Im ersten Teil der Arbeit werden zunächst die Anfänge der außenpolitischen Zusammenarbeit in Europa und wichtige Stationen der Entwicklung der heutigen GASP skizziert. Im Anschluss soll ein Überblick über den institutionellen Rahmen und die Instrumente der GASP gegeben werden. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt auf Grund der späteren Beschäftigung mit dem Nahen Osten auf der gemeinsamen Außenpolitik. Die Sicherheits- und Verteidigungspolitik werden weitgehend ausgeklammert.
Am Beispiel der Positionen Deutschlands und Frankreichs wird im zweiten Teil dargestellt, dass sowohl historische als auch politische Gründe die Koordination der europäischen Außenpolitik erschweren.
Zu diesem Zweck sollen zunächst die Nahostpolitiken nach dem zweiten Weltkrieg und die historischen Beziehungen der heutigen EU-Mitgliedsstaaten Deutschland und Frankreich zu den Konfliktparteien skizziert werden. Diese Betrachtung dient dem Verständnis der späteren Positionen im Bemühen um eine gemeinsame europäische Nahostpolitik. Darauf folgend sollen das europäische Engagement im Nahen Osten vor der Institutionalisierung der GASP und die Rolle der betrachteten Länder erläutert werden.
Da die Bestimmungen der Gemeinsamen Außenpolitik der EU von den Mitgliedsländern selbst festgelegt sind, werden im Anschluss kurz die verschiedenen Ansätze Deutschlands und Frankreichs zur Institutionalisierung der GASP erläutert, bevor die gemeinsame Nahostpolitik der EU skizziert wird. Der Schwerpunkt liegt hierbei weniger auf einer vollständigen Zusammenfassung des Engagements der EU im Nahen Osten und dem Nahostkonflikt, als auf der Darstellung einiger die GASP betreffenden Handlungen der EU. Im Anschluss daran wird die Beteiligung Deutschlands und Frankreichs erarbeitet. Da eine vollständige Schilderung der einzelstaatlichen Nahostpolitiken und die komplette Erfassung des Einflusses einzelner Länder auf die Rolle der GASP im Nahen Osten im Rahmen dieser Arbeit keinesfalls möglich sind, soll dabei anhand einiger konkreter Beispiele nachgezeichnet werden, wie die Prägung der GASP in Bezug auf den Nahen Osten durch Deutschland und Frankreich stattgefunden hat und welche Positionen dabei eine Rolle spielten. Am Ende der Arbeit werden die Ergebnisse der Untersuchung im Rahmen einer Schlussbetrachtung formuliert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Erster Teil: Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der EU
2.1 Die Entwicklung der GASP
2.1.1 Anfänge der außen- und sicherheitspolitischen Zusammenarbeit in Europa bis zum Unionsvertrag von Maastricht (1993)
2.1.2 Wichtige Stationen der Entwicklung der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der Europäischen Union
2.2 Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union
2.2.1 Die Ziele der GASP
2.2.2 Der institutionelle Rahmen der GASP
2.2.3 Die Instrumente und Handlungsformen der GASP
3. Zweiter Teil: Die GASP am Beispiel des Nahen Ostens unter besonderer Berücksichtigung der EU-Mitgliedsstaaten Deutschland und Frankreich
3.1 Die europäische Zusammenarbeit bis zur Institutionalisierung der GASP
3.1.1 Die deutsche und französische Nahostpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Beginn der europäischen Zusammenarbeit
3.1.1.1 Die deutsche Nahostpolitik
3.1.1.2 Die französische Nahostpolitik
3.1.2 Die Nahostpolitik der EPZ
3.1.3 Die Rolle Deutschlands und Frankreichs innerhalb der EPZ
3.2 Die Nahostpolitik der GASP
3.2.1 Unterschiedliche Ansätze zur Institutionalisierung der GASP
3.2.2 Die Nahostpolitik der GASP
3.2.3 Die Rolle Deutschlands und Frankreichs in der Nahostpolitik der GASP
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der Europäischen Union am Beispiel des Nahostkonflikts, wobei ein besonderer Fokus auf den unterschiedlichen Rollen und Einflüssen der Mitgliedsstaaten Deutschland und Frankreich liegt.
- Entwicklung und institutionelle Ausgestaltung der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP/EPZ).
- Analyse der nationalen Nahostpolitiken von Deutschland und Frankreich nach 1945.
- Untersuchung der Koordinationsschwierigkeiten und des Einflusses der Mitgliedsstaaten auf die gemeinsame EU-Position.
