Einleitung
Will man die Bodenlandschaften von Süddeutschland beschreiben, so ist es sinnvoll das Gebiet in mehrere Regionen einzuteilen, die aufgrund vieler unterschiedlicher Faktoren oft typische Bodengesellschaften hervorrufen. Beginnend mit dem Oberrheingraben, werden im Folgenden die Bodenlandschaften des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes, der Schwäbischen und Fränkischen Alb, des Schwarzwaldes, des Bayrischen Waldes und des Süddeutschen Alpenvorlandes betrachtet. In seiner geographischen Ausdehnung wird das Gebiet durch die nördlichsten Ausläufer der Fränkischen Alb, im Westen durch den Oberrheingraben, im Osten durch den Böhmischen Wald und im Süden durch die Alpen begrenzt. In diesem Gebiet finden sich auf relativ engem Raum viele Faktoren, welche die Bodenbildung beeinflussen. Dazu gehören die starke Reliefierung, das unterschiedliche Klima, der Einfluss des Menschen, das Wasserangebot, die Zeit und insbesondere die verschiedenen Ausgangsgesteine. In Abbildung 1 wird der Einfluss verschiedener Faktoren, die gerade im Gebiet Süddeutschlands großen Einfluss ausüben, sehr anschaulich wiedergegeben. Durch starken Einfluss von Grundwasser, wie es etwa im Gebiet des Oberrheingrabens der Fall ist, finden sich Grundwasser- und Überflutungsböden. Mit zunehmender Höhe und der damit verbundenen reduzierten Einflussnahme des Grundwassers bilden sich meist grundwasserfreie Böden. An Steilhängen und Kuppen trifft man oft auf erodierte Böden, wie etwa die Rendzina, in Mulden dagegen meist kolluviale bzw. fossile Böden.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Die im zu behandelnden Gebiet vorkommenden Böden
1.1 Die Bodenlandschaften des Oberrheingrabens
1.2 Die Bodenlandschaften des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes
1.3 Die Bodenlandschaften des Schwarzwaldes
1.4 Die Bodenlandschaften des Bayrischen Waldes
1.5 Die Bodenlandschaften der Schwäbischen und Fränkischen Alb
2 Das süddeutsche Alpenvorland
2.1 Entstehung der Gesteinsfazies im Alpenvorland
2.2 Bodenlandschaften im Süddeutschen Alpenvorland
2.2.1 Bodenlandschaften der Altmoränenlandschaft
2.2.2 Bodenlandschaften der Jungmoränenlandschaft
2.2.3 Bodenlandschaften der Münchner Schotterebene
2.2.4 Bodenlandschaften des Tertiärhügellandes
3 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die vielfältigen Bodenlandschaften Süddeutschlands. Ziel ist es, die bodenkundlichen Besonderheiten verschiedener Regionen – vom Oberrheingraben über das Schichtstufenland bis zum Alpenvorland – zu beschreiben und die maßgeblichen Faktoren der Bodenbildung in diesen Gebieten zu analysieren.
- Regionale Differenzierung der Bodenlandschaften in Süddeutschland
- Einfluss von Relief, Klima und Ausgangsgestein auf die Bodenentwicklung
- Charakterisierung spezifischer Bodentypen wie Podsole, Parabraunerden und Gleye
- Darstellung geomorphologischer Zusammenhänge mittels bodenkundlicher Querschnitte
- Bedeutung der geologischen Vergangenheit und der quartären Sedimentation für aktuelle Böden
Auszug aus dem Buch
1.1 Die Bodenlandschaften des Oberrheingrabens
Der Oberrheingraben beschreibt die Senke zwischen dem Pfälzerwald im Westen und dem Kraichgau im Osten. Auf seiner gesamten Länge hat sich hier der Rhein eingeschnitten. Aufgrund des hohen Angebots an Grundwasser sind hier die wichtigsten Vertreter die Auenböden und die Gleye. Der in diesem Gebiet am weitesten verbreitete Auenboden ist der „Braune Auenboden“, auch Vega genannt. Sie liegt i. d. R. außerhalb des heutigen Überflutungsbereiches. Sie entsteht aus überwiegend unverwittert sedimentiertem, zerkleinertem Gesteinsmaterial. Die Vega stellt die Weiterentwicklung der Braunen Auenpararendzina dar. Neben der deutlichen Horizontdifferenzierung ist eine fortgeschrittene Entkalkung und Tonfreisetzung festzustellen (SEMMEL 1993, S.32).
Der Gley gehört ebenfalls zu den grundwasserbeeinflussten Böden. Er ist ein oberflächlich nicht allzu stark vernässter Grundwasserboden mit einem Ah – Go – Gr – Profil. Der Grundwasserspiegel steigt nur kurzfristig höher als etwa 40 cm unter der Flur. Unter einem feuchten, aber gut zersetzten Mullhumus folgt der periodisch durchlüftete und demzufolge durch oxidiertes Eisen rotfleckige Grundwasserhorizont (Go). Im ständig wassererfüllten Unterboden liegt das Eisen feinverteilt in reduzierter Form vor; dieser Bereich ist deshalb grau gefärbt (Gr) (LESER 2001, S. 282).
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Die Einleitung definiert das Untersuchungsgebiet und stellt die grundlegenden Faktoren der Bodenbildung wie Relief, Klima und Ausgangsgestein vor.
