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Erasmus von Rotterdam: Philosophia Christiana. Zum Umgang mit der Heiligen Schrift

Title: Erasmus von Rotterdam: Philosophia Christiana. Zum Umgang mit der Heiligen Schrift

Term Paper , 2003 , 22 Pages , Grade: 1-

Autor:in: Anonym (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

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Summary Excerpt Details

Die Überzeugung, dass erst die Bildung den Menschen zum Menschen macht, beherrschte die ganze Renaissance. Auf ihrem Höhepunkt hat sie Erasmus von Rotterdam, der „in ganz Europa in allen Bildungsfragen als höchste Autorität, als `König der Humanisten´“ galt, bekräftigt: „Wie die kaum halbe Mütter sind, die bloß gebären und nicht erziehen, so sind die kaum halbe Väter, welche, während sie das für das leibliche Wohl ihrer Kinder Nötige bis zum Überfluß besorgen, den Geist derselben durch keinerlei ehrenwerte Kenntnisse ausbilden lassen. Bäume wachsen vielleicht von selbst, die dann allerdings weder gar keine oder wilde Früchte tragen; Pferde kommen zur Welt, wenn auch unbrauchbare: aber Menschen, das glaube mir, werden nicht geboren, sondern gebildet.“
Die christliche Ethik war für Erasmus das oberste Ziel aller Bildung und Christus der vorbildlichste aller Lehrer der Menschheit. Dieses christlich-sittlichen Bildungszieles wegen musste auch auf christlichem Gebiet das „ad fontes“ gelten, das Zurückgehen auf die Quelle der Lehre der Meister, auf die Bibel in ihren Ursprachen und die Reinigung der Überlieferung. Erasmus, der neben seinem Vorgänger Lorenzo Valla als Pionier der Bibelwissenschaft gilt, war im Grunde kein Theologe. Seine Bibelarbeit sei, so Exner „eine Bildungstat, ja weithin vielleicht sogar nur eine literarische Angelegenheit“. So sei das „erasmische Christentum ... jene pietas litterata oder philosophia Christiana, die das Ergebnis der `Wandlung von der christlichen humilitas zur christlichen humanitas´ war“ nichts weiter als ein Bildungsziel, allerdings das höchste.
Insbesondere die Einleitungsschriften „Paraclesis“, „Methodus“ und „Apologia“, die Erasmus der Ausgabe des Neuen Testamentes beigab, sowie die Schrift „Theologische Methodenlehre oder Verfahren, wie man zur wahren Gottesgelehrsamkeit gelangen könne“ enthalten die religiösen und wissenschaftlichen Ansichten von Erasmus, die er unter dem Namen „philosophia Christiana“ zusammenfasste.

Erasmus war der Ansicht, dass jeder Einzelne die christliche Philosophie für sich durch das Studium des Neuen Testamentes erlangen könne. Im Folgenden soll der von Erasmus vorgegebene Weg zur Erreichung dieses höchsten Bildungsziels, insbesondere am Beispiel des „Methodus“ dargestellt werden. Dabei wird zunächst auf die Forderung des Erasmus nach der Unabhängigkeit der Vernunft gegenüber jeglicher Autorität und sein Verständnis von Frömmigkeit eingegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forderung nach Unabhängigkeit und Distanz im Umgang mit antiken Texten

2.1 Kritik an der Verkomplizierung von Inhalten

2.2 Kritik an voreiligen Interpretationen

3. Bedeutung der Frömmigkeit (pietas)

4. Die Methode zur Erlangung der philosophia Christiana

4.1 Voraussetzungen für das Studium der christlichen Philosophie

4.1.1 Ethische Voraussetzungen

4.1.2 Philologische Voraussetzungen

4.1.3 Musische Voraussetzungen

4.2 Erarbeitung der Heiligen Schrift

4.2.1 Die methodische Erarbeitung der Heiligen Schrift

4.2.2 Der Umgang mit Kommentaren zur Heiligen Schrift

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Ansatz von Erasmus von Rotterdam, durch eine spezifische Methode des Bibelstudiums eine persönliche „philosophia Christiana“ zu erlangen, wobei das Hauptziel darin besteht, die Freiheit des Individuums gegenüber kirchlichen Autoritäten durch eine kritische Aneignung der Originaltexte zu fördern.