- Evaluierung der Wirksamkeit der EU-Instrumente im Nahost-Friedensprozess.
- Vergleich der außenpolitischen Konzepte von Deutschland (Einbindung in die EU) und Frankreich (streben nach Unabhängigkeit/globaler Rolle).
Auszug aus dem Buch
3.1.1.1 Die deutsche Nahostpolitik
In den Anfangsjahren der Bundesrepublik versuchte Deutschland als international geachteter Staat Fuß zu fassen. Das sollte durch eine glaubwürdige, demokratisch geprägte und zuverlässige Politik erreicht werden. Die deutsche Nahostpolitik war in dieser Zeit geprägt vom Spannungsverhältnis der moralischen Verantwortung der Bundesrepublik als Rechtsnachfolgestaat des „Dritten Reiches“ gegenüber dem jüdischen Staat Israel einerseits und den wirtschaftlichen Interessen im arabischen Raum andererseits. In der Zeit des Kalten Krieges versuchte Deutschland, der Ausweitung des sowjetischen Einflusses im Nahen Osten durch gute Beziehungen zu beiden Seiten entgegen zu wirken. 1952 wurde mit Israel ein Abkommen über sogenannte Wiedergutmachungsleistungen ausgehandelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Untersuchung der GASP der EU am Beispiel des Nahen Ostens unter Berücksichtigung von Deutschland und Frankreich.
2. Erster Teil: Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der EU: Skizziert die historische Entwicklung von den Anfängen der Zusammenarbeit bis zur Institutionalisierung der GASP sowie deren Strukturen und Ziele.
3. Zweiter Teil: Die GASP am Beispiel des Nahen Ostens unter besonderer Berücksichtigung der EU-Mitgliedsstaaten Deutschland und Frankreich: Analysiert die nationalen Politiken im historischen Kontext sowie deren Einfluss auf die europäische Nahostpolitik im Rahmen der EPZ und GASP.
4. Schlussbetrachtung: Fasst die Erkenntnisse zusammen, dass der tatsächliche Einfluss der EU aufgrund intergouvernementaler Strukturen und nationaler Interessen der Mitgliedsstaaten weiterhin begrenzt bleibt.
Schlüsselwörter
GASP, Europäische Union, Nahostkonflikt, Deutschland, Frankreich, EPZ, Außenpolitik, Sicherheitspolitik, Intergouvernementalismus, Nahost-Friedensprozess, Souveränität, Institutionen, Koordination, Konfliktparteien, Diplomatie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Wirksamkeit der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der Europäischen Union anhand ihrer Aktivitäten im Nahostkonflikt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die institutionelle Evolution der europäischen Außenpolitik, die historische Nahostpolitik Deutschlands und Frankreichs sowie die Auswirkungen nationalstaatlicher Interessen auf das gemeinsame Handeln der EU.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es herauszuarbeiten, inwieweit Deutschland und Frankreich die europäische Nahostpolitik geprägt haben und warum die EU trotz institutioneller Fortschritte Schwierigkeiten hat, als einheitlicher Akteur aufzutreten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Untersuchung, die auf einer Analyse historischer Dokumente, Verträge und Fachliteratur zur GASP und zum Nahostkonflikt basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der GASP-Entwicklung und eine vertiefte Untersuchung der unterschiedlichen Ansätze Deutschlands und Frankreichs im Kontext des Nahostkonflikts von der Zeit der EPZ bis in die Gegenwart.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind GASP, Nahostkonflikt, EU-Mitgliedsstaaten, Intergouvernementalismus, diplomatische Instrumente und die Rolle Deutschlands und Frankreichs.
Wie unterscheidet sich die Nahostpolitik von Deutschland und Frankreich?
Deutschland ist geprägt durch die historische Verantwortung gegenüber Israel und sucht die Einbindung in europäische oder amerikanische Strukturen, während Frankreich stärker eine eigenständige, oft pro-arabisch ausbalancierte Rolle auf internationaler Ebene anstrebt.
Warum wird die EU in wichtigen Friedensverhandlungen oft übergangen?
Dies ist auf das uneinheitliche Handeln der Mitgliedsstaaten, den intergouvernementalen Charakter der GASP und die Dominanz der USA im Friedensprozess zurückzuführen, was die Handlungsfähigkeit der EU einschränkt.
- Quote paper
- Daniel Steffens (Author), 2003, Die GASP der Europäischen Union und der Nahe Osten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/42131