1 Die im zu behandelnden Gebiet vorkommenden Böden: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die Bodengroßlandschaften Süddeutschlands und ihre Leitböden, von sauren Braunerden bis zu Auenböden.
1.1 Die Bodenlandschaften des Oberrheingrabens: Hier werden die durch hohen Grundwasserstand geprägten Böden wie Auenböden und Gleye detailliert beschrieben.
1.2 Die Bodenlandschaften des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes: Das Kapitel behandelt die bodenkundliche Vielfalt auf mesozoischen Sedimentgesteinen, inklusive Pelosolen und Terrae fuscae.
1.3 Bodenlandschaften des Schwarzwaldes: Fokus auf die Podsolierung silikatischer Substrate unter kühl-feuchten Bedingungen sowie die Entstehung von Stagnogleyen.
1.4 Bodenlandschaften des Bayrischen Waldes: Beschreibung der auf Granit entstehenden Böden, insbesondere saure Braunerden, Podsole und Moorbildungen in Kaltluftseen.
1.5 Bodenlandschaften der Schwäbischen und Fränkischen Alb: Untersuchung der kalkgeprägten Böden wie Rendzinen und Terrae fuscae an Hängen und Kuppen.
2 Das süddeutsche Alpenvorland: Einführung in die geologische Entstehung der Region und die Differenzierung in tertiäre und quartäre Landschaftstypen.
2.1 Entstehung der Gesteinsfazies im Alpenvorland: Erläuterung der Molasse-Sedimentation und der faziellen Unterschiede zwischen Meer- und Süßwassermolasse.
2.2 Bodenlandschaften im Süddeutschen Alpenvorland: Einordnung der Bodenvielfalt basierend auf glazialen Ablagerungen und klimatischer Differenzierung.
2.2.1 Bodenlandschaften der Altmoränenlandschaft: Charakterisierung der durch ältere Substrate und ausgeglichenes Relief geprägten Parabraunerden.
2.2.2 Bodenlandschaften der Jungmoränenlandschaft: Analyse der stark reliefierten, jüngeren Böden wie Parabraunerden und deren Tendenz zur Pseudovergleyung.
2.2.3 Bodenlandschaften der Münchner Schotterebene: Darstellung der bodenkundlichen Zonierung in Abhängigkeit vom Grundwassereinfluss.
2.2.4 Bodenlandschaften des Tertiärhügellandes: Untersuchung des Einflusses von Lössbedeckungen auf die Bodenfruchtbarkeit und Erosionsanfälligkeit.
3 Zusammenfassung: Abschließende Synthese über die dominierenden Einflussfaktoren Relief, Wasserangebot und Ausgangsgestein auf die Bodenlandschaften Süddeutschlands.
Schlüsselwörter
Bodenlandschaften, Süddeutschland, Bodenbildung, Relief, Ausgangsgestein, Auenböden, Gleye, Parabraunerden, Podsole, Rendzina, Terra fusca, Alpenvorland, Löss, Pedologie, Bodengesellschaften
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der räumlichen Verbreitung und den typischen Ausprägungen verschiedener Bodengesellschaften in Süddeutschland unter Berücksichtigung ihrer landschaftsökologischen Rahmenbedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die geologische Differenzierung der Regionen, die bodenbildenden Faktoren und die Zuordnung spezifischer Bodentypen zu unterschiedlichen Relief- und Substratverhältnissen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen den geomorphologischen Einheiten Süddeutschlands und der daraus resultierenden Bodenvielfalt anschaulich durch Text und Grafiken zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive geographische Analyse, die auf der Auswertung bodenkundlicher Fachliteratur sowie der Interpretation geomorphologischer Querschnitts- und Verbreitungskarten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich regional: Er betrachtet nacheinander den Oberrheingraben, das Schichtstufenland, die Mittelgebirge (Schwarzwald, Bayrischer Wald) und die komplexe Struktur des Alpenvorlandes.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Bodenlandschaften, Bodengroßlandschaften, Bodenbildung, Relief- und Substratabhängigkeit sowie die klassische bodenkundliche Typisierung nach der deutschen Nomenklatur.
Warum spielt das Ausgangsgestein eine so große Rolle für die Bodenbildung im Schwarzwald?
Der Schwarzwald ist geprägt durch kristalline Gesteine wie Granit und Buntsandstein. Deren silikatischer, quarzreicher Charakter führt in Verbindung mit dem niederschlagsreichen Klima bevorzugt zu sauren, nährstoffarmen Böden wie Podsolen.
Wie unterscheidet sich die Bodenlandschaft der Altmoräne von der Jungmoräne?
Die Altmoränenlandschaft weist ein wesentlich ausgeglicheneres Relief auf und ist älter, was zu einer anderen Bodenentwicklung mit weniger ausgeprägten Steilhängen und einer meist stärkeren Versauerung führt als im jungen, stärker reliefierten Jungmoränengebiet.
Welche Bedeutung hat Löss für das Tertiärhügelland?
Löss ist ein fruchtbares, äolisches Sediment, das im Tertiärhügelland die Bodenqualität stark verbessert, aber aufgrund seiner Schluffigkeit auch zu einer erhöhten Erosionsgefahr auf landwirtschaftlich genutzten Flächen führt.
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- Christian König (Author), 2003, Bodenlandschaften Süddeutschlands, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/42178