  • Die Forderung nach Unabhängigkeit von Autoritäten im Umgang mit Texten
  • Die Kritik an einer verkomplizierten theologischen Spezialwissenschaft
  • Die Bedeutung der inneren Gesinnung (pietas) gegenüber rituellen Handlungen
  • Methodische Voraussetzungen für das Verständnis der Heiligen Schrift
  • Die Rolle der Philologie bei der Erschließung des ursprünglichen Schriftsinns

Auszug aus dem Buch

2. Forderung nach Unabhängigkeit und Distanz im Umgang mit antiken Texten

Ein pädagogisches Grundanliegen im Lebenswerk des Erasmus ist, den Menschen unabhängig von Autoritäten zu machen. Erasmus kritisiert, dass Autoritäten, insbesondere Theologen und Lehrer, oftmals weniger daran interessiert seien, möglichst viele Menschen zu bilden, als sie vielmehr durch Unwissenheit in ihrer Abhängigkeit von Spezialisten zu belassen. Die Menschen müssten sich an Vorschriften, an Regeln, an Lehrsätze halten, die sie nicht verstehen und nicht prüfen könnten. Erasmus klagt in seinen Schriften immer wieder zwei Strategien an, mit denen Autoritäten versuchen, Laien in ihrer Abhängigkeit zu belassen. Einerseits kritisiert Erasmus die Neigung, Textinhalte so kompliziert darzustellen, dass der Laie gar nicht erst in Versuchung gerät, das ihm Vermittelte zu prüfen. Andererseits weist er darauf hin, dass auch das Vortäuschen von Klarheit und Eindeutigkeit davon abhalten kann, Inhalte kritisch zu untersuchen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Erasmus wird als höchste humanistische Autorität eingeführt, dessen christliches Bildungsziel das „ad fontes“ – die Rückkehr zu den Quellen der Bibel – darstellt.

2. Forderung nach Unabhängigkeit und Distanz im Umgang mit antiken Texten: Dieses Kapitel erläutert das Grundanliegen des Erasmus, den Einzelnen von der Bevormundung durch Spezialisten und komplizierte Lehrmeinungen zu befreien.

2.1 Kritik an der Verkomplizierung von Inhalten: Hier wird Erasmus' Protest gegen eine theologische Spezialwissenschaft dargelegt, welche die Gehalte der Schrift für Laien künstlich undurchsichtig macht.

2.2 Kritik an voreiligen Interpretationen: Es wird die Problematik von Glättungen und unkritischen Auslegungen in theologischen Texten behandelt, die den Leser am selbstständigen Nachdenken hindern.

3. Bedeutung der Frömmigkeit (pietas): Dieses Kapitel kontrastiert die starre mittelalterliche Frömmigkeit mit dem idealen erasmischen Konzept einer verinnerlichten religiösen Haltung.

4. Die Methode zur Erlangung der philosophia Christiana: Hier wird der Weg zum Ziel der christlichen Philosophie skizziert, der vor allem über das Studium der Schriften führt.

4.1 Voraussetzungen für das Studium der christlichen Philosophie: Dieses Kapitel definiert die notwendigen Grundlagen, um die christliche Philosophie richtig zu erfassen.

4.1.1 Ethische Voraussetzungen: Es werden die moralische Gesinnung und die innere Lernbegierde als Basis für das Studium hervorgehoben.

4.1.2 Philologische Voraussetzungen: Die Notwendigkeit der Kenntnis der antiken Sprachen für ein authentisches Textverständnis wird erläutert.

