Heute ermöglicht die Digitalisierung das Arbeiten überall und zu jeder Zeit. Das Arbeiten im Homeoffice gilt als Folge dessen und erfreut sich in Deutschland immer mehr an Beliebtheit. Der Wunsch, im Homeoffice zu arbeiten, besteht bei einem nicht zu vernachlässigen Anteil der Arbeitnehmer.
Aber wie wirkt sich die Arbeit von zuhause aus? Studien zeigen auf, dass im Homeoffice länger gearbeitet wird, was zwangsläufig zu einer Verkürzung der Erholungsphasen führt. Rennen die Heimarbeitenden somit gerade auf ein Burnout zu?
"Wie ändert sich die Wahrscheinlichkeit, an Burnout zu erkranken, bei zunehmender Tätigkeit im Homeoffice?" lautet die Forschungsfrage der folgenden Arbeit. Ziel der Arbeit ist es, für eine quantitative Datenerhebung einen standardisierten Fragebogen herzuleiten, der es ermöglicht, eine erste Antwort auf diese Frage liefern zu können. Das Homeoffice als Arbeitsort selbst ist in Abgrenzung zu den internen Ursachenfaktoren, wie Persönlichkeitsmerkmale, ein externer Ursachenfaktor des Burnouts, weshalb ausschließlich diese in der vorliegenden Arbeit in Betracht gezogen werden.
Im Folgenden wird kurz der Zusammenhang zwischen dem Homeoffice und der Digitalisierung aufgezeigt. Im Anschluss erfolgt eine kurze Darstellung des Burnouts, der dazugehörigen Forschung als auch die Erläuterung der externen Schlüsselfaktoren für das Burnout. Aus den beiden thematischen Grundlagen erfolgt die Herleitung des Fragebogens inklusive des Messmodells, der zugehörigen Variablen als auch dessen Auswertungsmöglichkeit im Falle einer Erhebung. Zum Abschluss wird ein kurzer Ausblick auf die Ergebnisse gegeben und die Arbeit kritisch beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen und Forschungsstand
2.1. Homeoffice als Folge der Digitalisierung
2.1.1. Rahmenbedingungen des Homeoffice
2.1.2. Status quo des Homeoffice
2.2. Burnout – eine Krankheit in drei Phasen
2.2.1. Entwicklung der Burnout-Forschung
2.2.2. Ursachen für Burnout nach Maslach & Leiter
3. Entwicklung eines standardisierten Fragebogens
3.1. Forschungsfrage und Messmodelle
3.2. Operationalisierung
3.3. Theoretische Erhebung und Auswertung
3.4. Ausblick auf Ergebnisse
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen standardisierten Fragebogen für eine quantitative Datenerhebung zu entwickeln, um zu untersuchen, wie sich die Tätigkeit im Homeoffice auf die Wahrscheinlichkeit einer Burnout-Erkrankung auswirkt.
- Zusammenhang zwischen Digitalisierung und Homeoffice
- Theoretische Grundlagen der Burnout-Forschung nach Maslach & Leiter
- Herleitung von Messmodellen zur Analyse der Burnout-Wahrscheinlichkeit
- Operationalisierung von Konstrukten mittels standardisierter Fragebögen
- Methodische Konzeption einer empirischen Erhebung und Auswertung
Auszug aus dem Buch
2.2.1. Entwicklung der Burnout-Forschung
Der Begriff Burnout wird durch den Psychiater Herbert J. Freudenberger im Jahr 1974 geprägt, als er seine Arbeit „Staff Burn-Out“ veröffentlicht. Im Anschluss erfolgt über die weiteren Jahre eine Vielzahl von Publikationen, Fallberichten und Definitionen. Barry Farber erstellt im Jahr 1983 hierzu eine Übersichtsarbeit und kommt zu dem Schluss, dass die Burnout-Forschung neue Impulse benötigt. Geliefert wurden diese Impulse durch die im Jahr 1981 zeitgleich veröffentlichten Messmodelle, das Teadium-Measure von Aronson, Pines und Kafry und das Maslach Burnout Inventory (MBI) von Maslach und Jackson. Rösing beschreibt in ihrer Analyse zwei Phasen: Zum einen die Pionier- oder klinische Phase, in der klinische Studien überwiegen. Zum anderen stellt sie die empirische oder Forschungsphase mit Einführung des MBI dar, in dem Burnout messbar gemacht wird. Das MBI hat sich im weiteren Verlauf gegenüber allen anderen Messmodellen