Immobilien, Aktien und Staatsanleihen machen mehr als die Hälfte aller Investitionsmöglichkeiten in heutigen, fortgeschrittenen Volkswirtschaften aus. Für Investoren spielt dabei die Rendite der jeweiligen Anlageklasse eine wichtige Rolle.
Mit dem Forschungsthema, die Entstehung, Entwicklung und Auswirkungen von Renditen im Kontext eines langen Zeithorizonts, analysieren wir diese Thematik. In diesem Zusammenhang betrachten wir die Studie "The rate of return on everything, 1870-2015" von JORDÀ ET AL. (2017).
Dafür gehen wir zunächst auf das Konzept der Autoren ein: Welche Renditen wurden betrachtet, wie wurden diese berechnet und woher stammen die Daten für die darauffolgenden Ergebnisse? Danach zeigen wir die empirischen Ergebnisse der Studie. Besonders erwähnenswert ist, dass die Studie einen langen Zeithorizont betrachtet und erstmals auch die Renditen von Immobilien in diesem Kontext einbezieht. Evident ist, dass sich die Renditen von Immobilien- und Aktienvermögen auf einen langen Zeitraum in ihrer Höhe kaum unterscheiden. Allerdings differiert deren Risikostruktur, gemessen an der Volatilität, deutlich. Zudem kann gezeigt werden, dass die Wachstumsraten der Renditen, zumindest in Zeiten des Friedens, größer ist als die Wachstumsrate der Gesamtwirtschaft.
In Kapitel 4 betrachten wir zwei ausgewählte und in diesem Kontext ökonomisch relevante Themen: Zum einen geben wir einen Einblick in die Machtposition der EZB im aktuellen Zinsumfeld und zum anderen zeigen wir die Piketty Debatte auf, die sich mit Grundlegenden Problemstellungen von kapitalistischen Wirtschaftssystemen auseinandersetzt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Renditen
2.1 Grundlagen
2.2 Renditen sicherer Vermögenswerte
2.2.1 Bills
2.2.2 Bonds
2.3 Renditen risikoreicher Vermögenswerte
2.3.1 Aktien
2.3.2 Immobilien
3 Ergebnisse der Studie
3.1 Renditen sicherer Vermögenswerte
3.2 Renditen risikoreicher Vermögenswerte
3.3 Vergleich von risikoreichen und sicheren Renditen
4 Ökonomische Auswirkungen
4.1 Die Macht der EZB im Nullzinsumfeld
4.1.1 Problemstellung
4.1.2 Quantitative easing als mögliche Lösung
4.1.3 Auswirkungen
4.2 Die Piketty Debatte
4.2.1 Pikettys zentraler Widerspruch des Kapitalismus
4.2.2 Kritiken
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit analysiert die Entstehung, Entwicklung und Auswirkungen von Renditen über einen langen Zeithorizont, wobei die empirische Studie "The rate of return on everything, 1870-2015" von JORDÀ ET AL. (2017) als Grundlage dient. Die Forschungsfrage untersucht dabei sowohl die langfristigen Renditemuster verschiedener Anlageklassen als auch deren ökonomische Implikationen, insbesondere im Kontext der Geldpolitik der EZB und der Theorien zur Vermögensverteilung von Thomas Piketty.
- Analyse historischer Renditen von sicheren und risikoreichen Anlageklassen (1870-2015).
- Vergleich der Performance und Risikostruktur von Aktien, Immobilien und Staatsanleihen.
- Untersuchung der Machtposition und geldpolitischen Instrumente der EZB im Nullzinsumfeld.
- Kritische Auseinandersetzung mit Thomas Pikettys Theorie zur divergenzfördernden Kraft (r > g).
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Aktien
Um die Entwicklung des Aktienmarktes repräsentativ zu dokumentieren, werden sogenannte Aktienindizes verwendet. Dafür wird eine ausgewählte Menge an Aktien betrachtet und nach definierten Charakteristika gewichtet. Beispielsweise beinhaltet der Deutsche Aktienindex (DAX) die 30 nach Marktkapitalisierung und Umsatz größten deutschen Unternehmen. Die Gewichtung wird wiederum anhand des Börsenumsatzes sowie der Marktkapitalisierung vorgenommen.