4.1.3 Musische Voraussetzungen: Die Bedeutung der Poesie und profaner Wissenschaften als Vorbereitung für ein tieferes Verständnis des „Mysteriums“ der Schrift wird erklärt.

4.2 Erarbeitung der Heiligen Schrift: In diesem Kapitel wird die methodische Vorgehensweise bei der praktischen Arbeit mit dem biblischen Text beschrieben.

4.2.1 Die methodische Erarbeitung der Heiligen Schrift: Es wird erläutert, wie Bedeutungsschichten und der Kontext beachtet werden müssen, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

4.2.2 Der Umgang mit Kommentaren zur Heiligen Schrift: Hier wird dargelegt, wie Erasmus den kritischen Umgang mit Sekundärliteratur und die Abgrenzung von scholastischen Methoden empfiehlt.

Schlüsselwörter

Erasmus von Rotterdam, Philosophia Christiana, Humanismus, Pietas, Bibelstudium, Ad Fontes, Bildung, Hermeneutik, Theologie, Antike Texte, Autoritätskritik, Philologie, Neue Testament, Reformation, Frömmigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das bildungstheoretische Konzept des Erasmus von Rotterdam, insbesondere seinen Ansatz zur Erlangung der christlichen Philosophie durch ein kritisches Studium der Heiligen Schrift.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Unabhängigkeit des Einzelnen von Autoritäten, die Kritik an der scholastischen Theologie, die Bedeutung von Philologie und Bildung sowie das Konzept einer verinnerlichten Frömmigkeit (pietas).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Darstellung des Weges, den Erasmus vorgibt, damit der Einzelne – unabhängig von der Bevormundung durch Experten – durch die Auseinandersetzung mit Originaltexten zu einer persönlichen, gelebten Frömmigkeit gelangt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Erasmus' Einleitungsschriften zu seinen Ausgaben des Neuen Testaments sowie auf sein „Handbüchlein des christlichen Streiters“ und sein „Lob der Torheit“, um seine hermeneutischen Prinzipien herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Kritik an der unkritischen Autoritätsgläubigkeit, die Erläuterung der Bedeutung der Frömmigkeit und eine detaillierte Aufarbeitung der philologischen, ethischen und musischen Voraussetzungen für das Studium der Heiligen Schrift.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Humanismus, Philosophia Christiana, Ad Fontes, Pietas, Hermeneutik und die explizite Kritik an der scholastischen Überfremdung der Theologie.

Warum lehnt Erasmus die scholastische Methode so strikt ab?

Erasmus lehnt sie ab, weil sie seiner Meinung nach die Lehre Christi mit dialektischem und sophistischem „Beiwerk“ überfrachtet und den ursprünglichen Sinn der Schriften verdunkelt, anstatt den Gläubigen zu wahrer Frömmigkeit zu führen.

Welche Rolle spielt die Philologie in Erasmus' Bildungskonzept?

Die Philologie ist für Erasmus unerlässlich, da sie dem Leser erst den direkten und unverfälschten Zugang zu den griechischen, lateinischen und hebräischen Originalquellen ermöglicht, was für ein autonomes Verständnis des Glaubens notwendig ist.

Was unterscheidet das „Mysterium“ des Glaubens von einer starren Regel?

Im Gegensatz zu starren äußeren Regeln, die nur ritualisiert befolgt werden, erfordert das verinnerlichte „Mysterium“ eine ständige persönliche Auseinandersetzung und Lebensverwandlung, die tiefer in die menschliche Existenz eingreift.

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Details

Title
Erasmus von Rotterdam: Philosophia Christiana. Zum Umgang mit der Heiligen Schrift
College
University of Wuppertal
Grade
1-
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2003
Pages
22
Catalog Number
V43117
ISBN (eBook)
9783638409902
Language
German
Tags
Erasmus Rotterdam Philosophia Christiana Umgang Heiligen Schrift
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2003, Erasmus von Rotterdam: Philosophia Christiana. Zum Umgang mit der Heiligen Schrift, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/43117
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