Insbesondere aufgrund der aktuellen von niedrigen Zinsen und volatilen Aktienkursen geprägten Finanzmarktsituation stellt das Anlegen von Geld eine besondere Herausforderung für die Anleger dar. Die zu treffende Entscheidung, vor die Privatinvestoren gestellt werden, bedeutet daher auch immer, ein Risiko einzugehen. Da eine hohe Zielrendite stets mit einem höheren Risiko verbunden ist, sehen sich die Privatinvestoren auch immer mit einem jenen Risiko konfrontiert.
Viele Finanzinstitutionen versuchen potenzielle Anleger mit vermeintlich guten Investment- bzw. Sparprodukten anzulocken. Eines dieser Produkte ist der durch die Medien und die Finanzbranche umworbene aktiv gemanagte Investmentfonds. Gepriesen durch hohe Renditen, soll er Anleger teilweise zu schnellem Vermögen verhelfen. Tatsächlich steht dieses Produkt jedoch schon seit einigen Jahren in Verruf. Zu hohe Kosten und mangelnde Skills der verantwortlichen Fondsmanager, eine Überrendite zu erzielen, führte in den vergangenen Jahren dazu, dass die Popularität vom sogenannten „Indexing“ (passives Investieren) stetig gestiegen ist, da vergleichsweise nur wenige Investmentfonds in der Lage sind, ihren Vergleichsindex zu schlagen.
Obwohl nämlich viele Beweise darauf hindeuten, dass passives Investment besser ist als aktives Management, bevorzugen nach wie vor viele Anleger ein aktives Fondsmanagement. Da auch ich bereits Besitzer von aktiv gemanagten Investmentfonds bin, habe ich großes Interesse daran, die Problematik zu untersuchen, inwiefern und unter welchen Voraussetzungen passive Investmentvehikel aktiven Investmentvehikeln vorzuziehen sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Differenzierung zwischen aktiven und passiven Investmentvehikeln
2.1 Passive Investmentvehikel
2.2 Aktive Investmentvehikel
3 Einflussfaktoren auf die Performance
3.1 Manager Skill
3.2 Kosten
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht im Rahmen eines qualitativen Vergleichs, ob passive Investmentvehikel (wie ETFs) für private Investoren eine lohnenswertere Anlagestrategie darstellen als aktiv gemanagte Investmentfonds, wobei insbesondere der Einfluss von Kosten und der nachweisbaren Fähigkeiten der Fondsmanager (Manager Skill) auf die Performance analysiert wird.
- Differenzierung zwischen aktiven und passiven Investmentansätzen
- Analyse des Manager Skills und der Persistenz von Überrenditen
- Untersuchung der Auswirkungen von Kosten auf die Nettorendite
- Das Investmentpuzzle: Warum Anleger dennoch in aktive Fonds investieren
- Vergleich von Performance-Daten und langfristigen Anlagestrategien
Auszug aus dem Buch
3.1 Manager Skill
Der Manager Skill ist die Fähigkeit eines Fonds bzw. Portfoliomanagers, mit seinen getroffenen Entscheidungen eine höhere Rendite zu erzielen als der Markt (Vergleichsindex). Damit eine Überrendite seitens eines Fondsmanagers erfasst werden kann, muss der Manager Skill gegen eine Benchmark, die dem Fondsstil entspricht, gemessen werden (Goetzmann, Ibbotson 1994). In der Literatur finden sich zwei verschiedene Meinungen wieder. Auf der einen Seite gibt es Vertreter, die sagen, es existiere kein Manager Skill, und auf der anderen Seite gibt es Vertreter, die mit ihrer Forschung suggerieren wollen, dass Manager Skill sehr wohl existiert.