Renditen aus Aktienvermögen werden nach Formel 2.2 bzw. 2.1 berechnet. Sie bestehen somit aus einem Preisentwicklungs- und einem Ertragsanteil. Der Preisentwicklungsanteil ergibt sich über das Handeln der Aktien an der Börse, der Ertragsanteil wird durch die Ausschüttungspolitik der jeweiligen Unternehmen, also den ausgezahlten Dividenden, bestimmt. Aktienindizes werden häufig als sog. Kursindex dargestellt. Bei diesem wird nur der Preisentwicklungsanteil betrachtet. Abbildung 3 zeigt dies am Beispiel des DAX. Sie zeigt die prozentuale Entwicklung des Kursindex (blaue Linie) und des Performance-Index (lila Linie) vom 31.05.2008 bis zum 31.05.2018. Der Performance-Index stellt die Gesamtrendite dar. Aus der Grafik wird ersichtlich, dass sich der Performance-Index mit Zunahme des betrachteten Zeithorizonts immer deutlicher vom Kursindex unterscheidet. Es ist demnach wichtig, dass im folgenden immer der Performance-Index, also die Gesamtrendite betrachtet wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz der Untersuchung von Renditen für Investoren und Darstellung des Forschungsvorhabens basierend auf der Studie von JORDÀ ET AL. (2017).
2 Renditen: Erläuterung der Berechnungsgrundlagen für reale Gesamtrenditen und Vorstellung der Datenquellen für sichere und risikoreiche Anlageformen.
3 Ergebnisse der Studie: Zusammenfassende Präsentation und Analyse der empirischen Renditeentwicklungen über 145 Jahre für Staatsanleihen, Aktien und Immobilien.
4 Ökonomische Auswirkungen: Kritische Betrachtung der geldpolitischen Rolle der EZB im Nullzinsumfeld sowie der Piketty-Debatte hinsichtlich der Vermögensungleichheit.
5 Fazit: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und kritische Würdigung der Datengrundlage sowie der Implikationen für weitere Forschungsarbeiten.
Schlüsselwörter
Renditen, Staatsanleihen, Aktien, Immobilien, EZB, Nullzinsumfeld, Quantitative Easing, Piketty, Kapitalrendite, BIP-Wachstum, Vermögensverteilung, Volatilität, Risikoprämie, Finanzkrisen, Marktkapitalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Entstehung, Entwicklung und ökonomische Bedeutung von Renditen über den langen Zeitraum von 1870 bis 2015 unter Verwendung historischer Daten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Analyse von Anlageklassen-Renditen, die Auswirkungen der Geldpolitik der EZB und die theoretische Auseinandersetzung mit Thomas Pikettys Thesen zur Vermögenskonzentration.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, durch eine empirische Betrachtung ein tieferes Verständnis für langfristige Renditetrends zu entwickeln und diese in den aktuellen ökonomischen Kontext einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und analytische Aufarbeitung der empirischen Ergebnisse der Studie von JORDÀ ET AL. (2017) durchgeführt und mit makroökonomischen Theorien verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Herleitung der Renditeberechnungen, die Präsentation der Studienergebnisse für verschiedene Assets sowie eine Diskussion über EZB-Politik und Verteilungstheorien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Renditen, Vermögenswerte, Geldpolitik, r > g und Kapitalismus definieren.
Warum schneiden Immobilien laut der Studie besser ab als Aktien?
Immobilien bieten laut der Untersuchung eine ähnliche reale Rendite wie Aktien, jedoch bei deutlich geringerer Volatilität, was zu einem überlegenen risikoadjustierten Ertrag führt.
Welchen Einfluss hat das Quantitative Easing der EZB laut dieser Arbeit?
Die Simulationen zeigen, dass die Zukaufprogramme der EZB einen positiven, wenn auch indirekten Einfluss auf makroökonomische Variablen wie Produktion und Arbeitslosigkeit hatten.
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- Anonym (Author), 2018, Entstehung, Entwicklung und Auswirkungen von Renditen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/429882