durchgesetzt und gilt bis heute als DER Fragebogen in der Burnout-Forschung. Seinen Ursprung hat das MBI aus dem Humandienstleistungssektor. Maslach befragt zu Beginn überwiegend Ärzte, Krankenschwestern und Hospizangestellte. Dabei versucht sie herauszufinden, welche psychologischen Mechanismen bei Personen greifen, die intensivem emotionalen Stress ausgeliefert sind. Sie stützt sich dabei auf zwei psychologische Konzepte: Zum einen auf das Konzept der distanzierten Anteilnahme von Lief und Fox (1963) und zum anderen auf das Konzept der Dehumanisierung von Zimbardo (1970). Das MBI wird nach seiner Erarbeitung von Maslach et al. laufend überarbeitet und verbessert und kann somit auch auf andere Berufsgruppen angewendet werden. Nelting weist jedoch noch einmal darauf hin, dass jeder Burnout-Test noch keine Diagnose darstellt, sondern lediglich Hinweise für eine Erkrankung liefert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von Erholungsphasen und führt die Forschungsfrage zur Burnout-Wahrscheinlichkeit im Kontext zunehmender Homeoffice-Tätigkeit ein.
2. Theoretische Grundlagen und Forschungsstand: Dieses Kapitel erläutert den Zusammenhang von Digitalisierung und Homeoffice sowie die Grundlagen der Burnout-Forschung, insbesondere das Ursachenmodell von Maslach & Leiter.
3. Entwicklung eines standardisierten Fragebogens: Hier erfolgt die Herleitung von Messmodellen, die Operationalisierung von Variablen sowie die methodische Planung der Datenerhebung und Auswertung.
4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion der entwickelten Methode und einem Ausblick auf notwendige weiterführende Forschungsschritte.
Schlüsselwörter
Homeoffice, Burnout, Digitalisierung, Personalforschung, Fragebogenentwicklung, Arbeitsbelastung, Maslach, Arbeitsorganisation, Arbeitszeit, Gesundheitsprävention, Arbeitsplatzgestaltung, empirische Forschung, logistische Regression, Betriebsvereinbarung, Stressmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Zunahme von Homeoffice-Tätigkeit, bedingt durch die Digitalisierung, und dem potenziellen Risiko einer Burnout-Erkrankung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Arbeitsplatzgestaltung im Homeoffice, Burnout-Ursachenmodelle nach Maslach & Leiter sowie die Entwicklung standardisierter Fragebögen zur empirischen Analyse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Wie ändert sich die Wahrscheinlichkeit, an Burnout zu erkranken, bei zunehmender Tätigkeit im Homeoffice?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein quantitativer Ansatz verfolgt, der auf der Entwicklung eines standardisierten Fragebogens und einer geplanten logistischen Regressionsanalyse zur Dateninterpretation basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen zu Homeoffice und Burnout, die Ableitung von Messkonstrukten und die methodische Konzeption der geplanten Online-Befragung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Homeoffice, Burnout-Syndrom, Arbeitsbelastung, Messmodelle und Digitalisierung der Arbeitswelt.
Warum wurde das Modell von Maslach & Leiter gewählt?
Dieses Modell wurde gewählt, da es Burnout als Prozess im sozialen Umfeld des Arbeitsplatzes definiert, was eine gute Grundlage für die Analyse externer Faktoren wie den Arbeitsort bietet.
Wie soll die Stichprobe für die Erhebung definiert werden?
Die Stichprobe soll sich aus abhängig Beschäftigten in Voll- und Teilzeit zusammensetzen, wobei insbesondere Bürotätigkeiten fokussiert werden, während Führungskräfte und Freiberufler ausgeschlossen werden.
- Quote paper
- Catherine Sack (Author), 2018, Wie ändert sich die Wahrscheinlichkeit, an Burnout zu erkranken, bei zunehmender Tätigkeit im Homeoffice?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/424175