweltbildung nach HOFFMANN
3. Die Konferenzen Rio 1992 und Johannesburg 2002
3.1 Rio 1992
3.2. Johannesburg 2002
4. Kindheit und Jugend früher und heute
4.1 Verhaltensänderungen
4.2 Ursachen
4.3 Folgen für den Unterricht
5. Grundsätze moderner schulischer Umweltbildung
5.1 Allgemeines
5.2 Vernetztes Denken
5.3 Nachdenklichkeit und Verständigungsbereitschaft
5.4 Fächerübergreifendes Lernen
5.5 Politik und Ethik
5.6 Handlungsorientierung und Praxiserfahrung
6. KÖCK: Dilemmata der (geographischen) Umwelterziehung
6.1 Das Grunddilemma der Umweltbildung
6.2 Umwelttypen
6.3 Ursachen für das Grunddilemma
6.4 Folgen für die Umweltbildung
7. KROSS: Geschützte Natur
7.1 Umweltbewusstsein
7.2 Umweltbildung und Naturschutz
8. Abschließende Bemerkungen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die aktuellen Entwicklungen und didaktischen Herausforderungen der Umweltbildung im Geographieunterricht. Das primäre Ziel ist es, den Wandel von klassischen Leitbildern hin zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung zu analysieren, die Diskrepanz zwischen theoretischem Wissen und praktischem Umweltverhalten zu beleuchten und Konsequenzen für die moderne Unterrichtsgestaltung abzuleiten.
- Historische Entwicklung der Leitvorstellungen im Geographieunterricht
- Einfluss der internationalen Umweltkonferenzen (Rio und Johannesburg)
- Wandel kindlicher Lebenswelten und deren Auswirkung auf den Unterricht
- Methodische Grundsätze moderner Umweltbildung (z.B. vernetztes Denken, Handlungsorientierung)
- Analyse der Diskrepanz zwischen Umweltbewusstsein und Umweltverhalten (Grunddilemma nach KÖCK)
Auszug aus dem Buch
6.1 Das Grunddilemma der Umweltbildung
Das eben angesprochene Problem der Diskrepanz zwischen Umweltbewusstsein und Umweltverhalten bezeichnet KÖCK als das Grunddilemma der Umweltbildung. Ökologisches Wissen sagt noch nichts über das Handeln aus. Sowohl bei Kindern, wie auch bei Erwachsenen ist oft das Prinzip des willigen Geistes und des schwachen Fleisches zu erkennen (nach KÖCK 2003, S. 28). Das Umweltwissen beeinflusst das Umweltverhalten „lediglich in den „Low-Cost“-Bereichen Einkaufen und Abfalltrennung. In den „High-Cost“-Bereichen Energie und Verkehr sind ... keine signifikanten Effekte erkennbar“ (KÖCK 2003, S. 33).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die Entwicklung der Umweltbildung und erläutert die Relevanz von Konferenzen und schülerorientierten Ansätzen.
2. Entwicklung der Umweltbildung: Hier werden die didaktischen Leitlinien nach KROSS sowie die Phasen der Umweltbildung nach HOFFMANN dargestellt.
3. Die Konferenzen Rio 1992 und Johannesburg 2002: Dieses Kapitel behandelt die Bedeutung der Agenda 21 und die Ergebnisse der Nachhaltigkeitskonferenzen für die schulische Bildung.
4. Kindheit und Jugend früher und heute: Es wird analysiert, wie sich Verhaltensweisen und Raumerleben von Schülern verändert haben und welche Konsequenzen dies für den Unterricht hat.
5. Grundsätze moderner schulischer Umweltbildung: Das Kapitel erläutert zentrale Ansätze wie vernetztes Denken, fächerübergreifendes Lernen und Handlungsorientierung.
6. KÖCK: Dilemmata der (geographischen) Umwelterziehung: Der Fokus liegt auf der Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln sowie den psychologischen und kulturellen Ursachen für dieses Dilemma.
7. KROSS: Geschützte Natur: Dieses Kapitel diskutiert das Umweltbewusstsein und den Wandel vom klassischen Naturschutz zur nachhaltigen Entwicklung.
8. Abschließende Bemerkungen: Der Autor resümiert die bestehende Diskrepanz zwischen theoretischen Anforderungen und der schulischen Praxis.
Schlüsselwörter
Umweltbildung, Geographieunterricht, Nachhaltigkeit, Agenda 21, Umweltbewusstsein, Umweltverhalten, Grunddilemma, Handlungsorientierung, fächerübergreifendes Lernen, vernetztes Denken, Bildung für nachhaltige Entwicklung, didaktische Leitlinien, schülerorientierter Unterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem aktuellen Stand und den didaktischen Ansätzen der Umweltbildung im schulischen Geographieunterricht unter besonderer Berücksichtigung moderner Herausforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die historische Entwicklung der didaktischen Leitbilder, den Einfluss internationaler Konferenzen auf Bildungsziele und die Analyse psychologischer Barrieren bei der Umsetzung von Umweltschutz im Alltag.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schüler zu einem nachhaltigen Handeln befähigt werden können und warum es eine Diskrepanz zwischen theoretischem Wissen und tatsächlichem umweltfreundlichem Verhalten gibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Aufarbeitung, die auf der Analyse didaktischer Modelle (KROSS, HOFFMANN, KÖCK) und relevanter bildungspolitischer Dokumente (Agenda 21) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Entwicklung, die Analyse des Wandels in der Jugendphase, die Erörterung methodischer Grundsätze und die Untersuchung der Diskrepanz zwischen Umweltbewusstsein und -verhalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Umweltbildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Handlungsorientierung, das Grunddilemma der Umwelterziehung und die schülerorientierte Didaktik.
Was versteht man unter dem Grunddilemma nach KÖCK?
Es beschreibt die Diskrepanz zwischen vorhandenem ökologischen Wissen und dem tatsächlichen Handeln, wobei Wissen oft nur in unkritischen Bereichen (Low-Cost) zu Verhaltensänderungen führt.
Warum ist die „Verinselung“ der kindlichen Wahrnehmung für den Lehrer relevant?
Da Schüler ihre Umwelt heute oft nur noch in isolierten Inseln (Schule, Reitstunde, etc.) wahrnehmen und Verbindungswege verlieren, muss der Unterricht gezielt außerschulische Lernorte einbeziehen, um reale Erfahrungsräume zu schaffen.
- Arbeit zitieren
- Christian Kowollik (Autor:in), 2004, Neuere Entwicklungen zur Umweltbildung im Geographieunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/43203