Das Prinzip eines Workfare-Staates ist Bestandteil einer „Welfare-to-work“-Politik und basiert als Grundsicherung konsequent auf dem Gegenleistungsprinzip. Mit dem Ziel der Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile von Workfare folgt zunächst eine Begriffs- und Zieldefinition des Konzepts. Anschließend werden die Auswirkungen und Effekte auf den Transferleistungsempfänger aufgeführt und erläutert, die mit der Einführung eines Gegenleistungsprinzips entstehen können. Im vierten Kapitel werden die Beschäftigungs- und fiskalpolitischen Auswirkungen für den Staat und die damit einhergehenden Konsequenzen sowohl ausgearbeitet als auch erläutert. Zum Schluss wird im Fazit abrundend die Tragfähigkeit der Workfare-Politik in Deutschland beurteilt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 BEGRIFFS- UND ZIELDEFINITION VON WORKFARE
3 ARBEITSMARKTPOLITISCHE AUSWIRKUNGEN UND EFFEKTE AUF DEN TRANSFERLEISTUNGSEMPFÄNGER
4 BESCHÄFTIGUNGS- UND FISKALPOLITISCHE AUSWIRKUNGEN
FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen und sozialen Auswirkungen sowie die Tragfähigkeit des "Workfare"-Konzepts in Deutschland, das den Bezug von Sozialleistungen an die Erbringung einer Arbeitsgegenleistung knüpft.
- Grundlagen des Workfare-Konzepts und dessen Zielsetzung
- Arbeitsmarktpolitische Effekte auf Transferleistungsempfänger
- Beschäftigungs- und fiskalpolitische Konsequenzen für den Staat
- Zusammenhang zwischen Beschäftigung und Lebenszufriedenheit
- Kritische Würdigung der Transformation vom Welfare- zum Workfare-Staat
Auszug aus dem Buch
2 Begriffs- und Zieldefinition von Workfare
Im folgenden Kapital wird der Begriff Workfare definiert. Des Weiteren werden seine Herkunft geklärt und seine Ziele beschrieben, welche mit diesem Konzept erreicht werden sollen. Workfare setzt sich aus „work“ und „welfare“ zusammen und wird in der Sozial- und Arbeitsmarktdebatte unterschiedlich verwendet. Der US-Bundesstaat Wisconsin setzt Workfare in deren Sozialhilfeprogrammen bereits erfolgreich ein, mit dem Ziel erwerbsfähige Hilfsbedürftige erneut oder erstmals in den ersten Arbeitsmarkt einzugliedern. Der erste Arbeitsmarkt umfasst alle regulären Beschäftigungsverhältnisse, welche nicht durch den Fiskus bezuschusst werden und somit auch keine arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen vorgenommen werden (Bundeszentrale für politische Bildung, 2016).
Das Workfare-Verständnis und die Umsetzung dieses Konzepts ist von Land zu Land noch sehr unterschiedlich und aufgrund des Ziels der raschen Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt erfolgt diese oftmals zu sehr prekären Bedingungen (Mohr, 2012).
Peck (2001) bezeichnet Workfare als aktive Arbeitsmarktintegration, in der Anreizstrukturen mit einem marktorientierten Zwang geschaffen werden, um eine Maximierung der Teilhabe an Erwerbsarbeit zu erreichen. Außerdem sind im Welfare-Staat die Bedürftigen als Leistungsempfänger zu sehen, während sie im Workfare-Staat als aktive Arbeitsuchende aufgrund der Pflicht zur Aufnahme einer Tätigkeit bezeichnet werden können (Peck, 2001).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in das Thema Workfare und dessen historische Entwicklung sowie Zielsetzung in Deutschland.
2 BEGRIFFS- UND ZIELDEFINITION VON WORKFARE: Definition des Workfare-Begriffs, Darstellung seiner Kernelemente sowie Erläuterung der ökonomischen Ziele wie Selektion und Humankapitalerhaltung.
3 ARBEITSMARKTPOLITISCHE AUSWIRKUNGEN UND EFFEKTE AUF DEN TRANSFERLEISTUNGSEMPFÄNGER: Analyse der Auswirkungen auf das Arbeitsangebot und die Lebenszufriedenheit von Leistungsempfängern unter Berücksichtigung theoretischer Modelle.
4 BESCHÄFTIGUNGS- UND FISKALPOLITISCHE AUSWIRKUNGEN: Untersuchung der gesamtwirtschaftlichen Folgen, insbesondere der fiskalischen Kosten und der Risiken durch Verdrängung regulärer Beschäftigungsverhältnisse.
FAZIT: Abschließende Beurteilung der Sinnhaftigkeit einer Transformation zum Workfare-Staat in Deutschland unter Abwägung der Vor- und Nachteile.
Schlüsselwörter
Workfare, Sozialstaat, Arbeitsmarktpolitik, Transferleistungen, Arbeitslosengeld II, Ein-Euro-Jobs, Beschäftigungseffekte, Humankapitalerhaltung, Lebenszufriedenheit, Grundsicherung, Niedriglohnsektor, Fiskalpolitik, Arbeitsanreize, Welfare-to-Work, Sozio-ökonomisches Panel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Kontroverse um das "Workfare"-Konzept, welches Sozialleistungen an eine verpflichtende Arbeitsgegenleistung koppelt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die arbeitsmarktpolitischen Wirkungsmechanismen, die fiskalischen Auswirkungen für den Staat sowie die Auswirkungen auf die Lebenszufriedenheit von Leistungsempfängern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Vor- und Nachteile von Workfare-Programmen aufzuzeigen und zu prüfen, ob dieses Konzept für den deutschen Sozialstaat sinnvoll tragfähig ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Auswertung ökonomischer Modelle (z.B. Besley und Coate) sowie der Analyse statistischer Daten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Einordnung, die Analyse der Effekte auf den einzelnen Transferleistungsempfänger sowie eine Untersuchung der gesamtwirtschaftlichen und fiskalischen Konsequenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Workfare, Arbeitsmarktintegration, Grundsicherung, Arbeitslosengeld II und Beschäftigungseffekte.
Wie wirkt sich Workfare auf die Lebenszufriedenheit aus?
Studien belegen, dass Arbeit an sich die Lebenszufriedenheit steigert, weshalb eine Aktivierung der Arbeitslosen grundsätzlich positiv wirken kann, sofern sie nicht durch Zwang zu prekären Bedingungen erfolgt.
Warum ist die Verdrängung regulärer Tätigkeiten ein Risiko?
Es besteht die Gefahr, dass geförderte Workfare-Arbeitsplätze reguläre, marktgerechte Arbeitsplätze ersetzen, was fiskalisch durch Mindereinnahmen und eine Schwächung des ersten Arbeitsmarktes problematisch ist.
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- Natalie Martini (Author), 2018, Für und wider Workfare in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/428542