Im Rahmen des Seminars „Ungebaute Bauten“ stelle ich Karl Friedrich Schinkels Entwurf zur Orianda auf der Krim vor, eine Sommerresidenz der russischen Zarin. Die Quellen für diesen nie realisierten Entwurf bestehen aus Schinkels Skizzen, Zeichnungen und Beschreibungen, die er in seiner Schrift „Werke der höheren Baukunst“ veröffentlicht hat.
Obwohl es einen konkreten Auftrag für dieses Bauwerk gab und alle Voraussetzungen, wie finanzielle Mittel und Baugrund, gegeben waren, wurde Schinkels Entwurf doch nie realisiert. Nun stellt sich die Frage nach dem Grund für dessen Scheitern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Quellenlage
3. Allgemeine Informationen zum Thema
4. Biografische Informationen zu den beteiligten Personen
4.1 Karl Friedrich Schinkel
5. Beschreibung und Charakterisierung des Baus
6. Auswirkungen und Einflüsse des Entwurfs, ähnliche Bauten
6.1 Der Akropolispalast Schinkels
6.2 Die Villa Malaparte auf Capri
7. Fragen und Probleme
8. Einordnung in den Kontext des Seminars
9. Fazit
10. Anhang
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht den nicht realisierten Entwurf von Karl Friedrich Schinkel für eine Sommerresidenz der Zarin auf der Krim, bekannt als Orianda. Ziel ist es, die Gründe für das Scheitern des Projekts trotz vorhandener Voraussetzungen zu analysieren und den Entwurf in das theoretische Schaffen Schinkels einzuordnen.
- Analyse der historischen Hintergründe und des Entstehungskontexts des Orianda-Projekts.
- Detaillierte Untersuchung der architektonischen Gestaltung und der funktionalen Besonderheiten des Entwurfs.
- Vergleich des Orianda-Entwurfs mit anderen architektonischen Werken Schinkels sowie deren Einfluss auf spätere Bauten.
- Diskussion über die Intention Schinkels, den Entwurf eher als theoretisches Ideal denn als praktisches Bauvorhaben zu begreifen.
Auszug aus dem Buch
5. Beschreibung und Charakterisierung des Baus
Für das Schloss Orianda an der Krim gab es von Schinkel zwei mehr oder weniger ausgearbeitete Entwürfe: den „moskowitischen“ und den „antikischen“.
Bei ersterem hat sich Schinkel an früherer russischer Architektur orientiert, was besonders an den vier spitzhelmigen Türmen an den Ecken erkennbar ist (deshalb auch: „Moskowitisch“). Dies trifft aber nur auf die äußere Erscheinung des Entwurfs zu, das Innere wurde von Schinkel mit antiken Elementen gestaltet, die im zweiten Entwurf weiter ausgearbeitet wurden. Diesen Entwurf kann man als eine erste spontane Idee Schinkels ansehen.
Der zweite, „antikische“ Entwurf wurde von Schinkel viel umfangreicher bearbeitet. Der Grundriss ist achsensymmetrisch gehalten und gliedert sich in zwei Bereiche: Einen Eingangsbereich, bestehend aus drei quadratischen, eingeschossigen Baukörpern und den Hauptbereich, der sich rechteckig um ein großes Peristyl schließt.
In der Mitte des Peristyls befindet sich ein weiterer, längsrechteckiger Bau, welcher als Sockel für einen Pavillon in Form eines ionischen Tempels dient. An den beiden Längsseiten des Sockelbaus führen zwei lange Treppen nach oben, ansonsten ist der Rest der vom Peristyl umschlossenen Fläche durch symmetrisch angelegte Gärten und Wasserbassins gefüllt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema „Ungebaute Bauten“ und Vorstellung des Entwurfs für Orianda sowie die Fragestellung nach dem Grund des Scheiterns.
2. Quellenlage: Darstellung der verfügbaren Dokumente, bestehend aus Skizzen und Beschreibungen Schinkels sowie der existierenden Sekundärliteratur.
3. Allgemeine Informationen zum Thema: Erläuterung der historischen Hintergründe und der Beauftragung durch die russische Zarin im Jahr 1838.
4. Biografische Informationen zu den beteiligten Personen: Kurze Vorstellung von Karl Friedrich Schinkel und seinem Einfluss auf den Klassizismus.
5. Beschreibung und Charakterisierung des Baus: Analyse des „moskowitischen“ und des „antikischen“ Entwurfs sowie der gestalterischen Details des Schlosses.
6. Auswirkungen und Einflüsse des Entwurfs, ähnliche Bauten: Untersuchung der Nachwirkung auf die Moderne und Vergleich mit dem Akropolispalast sowie der Casa Malaparte.
7. Fragen und Probleme: Aufzeigen technischer Unklarheiten im Entwurf, wie etwa die Treppenführung oder Fragen zur Bepflanzung und Verglasung.
8. Einordnung in den Kontext des Seminars: Diskussion über die bewusste oder unbewusste Planung als theoretisches „Lehrstück“ anstelle eines realen Baus.
9. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Entwurfs als Schinkels letztes phantastisches Werk und utopisches Idealbild.
10. Anhang: Auflistung des Literaturverzeichnisses, der Internetquellen und des Abbildungsverzeichnisses.
Schlüsselwörter
Karl Friedrich Schinkel, Orianda, Krim, Sommerresidenz, Ungebaute Bauten, Klassizismus, Antike, Architekturtheorie, Casa Malaparte, Akropolispalast, Entwurfsplanung, Architekturgeschichte, Russische Zarin, Projektentwurf, Baustil
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem Entwurf des Architekten Karl Friedrich Schinkel für eine Sommerresidenz der Zarin in Orianda auf der Krim, die trotz eines konkreten Auftrags nie realisiert wurde.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die architektonische Analyse der Entwürfe, der historische Kontext des Zarenreichs und die theoretische Bedeutung des Werks innerhalb von Schinkels Schaffen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Gründe für das Nichtzustandekommen des Baus zu beleuchten und zu hinterfragen, ob der Entwurf bewusst als theoretisches Modell konzipiert wurde.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Autorin stützt sich auf eine Literatur- und Quellenanalyse sowie den bildlichen Vergleich von Entwurfsplänen mit anderen Bauten der Architekturgeschichte.
Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte im Hauptteil?
Die Schwerpunkte liegen auf der Beschreibung des „antikischen“ Entwurfs, der Analyse von Schinkels Arbeitsweise und dem Vergleich mit der Casa Malaparte sowie dem Akropolispalast.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zu den prägenden Begriffen gehören Schinkel, Orianda, Architekturtheorie, Klassizismus und utopische Entwürfe.
Warum wurde die Casa Malaparte als Vergleichsobjekt gewählt?
Die Casa Malaparte dient als Beispiel für eine gelungene moderne Interpretation von Schinkels Formensprache, insbesondere hinsichtlich der spektakulären Treppenführung.
Inwieweit spielte die Kritik der Zarin eine Rolle?
Schinkel setzte sich über die Wünsche der Zarin nach einem kleinen Landhaus hinweg, was laut Briefen möglicherweise seiner Suche nach einer national-ethischen architektonischen Bedeutung geschuldet war.
Was ist die Schlussfolgerung bezüglich Schinkels Absicht?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Schinkel den Entwurf wahrscheinlich primär als ein „Schulbeispiel“ für seine architektonischen Ideale betrachtete.
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- Shirin Shi (Author), 2014, Karl Friedrich Schinkels Entwurf zur Orianda auf der Krim, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/430044