Zunächst jedoch brauchen wir eine passende theoretische Grundlage, auf welcher Basis sich argumentieren lässt, inwiefern Skill bei Managern existiert oder nicht. Einen Grundstein zur Messung von Manager Skill stellte Jenson in seiner Theorie bereits 1968 in seiner Arbeit vor. Er leitete dort eine risikoadjustierte Messgröße der Portfolioperformance her. Diese Größe ist auch unter anderem bekannt als „Jensen´s Alpha“ und bewertet, wie viel Prognosefähigkeiten (Skill) eines Managers zur Fondsrendite beitragen. Jensen verwendete jenes Maß, um den Skill von 115 Investmentfondsmanagern in dem Zeitraum von 1945 bis 1964 zu messen. Seine Ergebnisse zeigten nicht nur, dass die 115 Investmentfondsmanager im Durchschnitt nicht in der Lage waren, ihren Vergleichsindex zu schlagen, sondern auch, dass jeder einzelne Fonds nichts besser performen kann, als man durch Zufall erwarten würde (Jensen 1967).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Herausforderungen für Privatanleger bei der Geldanlage im aktuellen Niedrigzinsumfeld und führt in die Problemstellung des Vergleichs zwischen aktivem und passivem Management ein.
2 Differenzierung zwischen aktiven und passiven Investmentvehikeln: Dieses Kapitel definiert und grenzt die Begriffe passives Investieren (ETFs/Indexing) und aktives Investmentmanagement voneinander ab.
3 Einflussfaktoren auf die Performance: Hier werden die wesentlichen Einflussgrößen – Manager Skill und anfallende Kosten – auf die Nettorendite beider Anlageformen detailliert analysiert.
4 Fazit und Ausblick: Das Kapitel schließt mit der Erkenntnis, dass passive Vehikel aufgrund von Kostenstrukturen und mangelnder langfristiger Performancepersistenz aktiver Fonds für Privatanleger meist vorteilhafter sind.
Schlüsselwörter
Passive Investmentvehikel, aktive Investmentfonds, Indexfonds, ETFs, Manager Skill, Jensen's Alpha, Nettorendite, Performance, Investmentpuzzle, Finanzmarkt, Buy-and-hold Strategie, Kostenstruktur, Börsenindex, Outperformance, Underperformance
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem qualitativen Vergleich zwischen passiven Investmentvehikeln (Indexfonds/ETFs) und aktiv gemanagten Investmentfonds aus der Perspektive eines Privatanlegers.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung der Anlagestile, der Messbarkeit von Managerfähigkeiten und der Analyse der Auswirkungen von Gebühren auf die langfristige Rendite.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, inwiefern und unter welchen Voraussetzungen passive Investmentvehikel den aktiven Investmentvehikeln für private Investoren vorzuziehen sind.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um einen qualitativen Vergleich, der auf der Auswertung bestehender ökonomischer Literatur, Studien zur Performance-Persistenz und theoretischen Modellen wie dem Jensen's Alpha basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die begriffliche Abgrenzung der Investmentformen sowie die Untersuchung der Faktoren Manager Skill und Kosten, inklusive der Auswertung empirischer Daten zur Underperformance aktiver Fonds.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie passive/aktive Investmentvehikel, Manager Skill, ETFs, Kostenstruktur und Performance-Analyse definieren.
Wie definiert die Arbeit den sogenannten "Manager Skill"?
Manager Skill wird als die Fähigkeit eines Fondsmanagers verstanden, durch gezielte Entscheidungen eine risikoadjustierte Rendite (Überrendite) zu erzielen, die über dem Vergleichsindex liegt.
Warum investieren Anleger trotz der Vorteile von Indexfonds häufig in aktive Fonds?
Laut der Arbeit liegt dies unter anderem an der mangelnden Kenntnis von ETFs bei Privatanlegern, die durch die Finanzbranche teils aktiv beeinflusst wird, da diese mit aktiven Fonds höhere Gebühren generiert.
- Quote paper
- Marcel Kiesé (Author), 2015, Investitionsentscheidungen auf Kapitalmärkten. Lohnen sich passive Investmentvehikel für private Investoren?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/430900